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Kein Anschluss in Markkleeberg

Kein Anschluss in Markkleeberg

Das neue mitteldeutsche S-Bahn- und Busnetz stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Verspätungen machen insbesondere Pendlern aus dem Umland schwer zu schaffen.

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Abgefahren: Das Zusammenspiel von S-Bahn und Bus am neuen Verkehrsknotenpunkt in Markkleeberg-Mitt klappt nicht wie versprochen.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg/Zwenkau. Karin Ufholz ist sauer. Die Zwenkauerin hat mal wieder den 107er Bus verpasst. "Ich bin mit der S 4 nach Markkleeberg gefahren und wollte um 13.20 Uhr weiter nach Zwenkau", erzählt sie. Als sie an der Bushaltestelle am neuen Verkehrsknotenpunkt um 13.18 Uhr verspätet ankam, sei die 107 schon weg gewesen. "Oder ist der gar nicht gefahren?", fragt sie verunsichert. Informiert wurden die Fahrgäste jedenfalls nicht, vielmehr mussten sie 30 Minuten auf den nächsten Bus warten.

Andreas Kultscher, Geschäftsführer der Personenverkehrsgesellschaft Muldental (PVM), die die Buslinien 100 und 107 zum 15. Dezember von der LVB-Tochter Leobus übernommen hat, kennt das Problem. "Seit Einführung des mitteldeutschen S-Bahnnetzes kommt es gehäuft zu Verspätungen, das ist bekannt, aber es ist schon besser geworden." Der City-Tunnel wirke wie ein Verstärker, eine verspätete S-Bahn, ziehe weitere nach sich. Mit Folgen für alle, die umsteigen müssen. In Ufholz' Fall wäre es aber wohl so gewesen, dass sie nicht "ihre" 107, sondern den verspäteten Vorgänger gesehen habe. Verfrühungen seien für Nahverkehrsunternehmen tabu, Verspätungen lägen indes nicht immer in der Hand des Busfahrers, auch wenn er/sie sich um Pünktlichkeit bemühe.

Auf die S-Bahn warten, wie sich das Ufholz und viele andere wünschen, kann die 107 laut Kultscher nicht. Sonst gerate der ganze Fahrplan inklusive Anschlüssen am Connewitzer Kreuz, in Zwenkau und bei der 100 auch in Groitzsch in Gefahr. Zudem könnten die Busfahrer durch die Lärmschutzwände gar nicht erkennen, ob und welche S-Bahnlinie einfährt. Noch seien die Fahrzeuge der verschiedenen Verkehrsunternehmen nicht technisch miteinander verknüpft. "Über den Mitteldeutschen Verkehrsverbund wird an einem Anschlusssicherungssystem gearbeitet. Der Probebetrieb soll noch dieses Jahr, der Echtbetrieb 2015 aufgenommen werden", berichtet Kultscher.

Auch die Deutsche Bahn macht Ufholz Hoffnung: "In den ersten Wochen war die Nachfrage und der Orientierungsbedarf bei unseren Fahrgästen sehr hoch, dies führte zu Haltezeitüberschreitungen. Wir können Ihnen versichern, dass die Qualität deutlich besser geworden ist und Sie künftig ihren Bus erreichen werden." Die "Gesamtpünktlichkeit" habe zwischen dem 1. und 6. Januar bei 97 Prozent gelegen. Nach Lesart der Bahn werden allerdings nur Züge erfasst, die mehr als fünf Minuten Verspätung haben. Genau so viel Zeit haben Fahrgäste laut Fahrplan aber, um in Markleeberg vom Bahnsteig zum Bus zu gelangen.

Ufholz ist enttäuscht vom viel gepriesenen neuen S-Bahn- und Busnetz, sie bleibt skeptisch: "Ich habe die S-Bahn seit Mitte Dezember noch nie pünktlich erlebt und auch nicht die Anschlüsse nach Zwenkau. Man hat es geschafft, die ganze Region Zwenkau/Groitzsch abzuhängen." Die Planer sollten mal selbst Bahn und Bus fahren, sagt Ufholz. "Und danach endlich realistische Pläne aufstellen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.01.2014
Ulrike Witt

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