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Kameraden fordern „Lohn“ für Ehrenamt

Kameraden fordern „Lohn“ für Ehrenamt

Warme Worte und selbst die neu gestiftete Verdienstmedaille der Stadt reichen den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Markkleeberg nicht mehr. Der Frust über die Abfuhr des Freistaates bei der Feuerwehrrente sitzt tief.

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Dank für ihre Einsatzbereitschaft: Die von der Stadt neu gestiftete Verdienstmedaille im Feuerwehrwesen haben sieben Kameraden erhalten.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Aber nicht nur der: Lange Wartezeiten an der Landesfeuerwehrschule drücken ebenso wie das stete und oft erfolglose Werben um Nachwuchs. Das macht die Frauen und Männer in Blau wütend. Allen voran Stadtwehrleiter Rainer Walther. „Während die Zusammenarbeit auf örtlicher Ebene gut funktioniert, ist davon auf Landkreisebene nichts zu spüren“, schimpfte er dieser Tage bei der Jahreshauptversammlung in der Wachauer Linde. Mit der Kreisgebietsreform sei die fachliche Unterstützung praktisch weggefallen, die Ausbildung lasse stark zu wünschen übrig und eine Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit gebe es auch nicht mehr. „Das Einzige was noch funktioniert, ist die Dienstleistung des feuerwehrtechnischen Zentrums“, wetterte Walther vor 76 Anwesenden, darunter auch Kreisbrandmeister Andreas Rüssel. Aus Walthers Sicht sei es nicht gelungen, Synergien zu nutzen. „Wir befinden uns momentan noch im Krieg der Systeme und Personen der Altlandkreise“, meinte der Wehrchef. Er habe inzwischen Konsequenzen gezogen und alle Funktionen im Kreis abgegeben, „da eine Diskussion über neue Wege insbesondere in Sachen Personalentwicklung nicht gewollt und gewünscht war“.Diskussionen wird es demnächst aber ganz sicher im Markkleeberger Stadtrat geben. Denn die 191 Kameraden, davon 109 aktive Mitglieder, wollen ihr ehrenamtliches Engagement – allein 2009 weit mehr als 10 000 Stunden – honoriert sehen. Und nicht nur das: Sie glauben, dass nur materielle und finanzielle Anreize den Bestand der Wehr auf Dauer sichern können. Andreas Knoll, Vorsitzender des Ortsfeuerwehrausschusses Markkleeberg-West, überreichte Bürgermeister Philipp Staude eine Petition, deren Inhalt einiges kosten wird. So fordern die Kameraden die Erhöhung ihrer Aufwandsentschädigung von 3,50 auf 5 Euro, die Schaffung einer Planstelle „Technischer Mitarbeiter Feuerwehrwesen“, die Befreiung von kommunalen Steuern und Gebühren, drei Prozent Mietzuschuss, Hilfe bei Hartz IV, Krippen- und Kindergartenplätze, die Förderung von Wohneigentum, freien Zutritt zu allen Sport- und Freizeitanlagen sowie Veranstaltungen, bevorzugte Einstellung von Feuerwehrmitgliedern und nach Dienstjahren gestaffelte Prämien von 500 bis 5000 Euro.Überzogen finden die Kameraden, die gerade mal ein Prozent der Markkleeberger Bürgerschaft ausmachen, ihre Vorstellungen nicht. Schließlich stünden sie rund 330 Tage im Jahr zum Schutz des Gemeinwohls ein, qualifizierten sich in ihrer Freizeit zum Spezialisten für Notfallmanagement, brächten in durchschnittlich 25 Jahren bei 825 Einsätzen wenn nicht ihr Leben, so zumindest ihre Gesundheit in Gefahr, und nähmen Einschnitte im Privatleben in Kauf.„Uns ist bewusst, dass die Verantwortlichen in der Stadt die Notwendigkeit einer Freiwilligen Feuerwehr anerkennen. Umso mehr muss es aber allen Beteiligten gelingen, gut ausgebildete Leute zu halten und neue zu gewinnen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Rathaussprecher Daniel Kreusch teilte gestern auf Anfrage mit: „Die Petition wird geprüft.