Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Interimskita im Markkleeberger Stadtrat umstritten
Region Markkleeberg Interimskita im Markkleeberger Stadtrat umstritten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:37 09.08.2015
Heiß begehrt: Diese Steppkes haben einen Krippenplatz. Quelle: André Kempner
Anzeige
Markkleeberg

"Wie viele Kinder brauchen wirklich einen Platz?", wollte Christian Funke (CDU) wissen. OBM Karsten Schütze (SPD) wiederholte, was er beim Grundsatzbeschluss im Juli erklärt hatte: "Stadt und Kreis gehen von einem Defizit von 72 Krippenplätzen im Schuljahr 2015/16 aus." Dass die Container-Kita, die Ende Oktober bezugsfertig sein soll, nur für 60 Ein- bis Dreijährige ausgelegt wird, wunderte Diane Apitz (Grüne).

"Die quadratische Lösung ist wirtschaftlich, erlaubt aber nur 60 Plätze", sagte Schütze. Bürgermeister Philipp Staude ergänzte: "Ab 63 Plätzen sind die baulichen Anforderungen höher, die Kosten würden über eine Million Euro steigen." Fehlende Plätze könnten über Anmietungen in Großpösna gedeckt werden. Außerdem werde im Rathaus die Hoffnung gehegt, dass nicht alle Eltern Anspruch erheben, so Schütze.

Annett Zange (CDU) schlug vor, auf das teure Interim zu verzichten, stattdessen lieber Klagen in Kauf zu nehmen. Schütze warnte, das Risiko einzugehen: "Der Verdienst in Markkleeberg liegt weit über dem sächsischen Durchschnitt. Die Summe, die wir im Zweifelsfall zahlen müssten, wäre schrecklich hoch." Zange fürchtete ihrerseits für 2016/17 massive Kürzungen in anderen sozialen Bereichen. "Kita-Plätze bereitzustellen, ist unsere Pflichtaufgabe. Wir haben gar keine Wahl. Und der Rechtsanspruch belastet alle Kommunen. Die Inanspruchnahme ist seit 2013 rasant auf jetzt 94 Prozent gestiegen."

Andreas Hesse (CDU) blieb hartnäckig. "Da sind doch arbeitslose Eltern dabei, die gar keinen Verdienstausfall geltend machen können." Erstens habe Markkleeberg eine sehr niedrige Arbeitslosenquote, zweitens habe ausnahmslos jede Familie Anspruch auf einen Kita-Platz, erwiderte Schütze.

Hesse störte noch etwas anderes: "Vor ein paar Wochen haben wir die neue Vergabeordnung verabschiedet, jetzt werden die Container freihändig vergeben." Angesichts der angespannten Lage auf dem Containermarkt, der engen Zeitschiene und zwei von anderen Projekten vorliegenden günstigen Angeboten der Firma Algeco sei das einfach die schnellste Lösung, sagte Staude.

Gerhard Pötzsch (CDU) warf der Stadt vor, zu spät reagiert zu haben. Was Staude abwies: "Wir haben nicht geschlafen, sondern allein 2013 über 200 neue Plätze geschaffen. Jetzt ziehen wir den Bau der Kita Sonnenweg vor, in Gaschwitz kommt 2016 die WBG-Kita."

Rosemarie Jahn (Linke) erinnerte an eine frühere Ratssitzung, als Eltern lautstark mit ihren Kindern auf ihre schwierige Situation hingewiesen hatten. "Denken Sie doch an die Familien", bat sie ihre Kollegen. Am Ende votierten zwölf Abgeordnete für die Interimskita, sechs dagegen, einer enthielt sich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2015
Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Milch macht müde Männer munter - und Lust auf Entdeckungen. Das wünschen sich in Anlehnung an den aus den 50er Jahren stammenden Werbeslogan der Tourismusverein Leipziger Neuseenland und die Stadt Markkleeberg.

08.08.2015

Großpösna. Yael, Yuval, Shahar, Iyar, Niv, Shiraz: Die Vornamen der zwölf israelischen Jugendlichen aus Rishon nahe Tel Aviv sind hierzulande ungewöhnlich. Aber eben nur hier.

08.08.2015

30 Grad im Schatten, die Sonne brennt. Wer konnte, ging gestern baden, Familien mit kleinen Kindern gern ins beschauliche Agra-Bad. Dass das mit nicht mal 250 Quadratmetern Wasserfläche kleinste Freibad Sachsens gemäß Stadtratsbeschluss Mitte September für immer seine Tore schließen wird (die LVZ berichtete), wussten einige Gäste noch gar nicht.

08.08.2015
Anzeige