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Markkleeberg Japaner beeindruckt von Sachsens schönsten Dörfern
Region Markkleeberg Japaner beeindruckt von Sachsens schönsten Dörfern
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16:42 11.03.2018
Anne Richter, Christine Uhlmann, Yasushi Yamada, Fujimoto Tokihiko und Markus Thieme (v.l.) erkunden Dreiskau-Muckern. Das Dorf gehört zur Interessengemeinschaft „Sachsens Schönste Dörfer“. Quelle: Fotos: André Kempner
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Grosspösna

„Das ist eines der schönsten Dörfer“, schwärmt Fujimoto Tokihiko. Er läuft staunend durch Dreiskau-Muckern, freut sich über spielende Kinder, gackernde Hühner und streunende Katzen. Japanische Dörfer hätten ein großes Problem mit Landflucht, erzählt der 34-Jährige aus der Großstadt Shizuoka. Dreiskau-Muckern sei für ihn ein Beispiel dafür, wie ein ausgestorbener Ort wieder junge Familien anzieht. „Das Dorf hat eine starke Geschichte“, findet Tokihiko.

Er besuchte am Freitag zusammen mit Yasushi Yamada das Dorf bei Großpösna. Zunächst stärkten sie sich bei einem Mittagessen in der Alten Schäferei bei Christine Uhlmann, Ortschaftsrätin und Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft (IG) „Sachsens Schönste Dörfer“. Über die IG kam der Kontakt zu Tokihiko und Yamada zustande: Johannes von Korff besuchte 2015 den Jahreskongress der „Schönsten Dörfer der Welt“ in Japan. Dabei lernte er die beiden Besucher, die sich bei „Most Beautiful Villages of Japan“ engagieren, kennen und lud sie in den Freistaat ein.

Ländliche Bauweise, regionale Spezialitäten

Tokihiko und Yamada besuchten in der vergangenen Woche privat Wien und Prag. Sie hängten noch drei Tage an und reisten durch fünf sächsische Dörfer, die alle zur IG gehören. Ländliche Bauweise und regionale Spezialitäten überzeugen die Japaner: „Das ist eine fantastische Architektur“, sagt Yamada. Der 53-Jährige blickt auf Muckerns Dreiseithöfe.

Die sächsischen und japanischen Engagierten der „Schönsten Dörfer“ haben viel zu bereden. „Der Erfahrungsaustausch ist gut“, findet Uhlmann. „Alle schönsten Dörfer haben die selben Probleme. Etwa, wie man die alten Häuser am besten erhält.“ Es gebe ihr Kraft, zu sehen, dass es den Menschen überall auf der Welt ähnlich geht. Zunächst seien sie in Dreiskau-Muckern belächelt worden, als sie den „Schönsten Dörfern“ beitraten. Inzwischen unterstützt die Gemeinde das Bestreben der IG. 2011 ist Dreiskau-Muckern dem 2008 gegründeten Zusammenschluss „Sachsens Schönste Dörfer“ beigetreten.

Schönste Dörfer Sachsens: Denkmalschutz, Dorfentwicklung und Tourismus

Mit dem Besuch wollen die Sachsen ihr Netzwerk zu den japanischen Dörfern stärken. Irgendwann könnte es auch eine japanische Busreise durch Sachsens schönste Dörfer geben, die Idee sei aber erst im Entstehen, fügt Markus Thieme aus Dresden vom Beirat der IG hinzu. Ziele der schönsten Dörfer Sachsens sind Denkmalschutz, Dorfentwicklung und Tourismus. Durch Besuche wie den der Japaner kämen längerfristig mehr Touristen nach Dreiskau-Muckern, ist sich Thieme sicher. „Ich bringe das nächste Mal meine Familie und Freunde mit“, sagt Tokihiko und lässt seinen Blick über die Fachwerkhäuser schweifen.

Die internationalen Freunde sprechen über Braunkohle, Landflucht, Infrastruktur. Sie schlendern zum Familienbetrieb für Wildobstspezialitäten, testen Marmeladen. Weiter geht es bei Sonnenschein zur Werkstätte für Mosaikkunst im historischen Dreiseithof. Die weit gereisten Gäste sind beeindruckt von der Lebendigkeit im kleinen Dorf. Christine Uhlmann freut sich, dass die Besonderheiten des Ortes auch international begeistern. Und vielleicht führt sie ja schon bald eine japanische Reisegruppe durch das Dorf.

Von Theresa Held

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