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Linie 9: „Es war nie geplant, die Schienen sofort herauszureißen“

Nahverkehr Linie 9: „Es war nie geplant, die Schienen sofort herauszureißen“

Ein Antrag der Leipziger Linken, bis zur Verabschiedung des neuen Nahverkehrsplanes keine Tatsachen im Verkehrsnetz zu schaffen, hatte bei den Verfechtern der Straßenbahnlinie 9 Hoffnung keimen lassen. Der von einer anderen Zeitung schon vermeldete angebliche Stopp des Rückbaus der Gleise zwischen Connewitzer Kreuz und Markkleeberg-West sei aber falsch, so die Stadt Leipzig und die LVB.

Rückbau der Gleise nicht gestoppt, sondern noch gar nicht begonnen: Die Linie 9 fährt nicht mehr nach Markkleeberg.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Ein Antrag der Leipziger Linken, bis zur Verabschiedung des neuen Nahverkehrsplanes keine Tatsachen im Verkehrsnetz zu schaffen, hatte bei den Verfechtern der Straßenbahnlinie 9 Hoffnung keimen lassen. Der von einer anderen Zeitung schon vermeldete angebliche Stopp des Rückbaus der Gleise zwischen Connewitzer Kreuz und Markkleeberg-West sei aber falsch, so die Stadt Leipzig und die LVB.

„Es war nie geplant, die Schienen sofort nach Einstellung der Linie 9, herauszureißen. Das wäre viel zu teuer und damit wirtschaftlich nicht vertretbar“, erklärt LVB-Sprecher Marc Backhaus. Ein Rückbau der Anlagen werde erst im Zuge der grundhaften Straßensanierung vorgenommen. „Bis dahin werden aber sicher noch etliche Jahre vergehen. Außerdem können wir das auch nur auf Leipziger Stadtgebiet, also in der Koburger Straße“, stellt er klar.

Roland Quester, persönlicher Referent von Baubürgermeisterin Dorothea Dubrau, erinnert daran, dass Markkleeberg kein Stadtteil von Leipzig ist. „Aus rechtlicher Sicht ist es grundsätzlich nicht möglich, dass die Stadt Leipzig Verkehrsleistungen außerhalb ihres Territoriums und Zuständigkeitsbereiches bestellt.“ Dies obliege ausschließlich dem Aufgabenträger. Im Fall einer Neubaustrecke zwischen Forsthaus Raschwitz und Zöbigker Hafen sei das der Landkreis Leipzig. Der müsse schließlich auch einen Teil der Baukosten und das Betriebskostendefizit tragen. Die einzige Möglichkeit sei, eine potenzielle Neubaustrecke zum Cospudener See in die bestehende Zweckvereinbarung zwischen dem Landkreis und der Stadt Leipzig aufzunehmen. „Das erscheint aber äußerst unwahrscheinlich, die bestehende Zweckvereinbarung bezieht sich nur auf den Busbereich“, erläutert Quester.

Im Stadtgebiet Markkleeberg wäre über weite Strecken entlang der Koburger Straße ein Neubau erforderlich. „Als grobe Kostenschätzung kann man bei einem Straßenbahnneubau von einer unteren Grenze für die Baukosten von zehn Millionen Euro pro Kilometer für die Straßenbahntrasse selbst sowie Straßenbaukosten ausgehen. Für die gesamte Neubaustrecke mit einer Länge von drei Kilometern wäre allein mit 30 Millionen Euro Investitionskosten zu kalkulieren. Hinzu kommen die Kosten für die Erneuerung der Bestandsstrecke zwischen Connewitzer Kreuz und Forsthaus Raschwitz“, rechnet Quester vor.

Und das sind nur die reinen Baukosten. „Im ganzen Bediengebiet der LVB gibt es heute keine Straßenbahnstrecke, die ihre vollen Kosten, das heißt Betriebs- und Infrastrukturkosten, allein aus Fahrgelderlösen deckt. Es ist auch nicht zu erwarten, dass dies bei einer Neubaustrecke zum Cospudener See durch vergleichsweise dünn besiedeltes Gebiet und mit einem saisonal stark schwankenden Freizeitverkehr der Fall sein wird“, betont Quester und fügt hinzu: „Aus verkehrsplanerischer Sicht erscheint das Verhältnis aus Investitionsaufwand und erreichbarem Potenzial bei diesem Projekt vergleichsweise ungünstig.“

Eine Untersuchung zur Neubaustrecke, wie sie im November von vielen Leipzigern und Markkleebergern mit der Petition zum Erhalt und zur Weiterführung der Straßenbahnlinie 9 gefordert worden war, „wird aus heutiger Sicht wirtschaftlich wahrscheinlich zu keinem positiven Ergebnis führen“, sagt Quester. Zudem weist er darauf hin, dass eine solche Untersuchung vom Landkreis Leipzig als zuständigem Aufgabenträger und der Stadt Markkleeberg in Auftrag gegeben werden müsste und nicht von der Stadt Leipzig.

Von Ulrike Witt

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