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In knapp einem Jahr zur stärksten Buslinie im Landkreis Leipzig

„Der Markkleeberger“ In knapp einem Jahr zur stärksten Buslinie im Landkreis Leipzig

Der Plan ist mehr als aufgegangen: Die im vorigen Dezember neu eröffnete Stadtbuslinie 106 hat sich nicht nur etabliert, sie hat ganz wesentlich zu einem „exorbitanten“ Fahrgastanstieg auf den Markkleeberger Buslinien geführt.

Vor knapp einem Jahr hier in Dienst gestellt, entwickelte sich „Der Markkleeberger“ zur fahrgaststärksten Linie im Kreisgebiet.

Quelle: Andre Kempner

Markkleeberg. Der Plan ist mehr als aufgegangen: Die im vorigen Dezember neu eröffnete Stadtbuslinie 106 hat sich nicht nur etabliert, sie hat ganz wesentlich zu einem „exorbitanten“ Fahrgastanstieg auf den Markkleeberger Buslinien geführt. Regionalbus-Chef Andreas Kultscher und Markkleebergs OBM Karsten Schütze (SPD) erklärten am Montag weitere Schritte.

„Nach knapp einem Jahr kann ich sagen, die 106 ist unsere stärkste Omnibuslinie im gesamten Landkreis“, erläuterte Kultscher. Nach den aktuellen Zählungen und der Hochrechnung werde sie bis Mitte Dezember von rund 230 000 Fahrgästen genutzt worden sein. Zusammen mit den anderen in Markkleeberg verkehrenden Linien 100 und 107 ergebe sich ein Fahrgastanstieg zwischen 2014 und jetzt von 30 Prozent. Ein sensationeller Wert, der in der Kürze der Zeit – neue Buslinien brauchen üblicherweise bis zu drei Jahre, um sich zu etablieren - kaum zu erwarten war. „Exorbitant“, meinte denn auch Kultscher.

Die Linie verbindet im 30-Minuten-Takt die Markkleeberger Stadtteile vom S-Bahnhof Großstädteln über Zöbigker mit dem Zentrum und dem dortigen S-Bahnhof und führt weiter bis nach Markkleeberg-Ost und ins Gewerbegebiet Wachau. Dort teilt sie sich in einen Ast Richtung Leipzig-Probstheida und den dortigen LVB-Tramanschluss sowie einen Ast Richtung Auenhain und Kanupark sowie während der Saison weiter über Güldengossa und Störmthal bis zum Anleger von Lagovida am Störmthaler See (die LVZ berichtete).

Die stärkste der 28 Haltestellen der Kernlinie sei natürlich der S-Bahnhof Markkleeberg-Mitte, gefolgt von dem in Großstädteln, erklärte Kultscher. Das zeige die starke Vernetzung der Linie mit dem gesamten ÖPNV. Das Konzept für die Linie sei damit voll aufgegangen.

Die Busse seien morgens – auch mit den Schülern und Azubis – am stärksten genutzt. „Aber an Samstagen befördern wir immer noch etwa die Hälfte der Passagiere eines normalen Werktages, sonntags etwa 20 Prozent“, erklärte der Bus-Manager. Die mittlere Belegung eines Busses betrage an einem Werktag zwölf Fahrgäste, an einem Samstag sieben und an einem Sonntag immer noch sechs. „Der Markkleeberger ist damit ein Mutmacher. Er zeigt, dass unser Prinzip der Stadtbuslinie funktioniert.“ Das habe schon überregional bei Verkehrskonferenzen für Aufsehen gesorgt. Das ermutige ihn auch, ähnliche Projekte im ländlichen Raum anzugehen, so Kultscher. Aktuell werde an einem Konzept gearbeitet, wie künftig der gesamte Südraum Leipzig zwischen Borna und Markkleeberg besser erschlossen werden kann.

OBM Schütze berichtete von geradezu euphorischen Busnutzern der 106 aus Auenhain, Wachau und Markkleeberg-Ost. Firmenchefs, aber auch die Betreiber der Campingplätze seien geradezu begeistert von der neuen Anbindung und den Möglichkeiten für ihre Betriebe. Für Schütze mit das Wichtigste: „Diese Busse transportieren nicht nur Schüler.“ Gerade in ländlichen Bereichen sei es oft eine falsche Annahme von Lokalpolitikern, dass sich über den Schülerverkehr hinaus nichts ändern ließe. „Der Markkleeberger“ zeige sehr wohl, dass es auch anders gehe, wenn Angebot und Bedarf besser aufeinander zugeschnitten seien.

Kultscher und er arbeiteten an dem Thema ständig weiter, so Schütze. Zu aktuell 15 Haltestelle gebe es Ideen, sie noch zu verbessern. So solle im Hafen Zöbigker nach den nötigen Umbauten vermutlich schon im nächsten Jahr eine Haltestelle eröffnen. Ihm schwebe eine solche auch bei Marktkauf in der Städtelner Straße sowie in der Koburger Straße nahe Aldi vor. Mit letzterer könne zugleich eine Haltestelle aus dem Wohngebiet herausgeholt und über die Abendsonne fußläufig eine kurze Anbindung an den Cospudener See und den dortigen Badestrand erreicht werden.

Von Jörg ter Vehn

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