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Markkleeberg In der Friedrich-Ebert-Straße beginnt im April der zweite Bauabschnitt
Region Markkleeberg In der Friedrich-Ebert-Straße beginnt im April der zweite Bauabschnitt
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06:01 15.03.2019
Im April beginnen die Kommunalen Wasserwerke Leipzig in der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Energie- und Rathausstraße mit dem Auswechseln der Trink- und Mischwasserleitungen Quelle: Andre Kempner
Markkleeberg

Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Bürgerversammlung am Mittwoch zum zweiten Bauabschnitt in der Friedrich-Ebert-Straße war klar, dass die Sitzplätze nicht reichen würden. Der Kleine Lindensaal platzte aus allen Nähten. Auch Bürgermeisterin Jana Thomas zeigte sich überrascht vom großen Andrang.

Wie beim fertiggestellten ersten Bauabschnitt beginnen die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) mit dem Auswechseln der Trink- und Mischwasserleitungen sowie einer neuen Anbindung der Hausanschlüsse, bevor die Stadt den grundhaften Ausbau übernimmt. Zuvor werden unter Regie der Leipziger Verkehrsbetriebe die alten Schienen entfernt. Susanne Jeschke vom Team Technik der KWL erläuterte die ersten Maßnahmen auf rund 610 Metern. Die Kosten von 1,7 Millionen Euro trügen allein die Wasserwerke. „Auf die Anlieger kommen keine Belastungen zu“, betonte Jeschke.

Die Arbeiten erfolgen in drei Abschnitten. Voraussichtlich vom 8. April bis zum 12. Juli diesen Jahres starten die KWL im Bereich von der Energie- bis zur Pater-Kolbe-Straße, vom 15. Juli bis zum 11. Oktober geht es zwischen der Pater-Kolbe- und der Rathausstraße weiter. Der Kreuzungsbereich bis zum Bahnübergang wird vom 30. März bis zum 20. Mai 2020 in Angriff genommen. Sind die Arbeiten der KWL in einem Bereich abgeschlossen, beginnen jeweils die Bauarbeiten der Stadt, die voraussichtlich im August 2020 komplett abgeschlossen sein werden.

Ein Verkehrskonzept ist erstellt worden, denn die Arbeiten finden grundsätzlich bei einer Vollsperrung der Straße statt. Die Busse werden umgeleitet. Die Anlieger können ihre Häuser lediglich über die Gehwege erreichen. Allerdings gebe es in Absprache mit der Freiwilligen Feuerwehr und den Rettungsdiensten in Notfällen immer eine Möglichkeit, durchzukommen, hieß es von Seiten der Stadt.

Ansicht des bereits fertigen Teils der Friedrich-Ebert-Straße. So schön wird es werden. Quelle: Kempner

Es bleibt viel Gesprächsbedarf mit den Anwohnern, die erst von der Baufirma über die genauen Sperrzeiten informiert werden. Dem Betreiber eines ansässigen Gewerbebetriebes, der auf Anlieferungen angewiesen ist, von denen seine Existenz abhängt, muss ebenso geholfen werden, wie dem Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAW), dessen 40 Einstellmöglichkeiten auf dem Parkdeck nicht mehr erreichbar sein werden. Die Empfehlung, auf den öffentlichen Personennahverkehr zurückzugreifen, sei nicht für jeden eine passende Alternative, meinte eine Vertreterin des ZAW.

Die Stadt versprach, bei der Suche nach individuellen Lösungen behilflich zu sein. Letztendlich verantwortlich für Absprachen vor Ort werde jedoch die ausführende Baufirma sein. Sie werde den Kontakt zu jedem einzelnen Anlieger aufnehmen und stehe allen Fragen offen gegenüber. Die entsprechenden Ausschreibungen seien vorbereitet und gingen in der nächsten Woche raus.

Unmut unter den Anwesenden erregten nicht nur die zu erwartenden monatelangen Sperrungen. Auch die Erklärungen von Tiefbauamtsmitarbeiter Sebastian Schöne zur Straßenausbaubeitragssatzung wurden von einigen Hausbesitzern mit Murren aufgenommen. Von „Raubrittertum“ war die Rede. Man solle sich ein Beispiel an Leipzig, Bayern und Thüringen nehmen und die Erhebungen abschaffen. Hauptkritikpunkt mehrerer privater Anlieger: Sie würden zur Kasse gebeten werden, während „fünf Buslinien da durchrammeln, die viel Geld verdienen und die Straße kaputtfahren“. Aus diesem Grund wurde sogar die Rechtmäßigkeit der Satzung angezweifelt, weil eine Straße, auf der fünf Linien zwischen Zwenkau und Leipzig verkehrten, überörtlichen Charakter hätte und somit die Erhebungspflicht entfiele. Dem widersprach Schöne sachlich.

Markkleeberg verteilt 24 Prozent der möglichen 50 Prozent auf die Anwohner, bei geschätzten Baukosten von 1,3 Millionen Euro sind das abzüglich der Fördermittel 315 000 Euro, die umgelegt werden. Konkret käme man auf 3 bis 3,50 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche, die je nach Nutzungsfaktor, bei drei Geschossen wäre der 1,5, multipliziert werden müssten. Genaue Summen könnten jedoch erst errechnet werden, wenn die Schlussrechnungen der Bauunternehmen vorlägen, so Schöne. Das könne noch anderthalb Jahren dauern.

Von Gislinde Redepenning

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