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Markkleeberg Job mit Baby – Rockzipfel bietet Alternative
Region Markkleeberg Job mit Baby – Rockzipfel bietet Alternative
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17:25 20.03.2018
Die Rockzipfel-Mütter: Josephine Kehr mit Noah und Raphael, Katharina Wagner mit Karlotta und Silvia Plotzky mit Enzo (von links) auf dem Spielplatz Alt-Oetzsch. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Arbeiten und Spielen unter einem Dach – der Rockzipfel Verein will dies ab Herbst im neuen Eltern-Kind-Büro in Markkleeberg möglich machen. Das Konzept ist denkbar einfach: Schreibtisch anmieten und Kind mitbringen.

„Ich möchte für meinen knapp 18 Monate alten Sohn ganz bewusst keinen Kita-Platz“, sagt Josephine Kehr. Sie halte es mit Bindungsforscher Gordon Neufeld, nachdem Kinder unter drei Jahren nicht fremdbetreut werden sollten, um die Mutter-Kind-Bindung zu stärken. Was erst einmal gut klingt, hat einen Haken. „Nach dem ersten Jahr fällt mit dem Elterngeld eine Stange Einkommen weg. Darauf können aber die Wenigsten verzichten“, weiß die zweifache Mama. Also suchte die 30-Jährige nach einer Alternative. Im Rockzipfel-Eltern-Kind-Büro in Lindenau fand die Markkleebergerin eine Alternative und mit Silvia Plotzky, 39, in Connewitz und Katharina Wagner, 36, in der Südvorstadt zwei Gleichgesinnte.

Die Idee: „Während ein Teil der Eltern arbeitet, werden ihre Kinder von den anderen Eltern im benachbarten Spielzimmer betreut. Das heißt bei Bedarf auch gewickelt, gefüttert, schlafen gelegt und getröstet“, erläutert Plotzky, was neudeutsch auch gern Co-Working-Space genannt wird. Langzeitstillen, Windelfrei, Co-Sleeping und Tragen – alles werde unterstützt, „aber bitte ohne Dogma“, betonen die Frauen.

Inzwischen haben sie einen eigenen Rockzipfel-Verein in Markkleeberg gegründet, die Hausordnung samt Nutzungstarif schon festgeschrieben. Was noch fehlt sind die geeigneten, zentral gelegenen Räumlichkeiten. „Ein Objekt in der Nähe des Bahnhofs sagt uns wegen der guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr besonders zu“, so Kehr.

Die Zeit drängt, am 1. Oktober soll das Eltern-Kind-Büro schon eröffnet werden. Geplant sind zwei Vollzeit- und fünf Teilzeitplätze in mehreren Büros, die von Freiberuflern, Homeoffice-Arbeitern und Studenten gemietet werden. Die Mütter respektive Väter sollen rotieren, vier ganze oder auch halbe Tage arbeiten, einen Tag die Kinder im Spielzimmer betreuen. „Es geht nicht um billige Kinderbetreuung, sondern darum, sich gemeinschaftlich zu helfen“, stellt Wagner klar. Für Kehr trifft es das afrikanische Sprichwort „Um ein Kind zu erziehen, braucht man ein ganzes Dorf“. „Das ist doch eine schöne Vorstellung“, findet sie.

Interessierte können sich unter www.rockzipfel-markkleeberg.de oder bei Facebook unter Rockzipfel Markkleeberg informieren und Kontakt aufnehmen. Die Frauen freuen sich schon auf Mitstreiter – weibliche und männliche. Langfristig, wenn sich das Projekt etabliert hat, wollen sie im Eltern-Café zu Spielgruppen, Workshops und Vorträgen einladen und ein lokales Bündnis für Familien gründen. „Die ersten Gespräche mit dem Familienzentrum Lichtblick in der Hauptstraße hat es schon gegeben“, verrät Kehr.

Von Ulrike Witt

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