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Junges Leben im alten Pleißenhof

Junges Leben im alten Pleißenhof

Sie sind zwischen Ende 20 und Ende 30, Pädagogen, Mathematiker, Musiker und Informatiker. Was sie eint, ist der Wille, gemeinschaftlich nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten zu leben.

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Willkommen in Markkleeberg: 18 Erwachsene und - vorerst - 13 Kinder haben ihren Traum vom Wohnen in der Bornaischen Straße 68 in Markkleeberg-Ost gefunden. Die Pleißenhofgemeinschaft möchte den historischen Vierseithof schrittweise umbauen, Platz zum Leben und Arbeiten schaffen

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Mit dem historischen Pleißenhof in Markkleeberg-Ost haben sie ihr Traumdomizil gefunden: 18 Erwachsene und 13 Kinder.

"Hinter uns liegen aufregende Monate", erzählt Manuel Schandock. Der gebürtige Thüringer war es, der den Vierseithof 2012 entdeckte. "Durch eine Freundin war ich auf ein privates Hoffest eingeladen und erfuhr, dass der Pleißenhof verkauft werden soll." Stadtnah, unweit des Markkleeberger Sees mit viel Raum für Ideen habe ihn das Kleinod nicht mehr losgelassen. "Nach so etwas hatte ich schon länger gesucht", sagt Schandock und fand Begeisterte in seinem Freundeskreis. Allerdings zerfiel die erste Gruppe schnell, neue Interessenten kamen hinzu, sprangen teilweise wieder ab.

"Es war nicht einfach, sich ideologisch anzunähern. Die Frage, wie viel gemeinschaftliches Leben soll es werden und wie individuell kann es werden, hat uns sehr beschäftigt", gesteht der Soziologe. Denn eines war immer klar: "Wir wollen sozial und ökologisch hochwertige Wohn-, Arbeits- und Lebensbedingungen schaffen, aber keine Kommune sein, sondern Familien in einem Mehrparteienhaus, die zusammen leben, arbeiten und feiern." Im Mai 2013 wagte die Pleißenhofgemeinschaft mit der Gründung einer Genossenschaft den nächsten Schritt. Inzwischen ist das erste Genossenschaftsbaby geboren und der Kaufvertrag unterzeichnet. Seit vergangener Woche sind die "Genossen", wie sie sich nennen, nun auch im Besitz der Schlüssel.

Jetzt wollen die Pleißenhöfler das im Jahr 1736 errichtete und wie das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz stehende Herrenhaus aus- und umbauen. Im Frühjahr 2014 sollen die ersten Umzugswagen rollen. Allein ist das nicht zu schaffen. "Wir sind zwar beruflich breit aufgestellt, aber Handwerker haben wir nicht dabei. Deshalb müssen wir diesen Part Firmen überlassen", sagt Vorstandsmitglied Sabine Weiler und schmunzelt. Die junge Mutter, gebürtig aus Stuttgart, hat durch das Studium nach Leipzig gefunden. So wie viele Mitglieder der Pleißenhofgemeinschaft, darunter einige Thüringer, Süddeutsche und auch ein Berliner.

"Der Umbau des Herrenhauses wird ein Spagat. Einerseits möchten wir alle moderne Wohnungen haben, andererseits den Charme des Alten bewahren", sagt Weiler. Fest steht, dass die Eingangshalle erhalten werden soll. Da die 450 Quadratmeter Wohnfläche im Herrenhaus nicht Platz für alle bietet, werden das Dach und in spätestens drei Jahren auch die Malzdarrenscheune ausgebaut. Im 19. Jahrhundert vermutlich Teil einer Ausspanne gilt es mit seinem Kreuzgratgewölbe und den charakteristischen Gaubenbändern als Einzeldenkmal. "Wir möchten die Geschichte nicht nur fortschreiben, sondern nach und nach ergründen. Wer uns dabei helfen will, ist jederzeit willkommen", betont Schandock.

Generell soll der Pleißenhof offen nach außen sein. Die anderen Scheunen und der Gewerberiegel, in dem sich noch Lagerräume befinden, könnten an Handwerker und Künstler vermietet werden. Die "Genossen" sehen schon Werkstätten, Ateliers und Büros, einen Hofladen mit Café, aber auch Kinder, die im idyllischen Bauerngarten mit alten Obstbäumen und unverbaubarem Blick ins Grüne spielen und Hoffeste mit Musik und Literatur.

Wichtig ist ihnen auch ein guter Draht zu den Nachbarn. "Wir möchten den Pleißenhof mit dem Umfeld verweben, vielleicht auch über einen Förderverein", sagt Weiler. Ihr Ideal sei eine Gemeinschaft, von der kulturelle Strahlkraft ausgeht. Vorerst bedeutet der Vierseithof aber vor allem jede Menge Arbeit. Schandock und Weiler sind überzeugt, dass sie es gemeinsam packen werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.11.2013
Ulrike Witt

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