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Ja-Wort im Stundentakt

Ja-Wort im Stundentakt

Hochzeitsmarathon am Silvestertag: Gleich sieben Paare haben am letzten Tag des Jahres 2013 im Zwenkauer Rathaus Ja gesagt. Einige nahmen dafür bis zu 200 Kilometer in Kauf, reisten aus Berlin, Potsdam oder Bernburg an.

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Der große Moment für die Markkleeberger Astrid Seidel und Tim Böhlig im Ratssaal. Sie sagten am Silvestertag vor Standesbeamtin Kathrin Kutzner und ihren Familien und Freunden Ja zueinander, wie sechs weitere Paare, die extra am Dienstag nach Zwenkau kamen.

Quelle: Armin Kühne Kuehne

Zwenkau. Für Standesbeamtin Kathrin Kutzner kein Problem. Die Marathonläufern blieb trotz verspäteten Gästen und weinenden Bräuten gelassen.

Was hat Zwenkau, was andere Standesämter nicht haben? Die Antwort ist einfach: Öffnungszeiten, die sich am Bedarf heiratswilliger Paare orientieren. Und das hat sich inzwischen über die Stadt- und Landesgrenzen herumgesprochen. Standesbeamtin Kathrin Kutzner schmunzelt: "Wir sind die einzigen weit und breit, die an Heiligabend und am Silvestertag trauen. Warum auch nicht, ist doch eine schöne Sache und ein besonderes Datum."

2013 hat die 44-Jährige insgesamt 177 Ehen und zwei gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerschaften geschlossen. Davon waren 85 Prozent Auswärtige, 15 Prozent Zwenkauer. 75 Mal wurde während der Sommermonate im neu gestalteten Pavillon im Rathausinnenhof getraut. 18 Paare gaben ihre Eheversprechen am Trianon im Eichholz. Im wörtlichen Sinn schipperten 22 Brautpaare an Bord der MS "Neuseenland" auf dem Cospudener See und sieben mit der MS "Santa Barbara" auf dem Zwenkauer See in den Hafen der Ehe. Besonders gefragt waren der 13. Juli und der 31. Dezember mit jeweils sieben Hochzeiten, dicht gefolgt vom 31. August mit sechs und der 13. September mit immerhin noch vier Paaren. Heiligabend wollte indes nur eines heiraten.

Auch wenn Kutzner 2013 ordentlich zu tun hatte, es gab schon bessere Jahre. "2012 war unser bisher stärkstes mit 186 Trauungen", erzählt die junge Frau. Während sich ihre Kollegen am Dienstag zuhause gemütlich auf ihre Silvesterpartys vorbereiteten, traute Kutzner von 10 bis 17 Uhr im Stundentakt, schleppte Sektkisten und -gläser, legte Wunsch-CDs ein, beruhigte aufgeregte Bräute, erklärte die Sitzordnung und wartete geduldig auf zu spät kommende Hochzeitsgäste.

Auch mit Astrid Seidel und Tim Böhlig. Die 31-Jährige und der 40-Jährige hatten es als Markkleeberger zwar nicht weit nach Zwenkau, die Stadt kannten aber auch sie vorher nicht. "Zwenkau war die einzige Möglichkeit Silvester zu heiraten, also haben wir sie wahrgenommen", erklärte der Bräutigam. Kennen gelernt haben sich die beiden - er Automobilkaufmann, sie Vertriebsassistentin - vor zwei Jahren. "Sein Junior-Chef war damals mein Nachbar", verriet die Braut, die vorm Ratssaal kaum die Tränen zurückhalten konnte. Nach dem amtlichen Teil ging es mit einer weißen Stretchlimousine zurück nach Markkleeberg in die Parkgaststätte zur großen Feier mit gratis Feuerwerk.

Feiern konnte auch Kutzner noch, am Abend ganz privat mit Freunden. Mit dem letzten Paar hatte sie noch angestoßen. Bei allen anderen übte sie Zurückhaltung. "Wenn ich mit allen ein Glas Sekt trinke, würde die letzte Trauung wahrscheinlich sehr lustig werden. Das kann ich nicht machen", meinte die Standesbeamtin nach getaner Arbeit zufrieden lächelnd.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.01.2014
Ulrike Witt

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