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„Jeder Hammerschlag ist für die Tellschützer ein Signal der Hoffnung“

Wiederaufbau der Dorfkirche „Jeder Hammerschlag ist für die Tellschützer ein Signal der Hoffnung“

Gut zwei Jahre nach der verheerenden Brandnacht vom 10. Januar 2015 hat jetzt der Wiederaufbau der Tellschützer Dorfkirche begonnen. Bis Ende 2018 soll das damals bis auf die Grundmauern ausgebrannte, fast 500 Jahre alte Gotteshaus in neuer Pracht auferstehen.

Lange mussten die Tellschützer warten, jetzt wird die Dorfkirche wieder aufgebaut: Roland Goy (rechts) und Uwe Garnat legen dem rissigen Turm ein Korsett aus Edelstahlankern an.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Gut zwei Jahre nach der verheerenden Brandnacht vom 10. Januar 2015 hat jetzt der Wiederaufbau der Tellschützer Dorfkirche begonnen. Bis Ende 2018 soll das damals bis auf die Grundmauern ausgebrannte, fast 500 Jahre alte Gotteshaus in neuer Pracht auferstehen.

„Jeder Hammerschlag ist für die Tellschützer ein Signal der Hoffnung. Die Gemeinde ist sehr dankbar und glücklich über jeden noch so kleinen Baufortschritt“, sagt Pfarrerin Barbara Hüneburg bei der Bauberatung. Die Erleichterung ist ihr anzusehen. Im Baucontainer sitzt die Bauherrin jetzt wöchentlich mit Bauleiter Peter Bolze vom Ingenieurbüro Scherf/Bolze/Ludwig aus Silbitz, mit Tragwerksplaner Hans-Reinhard Hunger, Steinrestauratorin Birgit Mühler und Christian Gerling vom Spezialsanierungsbetrieb Bennert aus dem thüringischen Klettbach zusammen.

„Der Zeitplan ist eng getaktet. Eigentlich sollte es ja schon im Herbst 2016 losgehen“, erklärt Bolze. Anderthalb Jahre habe der sehr aufwendige Planungs-, Findungs- und Einigungsprozess im Vorfeld gedauert. Eingebunden waren die evangelische Landeskirche, das Regionalkirchenamt, das Landesamt für Denkmalpflege, der Landkreis als Bauaufsichtsbehörde, Fachplaner und natürlich die Kirchgemeinde. Die Baugenehmigung der Kirche lag, wie berichtet, bereits im Spätsommer vor, die des Landkreises erst im November.

Nun muss es Schlag auf Schlag gehen: Bis Ende Juni soll der Rohbau stehen, Kirchturm und -schiff überdacht sein. Dann könne das Gerüst fallen und der Innenausbau beginnen. „Aktuell laufen aber erst einmal die Kernbohrungen. Dem rissigen Turm wird ein Korsett aus sechs Meter langen und 60 Zentimeter dicken Edelstahlankern angelegt“, erläutert der Bauleiter. Parallel arbeiteten die Natursteinrestauratoren schon an der historischen Fassade, die Zimmerleute am Dachstuhl. Der Auftrag an den Dachdecker soll demnächst rausgehen.

„Wenn alles nach Plan läuft, könnte Ende April die Turmbekrönung aufgesetzt werden“, sagt Bolze. Bei aller Zuversicht warnt er aber auch: „Heute scheint die Sonne. Das täuscht. Wir sind noch mitten im Winter. Bis Ende März/Anfang April müssen wir noch mit Schnee und Frost rechnen. Verzögerungen um zwei bis drei Monate sind dadurch möglich.“

Ziel aller Beteiligten ist es, Ende 2018 die Kirchweihe des neuen Tellschützer Gotteshauses zu feiern. Bis dahin ist noch vieles zu tun: Noch seien nicht einmal die detaillierten Planungen für den Innenausbau der Kirche mit Wandbemalung, Altar, Gestühl, Glockenspiel und Orgel abgeschlossen, sagt Bolze.

Was der Wiederaufbau kostet, darüber hüllt sich Pfarrerin Hüneburg „noch“ in Schweigen. „Die Finanzierung ist seit Sommer 2016 gesichert. Das muss erst mal reichen“, meint Bolze. Bekannt ist, dass die Versicherung den Schaden, der durch einen technischen Defekt am elektrischen Antrieb der Turmuhr entstanden ist, anerkannt hat.

Von Ulrike Witt

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