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Markkleeberg Karl Detlef Mai dokumentiert den Landschaftswandel
Region Markkleeberg Karl Detlef Mai dokumentiert den Landschaftswandel
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07:00 10.10.2017
Landschaft im Wandel, von Karl Detlef Mai festgehalten: Touristen der „Phönix-Tour“ im Tagebau Espenhain, aus dem auch der Störmthaler See entstand, hier am Kunstwerk „Schmetterling“. Quelle: Repro: Kempner
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Grosspösna

Kaum irgendwo in Deutschland ist in den vergangenen gut 25 Jahren so viel geschehen wie im Südraum Leipzig. Das Ende der Braunkohleindustrie in unmittelbarer Nähe der Großstadt und die Pläne für das Leipziger Neuseenland brachten die größte Landschaftsbaustelle Europas in Gang. Die Gemeinde Großpösna will jetzt zumindest ihren Teil dokumentieren, hat Karl Detlef Mai darum gebeten.

Gerade am Montag hat Mai seine Ausstellung „Lust aufs Neuseenland“, die seit Ende August im Museum der Stadt Borna lief, wieder abgeholt. Etliche der dort gezeigten Aufnahmen – Luftbilder von Peter Radke, Fotodokumente von Bergmann Rolf Fischer und touristische Bilder von ihm selbst – könnten problemlos auch in die Dokumentation einfließen. Vollständig wäre sie damit aber noch lange nicht.

Karl Detlef Mai sortiert Bilder. Quelle: Andre Kempner

So hat Mai schon jetzt rund 8000 weitere Fotos gesichtet, erwartet in nächster Zeit nochmal „4000 bis 5000“, wie er sagt. Schließlich müsse es darum gehen, alle relevanten Entwicklungen der Landschaft von Großpösna in die Dokumentation aufzunehmen, ist sein Ziel.

Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch gab ihm die Aufgabenstellung mit, neben den touristischen Veränderungen wie am Störmthaler See, der Vineta, Lagovida und der Magdeborner Halbinsel auch die neu geschaffenen Straßen und Wege wie die Autobahn 38 oder die Umgehungsstraße Störmthal mitaufzunehmen in die Dokumentation.

Hilfe dafür kam zum Beispiel von Hannes Blümel. Der Großpösnaer lichtete akribisch jede Veränderung beim Bau dieser Umgehungsstraße ab, Dutzende von Fotoalben füllte er damit.

Blühende Landschaften? Eine Abraumförderbrücke in Aktion. Quelle: Karl Detlef Mai

Über die Gemeinde hat Mai zudem einen Aufruf zur Mitarbeit gestartet. „Sollte jemand noch ein ganz besonderes Bild haben, kann er sich gern an mich wenden“, erzählt er. Mai ist erreichbar unter Tel. 0341 86966666 oder per Mail unter info@fotothek-mai.de. Die Aufnahmen sollten aber bitte nicht irgendwelche Familienfeiern zeigen, sondern im großen Zusammenhang der Entwicklung der Landschaft stehen, bittet er.

Kaum einer hat die so intensiv miterlebt wie Mai nach der Wende. 1998 startete er als eines der ersten Tourismusangebote im erwachenden Neuseenland die „Phönix-Tour“, nahm Besucher im Reisebus mit in die Tagebaue und ins Kraftwerk, erklärte ihnen die Pläne und was daraus geworden ist. „Über 1000 Touren bin ich selber mitgefahren“, sagt Mai, der mit inzwischen 68 Jahren etwas kürzer treten muss.

Auf den Touren durch die Tagebaulöcher machte Mai unzählige Aufnahmen, Fotos einer Landschaft, die heute unter Wasser verborgen liegt, aber auch Fotos von Menschen, die dieses Land erkunden. Als Fotograf trat er dabei in die Fußstapfen seines Vaters Karl Heinz Mai (1920 in Leipzig geboren), der das Nachkriegs-Leipzig und seine Veränderungen festhielt und Sohnemann Karl Detlef rund 25 000 Aufnahmen hinterließ.

Von Jörg ter Vehn

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