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Ja zum Sportbad bringt Aus fürs Agra-Bad

Ja zum Sportbad bringt Aus fürs Agra-Bad

Der Markkleeberger Stadtrat hat sich noch einmal für den Bau des Sportbades am Bahnhof ausgesprochen. Wir berichtet, hatte die Sächsische Aufbaubank den Beschluss wegen des ausstehenden Haushalts 2013 zur Bedingung für die Bearbeitung des Fördermittelantrages gemacht.

Markkleeberg. So weit die gute Nachricht, die schlechte: Das Agra-Bad soll 2015 geschlossen werden.

Das Sportbad ist für viele Markkleeberger eine Herzenssache, das ist auch den Abgeordneten klar. Erst recht vor der Oberbürgermeisterwahl. Insofern war es nicht überraschend, dass SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Müller sofort verkündete: "Wir stehen 100 Prozent hinter dem Beschluss." Nicht dafür und nicht dagegen - diesen Kurs verfolgte die CDU und blieb damit ihrem finanzpolitischen Gewissen treu.

"Uns ist bewusst, dass die Markkleeberger das Schwimmbad wollen und es als Schulschwimmstandort eminent wichtig ist. Aber ich halte die 185000 Euro Betriebskosten für zu niedrig angesetzt", erklärte Landtagsmitglied Oliver Fritzsche. Er glaube, dass die Stadträte bei der Bewertung der Folgekosten an ihre Grenzen stoßen. "Deshalb meine Bitte an die Sächsische Aufbaubank: Wir brauchen für ein effizientes Betreiberkonzept Ihre Unterstützung. Schauen Sie auf die Zahlen."

Den Bau des Sportbades mit dem Aus des Agra-Freibades zu verknüpfen, halte er hingegen finanzpolitisch für richtig, sachlich aber schwer nachvollziehbar. Bürgermeister Philipp Staude, der die Ratssitzung erneut in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters Bernd Klose (SPD) leitete, machte unumwunden deutlich: "Das Agra-Bad ist ein wesentlicher Finanzierungsbeitrag. Eine Kröte, die wir jetzt gemeinsam schlucken müssen."

FDP-Mann Matthias Kunze wollte nicht schlucken. "Vielleicht gibt es eine andere Lösung?", hakte er nach. Wenn die Stadt plötzlich zu viel Geld käme, stände einer Sanierung sicher nichts entgegen, meinte Sozialamtsleiter Wolfgang Heinze. Indes, allein der Glaube fehle ihm. Kunze stellte den Antrag, den Passus Agra-Bad aus dem Beschluss zu nehmen, scheiterte aber.

Dieter Bormann betonte: "Die Linke ist ganz entschieden für das Sportbad, selbst wenn die Förderquote unter 50 Prozent liegen sollte." Der Grüne Joachim Schruth teilte Fritzsches Bedenken. "Das Agra-Bad ist in die Jahre gekommen. Es bringt nichts, die Entscheidung vor uns herzuschieben."

Ein grundsätzliches Problem mit dem Beschluss hatte Christoph Waitz von der FDP: "Im haushaltpolitischen Blindflug eine Entscheidung von solcher Tragweite zu treffen, halte ich für fragwürdig." Staude verwies auf den Haushalt 2012 und die darin enthaltene Investitionsplanung bis 2015. "Von einem Blindflug kann nicht die Rede sein. Dass wir noch immer keinen Haushalt vorlegen können, liegt auch nicht am fehlenden Engagement, sondern an der Doppik-Umstellung."

Die Entscheidung fiel letztlich überraschend deutlich aus: Von 22 Stadträten sprachen sich 17 für den Bau des Sportbades aus, fünf enthielten sich. Laut sächsischer Gemeindeordnung ein einstimmiges Votum.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.05.2013

Ulrike Witt

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