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Junge Zitzschener schreiben Dorfgeschichte(n)

Junge Zitzschener schreiben Dorfgeschichte(n)

Im nächsten Jahr steht ein rundes Jubiläum ins Haus. Der Zwenkauer Ortsteil Zitzschen wird 800 Jahre alt. Für vier junge Leute – Katja Löschner, Lukas Schubert, Marvin Grün und Daniel Kalis – ein Anlass, sich intensiv mit der Entwicklung ihres Heimatdorfes zu befassen.

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Zwenkau und seine Ortsteile im Flockenwirbel:

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Ihr Ziel: Sie wollen unter dem Titel „800 Jahre Zitzschen – Geschichte und Geschichten“ eine Festschrift herausgeben. Doch dafür braucht die Arbeitsgruppe des Heimatvereins Zitzschen dringend Unterstützung. Angesprochen sind nicht nur die aktuell knapp 500 Einwohner, sondern auch ehemalige Zitzschener, die heute anderswo zu Hause sind.

„Wir wollen zusammentragen, welche Vereine, Handwerksbetriebe, Läden und Kneipen es in unserem Dorf früher gegeben hat, aber auch welche Traditionen wie gepflegt wurden“, erklärt Kalis. Denn nur wenige, so das Maienaustragen und der Kirmestanz seien inzwischen wiederbelebt worden. „Damit die Festschrift nicht eine Sammlung trockener Fakten wird, suchen wir Geschichten aus dem Alltag – heiteres wie trauriges“, sagt Kalis. Fündig wurde er vor einigen Wochen zum Beispiel bei einem 85-Jährigen. „Der Rentner hatte so viel zu erzählen, dass aus einer halben Stunde ganz schnell drei wurden. Da ist hinterher viel zu ordnen, das kostet Zeit. Aber mit jeder Anekdote wird die Vergangenheit lebendiger“, schwärmt Ortschronist Kalis.

Im Sommer 2011 hatte sich die Zitschener Arbeitsgruppe zum ersten Mal getroffen. Inzwischen türmen sich im Wohnzimmer des 35-jährigen, studierten Kaufmanns zahlreiche Dokumente und Fotos. Dazwischen liegt ein kleiner Schatz – ein altes Gemeindebuch. „Entdeckt wurde es auf dem Dachboden, als das Gemeindeamt Mitte der 1990er-Jahre zu Wohnungen umgebaut wurde“, verrät Kalis. Die Aufzeichnungen in altdeutscher Schrift erlauben zumindest einen Einblick in die amtlichen Vorgänge der Jahre 1882 bis 1932.

Bunt wird das frühere Dorfleben aber durch die kleinen Geschichten am Rande – vom ersten Feuerwehrhauptmann Arthur Stöbe, vom Heringsbändiger Richard Straube, vom Kolonialwarenhändler Hempel und vom Kegelklub „Gut Holz“. Und so skurrile Storys wie die eines jungen Zitzscheners, der im 19. Jahrhundert lieber in den Krieg gezogen sein soll, als die von ihm geschwängerte Magd zu heiraten.

„Wir sind uns sicher, dass noch weit mehr Schätze gehoben werden könnten“, sagt Kalis. Deshalb bittet er die Nachbarn um Hilfe: „Schmeißen Sie ja nichts weg und halten Sie Ihre Erinnerungen am besten schriftlich fest, damit wir Jungen darauf aufbauen können.“ Das gilt auch für eine weitere Herkulesaufgabe, die sich die Arbeitsgruppe gestellt hat. Sie will eine Dokumentation aller Grundstücke und Straßenzüge erstellen. „Bei der Sichtung alter Fotos wissen wir oft nicht, wo die Bilder aufgenommen worden sind, weil sich alles verändert hat“, erläutert Kalis. Nicht selten werde er auch mit Spitznamen von Hauseigentümern konfrontiert, mit denen nur noch betagte Zitzschener etwas anfangen könnten. „Wenn wir solche Informationen einordnen wollen, brauchen wir Flurstücksnummern, Baujahre, Nutzungsarten, Besitzer – im Grunde jedes Detail“, sagt Kalis.

In den nächsten Wochen möchte die Arbeitsgruppe auch dank der LVZ-Leser einen großen Schritt weiterkommen. Dann soll der erste „Ortsgeschichtliche Stammtisch“ anberaumt und der Stand der Vorbereitungen präsentiert werden. Interessierte können sich per Mail an d.kalis@gmx.de melden.

Ulrike Witt

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