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Markkleeberg Investoren sauer auf Politik: "Es gibt überhaupt keine Planungssicherheit"
Region Markkleeberg Investoren sauer auf Politik: "Es gibt überhaupt keine Planungssicherheit"
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14:25 19.05.2015
Die ersten Gäste wohnen zur Probe in Lagovida. Quelle: André Kempner

Denn die Investoren fühlen sich von der Politik allein gelassen, wollen die Probleme auch offen ansprechen.

Die Liste der Vorfälle ist lang, erhält fast täglich ein neues Kapitel: Da saniert die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) seit Jahren mit zig Millionen Steuergeldern den Störmthaler See, um dann beim Bau von Lagovida festzustellen, dass dort noch Filterbrunnen überprüft werden müssen. Da bricht beim Hochwasser im Vorjahr der Göselbach in den See, reißt eine tiefe Schlucht ins Ufer und Landmassen davon - aber am Konzept, wie das künftig vermieden werden soll, wird immer noch - wohlgemerkt - geplant. Da eröffnet vor wenigen Wochen Landwirtschaftsminister Frank Kupfer feierlich den Störmthaler See für ale Gäste, aber wenige Tage darauf stoppt die LMBV die Zulassung jedes neuen motorgetriebenen Bootes. Die Böschungen könnten ja Schaden nehmen, so das Bundesunternehmen. Und das hatte sich vorher schon per Vertrag von der Gemeinde weitgehend aus der Haftung befreien lassen.

Allein das neueste Verhalten der LMBV habe in Lagovida zu acht Kündigungen von Bootsliegeverträgen geführt, so Geschäftsführer René Stolle. "Und das Schlimmste daran: Wir können den Leuten nicht mal sagen, warum das so ist", erklärt Lagovida-Erbauer Rüdiger Renno. Denn auf den Treffen der verschiedenen Gruppen zum Südraum werde zwar viel besprochen, "aber die Realität sieht anders aus."

"Alle wollen die touristische Entwicklung, aber keiner die Menschen, die dazugehören", ist seine Meinung. Sobald Entscheidungen konkret würden, zögen sich alle zurück und würden auf den anderen zeigen. Auch die Frage nach Motorbooten sei so ein Fall. Niemand könne ihm bis heute konkret sagen, warum diese nicht möglich seien auf den Tagebaugewässern. "Auf dem Bodensee, immerhin ein Trinkwassereinzugsgebiet, sind 35 Prozent Motorboote unterwegs - ohne Probleme" sagt Renno. Und die Lenkungsgruppe zu den Seen müsse gar nicht nur zum Chiemsee schauen nach Lösungen, Brandenburg genüge schon. Bekanntlich fahren rund um Berlin ebenfalls Tausende von motorgetriebenen Booten.

Renno schimpft nicht allein. Auch Rüdiger Pusch vom benachbarten Vineta-Bistro beklagt, dass ihm von den Behörden ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen würden. So habe er auf Anraten der obersten Wasserbehörde aus Dresden ein ganz besonderes Boot für den Fährdienst angeschafft. "Nur um dann vom hiesigen Landratsamt zu hören, dass dieser Motor auf dem Störmthaler See nicht betrieben werden dürfte", seufzt er. Folge: Wieder erhöhte Investitionen für eine andere Maschine. Pusch: "Vier verschiedene Behörden sind für uns zuständig. Es gibt überhaupt keine Planungssicherheit."

Beim Thema E-Motoren für die Tagebauseen hat er bereits kapituliert. Für den Hobbybereich gebe es zwar Lösungen, aber im Profibereich etwa für den Verleih seien diese "viel zu teuer", erklärt er. Zudem gebe es zu den Batterien nach wie vor Sicherheitsbedenken. "Für uns ist das Risiko zu hoch, sowohl das finanzielle als auch das des Betriebs", sagte er. "Wir machen da nicht mit."

Auf dem Chiemsee könne es solche Lösungen ja geben. Aber da sei wegen der höheren Preise und der stärkeren Besucherzahlen auch die Refinanzierung einfacher. Bei den prognostizierten Zahlen für den Störmthaler See lohne es sich nicht, sei das wirtschaftliche Risiko viel zu groß.

Pusch sprach sich dafür aus, die Seen differenzierter zu betrachten. So gebe es auf dem Störmthaler See durch die Windausrichtung eine bis zu einem Meter hohe Welle, gegen die Elektroboote kaum ankämen. Daher seien Übergangsfristen sinnvoll, um nach der besten Lösung zu suchen.

Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) sieht in den Fragen "ein Stück weit" die Politik in der Schuld. "Wir können als Behörden nicht auf der einen Seite von den Steuergeldern leben, die uns auch die Unternehmer zahlen. Und auf der anderen Seite schaffen wir den Firmen nicht die Rahmenbedingungen, die wir ihnen vorher versprochen haben", beklagt sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.06.2014
Jörg ter Vehn

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