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Markkleeberg In Dreiskau-Muckern lassen acht Offene Höfe die Landlust spüren
Region Markkleeberg In Dreiskau-Muckern lassen acht Offene Höfe die Landlust spüren
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14:29 19.05.2015
Staubige Landarbeit: Im Lanz-Bulldog Hof wurde zur Freude der Besucher wie früher Getreide gedroschen. Quelle: Jörg ter Vehn

Dabei waren die Höfe auch auf alternatives Publikum eingestellt: "Ich habe extra Veggie-Wurst und Tofu gekauft. Aber die sind kaum gegangen. Im Gegensatz zum Wildschwein-Gulasch", schmunzelte Anne Eymann, eine der Organisatorinnen. Mit acht Höfen in beiden Ortsteilen machten in diesem Jahr Mal doppelt so viele mit wie im Vorjahr, boten mit einem Händlerspektrum von Wolle über Korbwaren, Kerzen, Honig, Seife und natürlichen kulinarischen Köstlichkeiten was für Auge, Herz und Bauch. Die Hofkinder kochten und backten mit, musizierten oder boten Ausrangiertes als Flohmarkt an.

"Manche Besitzer haben zehn und mehr Jahre an ihren Höfen saniert, freuen sich darauf, da Ergebnis auch mal anderen Leuten zeigen zu können", erzählte "Einwohner" Bernhard Kubus. Er lobte die "gewisse Gelassenheit", die in Dreiskau-Muckern trotz kleinerer Probleme - jüngst habe sich jemand über die laute Kirchenglocke beschwert - vorherrsche. Kubis: "Es macht schon Spaß, hier zu wohnen." Der Funke sprang unbedingt über auf die Besucher.

Im Seydelschen Lanz-Bulldog Hof staunten Matthes (2) und Schwester Elsa (5) über Ingo Thielbein. Der als Bauer Kostümierte, einer der Lanzfreunde Sachsen, zeigte den Besuchern, wie früher Getreide gedroschen wurde. Nicht nur mit dem Dreschflegel demonstrierte er das, auch mit einer riemengetriebenen Maschine von anno dunnemals. Vieles sei in Vergessenheit geraten, erklärte er. "Bestimmt 80 Prozent haben mich zum Beispiel gefragt, was das für Getreide ist", sagte er. "Weizen."

Die Familie Seydel hatte ihr Programm für den Hof selbst beschafft. Anderen half das Organiationsteam vom Arbeitskreis Sachsens schönste Dörfer, besorgte Händler, Musiker, Essen. Claudia Hausdorf gehörte dazu. "Ursprünglich war die Idee, dass die junge Dorfgemeinschaft besser zueinanderfinden soll", erläuterte sie. Bekanntlich sollte Dreiskau-Muckern zu DDR-Zeiten dem Tagebau zu Opfer fallen, war schon weitgehend geräumt. "Mein Vater zählte zu den letzten Bewohnern, hat mitgekämpft, dass Dreiskau-Muckern bleibt", sagte sie stolz. Inzwischen sei das Meiste wieder aufgebaut. Es lebten zum Beispiel vier Generationen auf ihrem Möbius-Hausdorf-Hof, so die junge Hausherrin, die mit ihrem Mann, einem Jäger, für die Wildschwein-Pfanne gesorgt hatte. Selber feierten die Einwohner nach 18 Uhr. Dann schlossen die "Offenen Höfe", wurde am Sportplatz getanzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.06.2014
Jörg ter Vehn

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