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Markkleeberg Karsten Schütze: „Von revolutionär weit entfernt“
Region Markkleeberg Karsten Schütze: „Von revolutionär weit entfernt“
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07:00 17.09.2016
Viele Lehrer verfolgten die Diskussionsrunde mit Ministerin Petra Köpping (Mitte) im Kleinen Lindensaal. Quelle: Andre Kempner
Markkleeberg

Sachsen soll noch dieses Jahr ein neues Schulgesetz bekommen. Ob der vorliegende Entwurf der große Wurf ist, darüber diskutierten am Donnerstagabend auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung Fachleute und andere Interessierte im Lindensaal.

„Demokratische Bildung ist die Voraussetzung für Integration“, erklärte Gleichstellungs- und Integrationsministerin Petra Köpping (SPD). Sie war von einem Fernsehinterview zur Randale in Bautzen zu ihrem Moderatorenjob nach Markkleeberg geeilt und lieferte damit das Stichwort für Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Diese fasste die wesentlichen Änderungen im Entwurf zusammen: Inklusion und Integration in allen Schulen, Innovation bei der Schul- und Unterrichtsorganisation, Zusammenarbeit mit Betrieben, mehr Mitbestimmung für Schüler, Eltern und Schulträger.

Oberbürgermeister Karsten Schütze, vor seinem Amtsantritt 23 Jahre lang Lehrer, dämpfte die Erwartungen: „Das neue Schulgesetz wird nicht revolutionär, auch wenn sich das viele meiner ehemaligen Kollegen wünschen.“ Der Bildungsminister sei im Freistaat seit 20 Jahren „die Marionette des Finanzministers“. „Die Probleme, wie ungleicher Zugang zum Bildungssystem oder Lehrermangel, werden in Dresden verdrängt, stattdessen sonnen wir uns in der Pisa-Studie.“ Als Rathauschef forderte er eine höhere Beteiligung des Landes bei den Lehrmitteln ein. „Die Kommunen bleiben auf den steigenden Kosten sitzen“, kritisierte er.

Positiv sei die geplante Entrümpelung des Lehrplanes, meinte Sarah Lohse, Sprecherin des Kreisschülerrates. Sie forderte mehr Praxisbezug, eine Vereinheitlichung von Unterrichtsmaterialien, moderne Technik und mehr Geld für ländliche Schulen. Außerdem sprach sie sich gegen die Ausdünnung des Berufsschulnetzes aus. „Wenn man viele Schüler zusammensteckt, um die Personalkosten zu senken, hat das nichts mit Niveau zu tun“, so die 16-Jährige.

Katrin Fiebiger, Sprecherin des Kreiselternrates, mahnte das von vielen gewünschte längere gemeinsame Lernen an: „Mindestens bis Klasse 6, noch besser bis Klasse 8.“ Anders als Lohse begrüßte sie die Ausdehnung des jahrgangsübergreifenden Lernens. Es fördere die soziale Kompetenz, die Integration:„Allerdings nicht bei einem Klassenteiler von 28.“

Von Ulrike Witt

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