“Markkleeberg. Warme Worte und selbst die neu gestiftete Verdienstmedaille der Stadt reichen den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Markkleeberg nicht mehr. Der Frust über die Abfuhr des Freistaates bei der Feuerwehrrente sitzt tief. Aber nicht nur der: Lange Wartezeiten an der Landesfeuerwehrschule drücken ebenso wie das stete und oft erfolglose Werben um Nachwuchs. Das macht die Frauen und Männer in Blau wütend. Allen voran Stadtwehrleiter Rainer Walther.„Während die Zusammenarbeit auf örtlicher Ebene gut funktioniert, ist davon auf Landkreisebene nichts zu spüren“, schimpfte er dieser Tage bei der Jahreshauptversammlung in der Wachauer Linde. Mit der Kreisgebietsreform sei die fachliche Unterstützung praktisch weggefallen, die Ausbildung lasse stark zu wünschen übrig und eine Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit gebe es auch nicht mehr. „Das Einzige was noch funktioniert, ist die Dienstleistung des feuerwehrtechnischen Zentrums“, wetterte Walther vor 76 Anwesenden, darunter auch Kreisbrandmeister Andreas Rüssel. Aus Walthers Sicht sei es nicht gelungen, Synergien zu nutzen. „Wir befinden uns momentan noch im Krieg der Systeme und Personen der Altlandkreise“, meinte der Wehrchef. Er habe inzwischen Konsequenzen gezogen und alle Funktionen im Kreis abgegeben, „da eine Diskussion über neue Wege insbesondere in Sachen Personalentwicklung nicht gewollt und gewünscht war“.Diskussionen wird es demnächst aber ganz sicher im Markkleeberger Stadtrat geben. Denn die 191 Kameraden, davon 109 aktive Mitglieder, wollen ihr ehrenamtliches Engagement – allein 2009 weit mehr als 10 000 Stunden – honoriert sehen. Und nicht nur das: Sie glauben, dass nur materielle und finanzielle Anreize den Bestand der Wehr auf Dauer sichern können. Andreas Knoll, Vorsitzender des Ortsfeuerwehrausschusses Markkleeberg-West, überreichte Bürgermeister Philipp Staude eine Petition, deren Inhalt einiges kosten wird. So fordern die Kameraden die Erhöhung ihrer Aufwandsentschädigung von 3,50 auf 5 Euro, die Schaffung einer Planstelle „Technischer Mitarbeiter Feuerwehrwesen“, die Befreiung von kommunalen Steuern und Gebühren, drei Prozent Mietzuschuss, Hilfe bei Hartz IV, Krippen- und Kindergartenplätze, die Förderung von Wohneigentum, freien Zutritt zu allen Sport- und Freizeitanlagen sowie Veranstaltungen, bevorzugte Einstellung von Feuerwehrmitgliedern und nach Dienstjahren gestaffelte Prämien von 500 bis 5000 Euro.Überzogen finden die Kameraden, die gerade mal ein Prozent der Markkleeberger Bürgerschaft ausmachen, ihre Vorstellungen nicht. Schließlich stünden sie rund 330 Tage im Jahr zum Schutz des Gemeinwohls ein, qualifizierten sich in ihrer Freizeit zum Spezialisten für Notfallmanagement, brächten in durchschnittlich 25 Jahren bei 825 Einsätzen wenn nicht ihr Leben, so zumindest ihre Gesundheit in Gefahr, und nähmen Einschnitte im Privatleben in Kauf.„Uns ist bewusst, dass die Verantwortlichen in der Stadt die Notwendigkeit einer Freiwilligen Feuerwehr anerkennen. Umso mehr muss es aber allen Beteiligten gelingen, gut ausgebildete Leute zu halten und neue zu gewinnen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Rathaussprecher Daniel Kreusch teilte gestern auf Anfrage mit: „Die Petition wird geprüft.“

Ulrike Witt

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