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Markkleeberg Jugendclub Gaschwitz soll an den Bahnhof umziehen
Region Markkleeberg Jugendclub Gaschwitz soll an den Bahnhof umziehen
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09:50 26.05.2016
Viel versiegelte Fläche: In das ehemalige Sparkassengebäude neben dem Gaschwitzer Bahnhof soll der Jugendclub nächstes Jahr einziehen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Der Jugendclub Gaschwitz soll sein Domizil in der Cröbernschen Straße 12a verlassen und in das ehemalige Sparkassengebäude am Bahnhof umziehen. Der Grund: Die Stadt Markkleeberg will nach mehreren erfolglosen Ausschreibungen endlich das seit Jahren leerstehende Gutshaus verkaufen. Im Stadtrat wurden die Umzugspläne kontrovers diskutiert.

„Alle Interessenten haben angegeben, dass eine Nutzung des Gutshauses und des Umfeldes nur als Einheit und erst nach Auszug und Abriss des Jugendclubs möglich ist. Und wenn wir das Haus nicht bald veräußern, müssen wir noch Geld für eine Interimsheizung in die Hand nehmen, damit es nicht weiter verfällt“, erklärte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Und die Idee hat durchaus Vorzüge: Denn auch der Jugendclub, früher Schulküche, ist marode. Ganz anders das Objekt am Bahnhof. Das ist baulich in gutem Zustand und seit dem Auszug der Sparkasse 2014 ungenutzt. Zu DDR-Zeiten war es schon einmal Jugendclub. Indes es gibt ein Manko: Statt einer grünen Oase erwartet die Jugendlichen am Bahnhof ein Parkplatz.

„Wir sollten nach Alternativen suchen, auch wenn das in Gaschwitz nicht einfach wird“, meinte CDU-Stadtrat Christian Funke. Sein Fraktionskollege Frank Fester stellte angesichts häufiger Personalwechsel den ganzen Jugendclub in Frage: „Wir sollten den Club und die Nutzung erst mal unter die Lupe nehmen, ob sich die Investition überhaupt lohnt.“ Markkleeberg erhalte als Mittelzentrum Fördermittel für zwei Jugendclubs, betonte der Oberbürgermeister. Außerdem leiste der neue Träger Christliches Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) gute Arbeit. Die Personalprobleme gehörten der Vergangenheit an, versicherte er.

„Es ist wichtig, dass wir Jugendlichen in Gaschwitz etwas anbieten“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Dieter Bormann. Rosemarie Jahn, ebenfalls Linke, betonte, dass es nicht sein könne, dass die Teenager mangels Personal vor verschlossenen Türen stehen. Sie hatte das Thema bereits im Winter in den Stadtrat gebracht. Außerdem wollte Jahn wissen, was aus der Skateranlage wird, die vor Jahren mit viel Mühe errichtet worden war. Da die Skateranlage aus mobilen Teilen bestehe, sei das Umsetzen problemlos möglich, sagte Schütze.

CDU-Stadtrat Karlheinz Eichler empfand das Sparkassengebäude als „ideal“, nachdem der Oberbürgermeister erläutert hatte, dass die Ertüchtigung dieses Objektes etwa 200 000 Euro kosten würde, der derzeitige marode Jugendclub derweil für fast eine Million Euro abgerissen und neu aufgebaut werden müsste.

„Wir haben natürlich Interesse daran, dass das Gutshaus nicht verfällt, aber es ist auch nicht richtig, den Umzug schön zu reden. In der Cröbernschen Straße gibt es ein großes Freigelände, am Bahnhof nicht“, sagte SPD-Stadtrat und Ortschaftsratsvorsitzender Günter Schwarze. Es sei dem Ortschaftsrat überhaupt nicht leicht gefallen, sich pro Umzug zu entscheiden, bestätigte auch Manfred Reuter von den Linken. Abgelehnt hatte das Vorhaben im April der Sozialausschuss, zugestimmt der Finanzausschuss.

„Wir können nur hoffen, dass die Jugendlichen nach dem Umzug nicht ausbleiben“, sagte Diane Apitz von den Grünen. Wie Schütze erklärte, wurde mit dem CJD und dem Jugendbeirat gesprochen. Als nächstes stehe ein Vor-Ort-Termin an. Das Kistenpacken plant die Stadt für 2017. Nicht so lange will sie mit der Ausschreibung des 21 000 Quadratmeter großen Gutes warten. Der Stadtrat sagte mit 13- Ja-, fünf Nein-Stimmen bei sechs Enthaltungen am Ende Ja zum Umzug.

Von Ulrike Witt

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