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Kiestagebau Zitzschen: Start noch 2015 möglich

Kiestagebau Kiestagebau Zitzschen: Start noch 2015 möglich

Die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH (MDB) wird möglicherweise noch dieses Jahr mit dem Trockenkiesabbau bei Zitzschen beginnen. „Wir stehen quasi in den Startlöchern. Sobald die Archäologen ihre Ausgrabungen abgeschlossen haben, geht es auf den ersten fünf Hektar los. Das kann sich nur noch um wenige Wochen handeln“, erklärte Geschäftsführer Thomas Jung am Mittwoch überraschend bei einem Vor-Ort-Termin.

Zwischen Knautnaundorf und Zitzschen untersuchen seit Mitte Oktober Archäologen im Auftrag der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH den Boden. Sobald die Grabungen abgeschlossen sind, beginnt auf fünf Hektar der Trockenabbau von Kies.

Quelle: Kempner

Zwenkau. Die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH (MDB) wird möglicherweise noch dieses Jahr mit dem Trockenkiesabbau bei Zitzschen beginnen. „Wir stehen quasi in den Startlöchern. Sobald die Archäologen ihre Ausgrabungen abgeschlossen haben, geht es auf den ersten fünf Hektar los. Das kann sich nur noch um wenige Wochen handeln“, erklärte Geschäftsführer Thomas Jung am Mittwoch überraschend bei einem Vor-Ort-Termin.

Eigentlich wollte das Landesamt für Archäologie erste Funde der im Auftrag der MDB laufenden Ausgrabung präsentieren. Bei den sieben im August gezogenen Schnitten zwischen Knautnaundorf und Zitzschen handelt es sich, wie Christoph Heiermann vom Landesamt erklärte, um eine Rettungsgrabung nach Investorenprinzip. „Befunde werden zwar zerstört, aber systematisch wissenschaftlich erfasst“, so der Fachmann aus Dresden.

Wenn es nach Grabungsleiterin Vera Hubensack geht, könnten die Grabungen noch lange dauern. Sie hat mit ihrem Team seit dem Grabungsbeginn Mitte Oktober schon Scherben und Leichenbrand aus der Spätbronzezeit gefunden. Und sie hofft, dass sich die Schnitte noch als sehr ergiebig erweisen werden.

„Wir wissen aus den Daten des Landesamtes, dass es hier noch Flächen gibt, wo die Funddichte weit größer ist“, sagte Auftraggeber Jung. Denn die fünf Hektar Land, die die MDB 2014 von privater Hand gekauft hatte, seien nur der Anfang. Auf den angrenzenden, noch von der Agrarprodukte Kitzen und der Agrargenossenschaft Großdalzig bewirtschafteten Feldern gehe es weiter. 97 Hektar sollen untersucht werden. Genau die Fläche, für die seit 2004 eine Genehmigung für den Trockenabbau vorliegt.

Die Hoffnung vieler Zitzschener und anderer Bewohner der Esteraue, dass der Kiestagebau noch verhindert werden kann, hält Jung für abwegig. „Der Trockenschnitt kommt so oder so. Deswegen haben wir eine Straße gebaut, bezahlen die teuren archäologischen Untersuchungen.“ Offen sei hingegen, wie sich der Freistaat Sachsen im Raumordnungsverfahren positionieren wird. Wie berichtet, hat die MDB eine Umstellung auf den wirtschaftlicheren Nassabbau und die Erweiterung um des Bewilligungsfeld Großdalzig, also auf insgesamt 174 Hektar Kiestagebau, beantragt.

„Nach heutigem Genehmigungsstand dürfen wir hier nicht ins Wasser. Aber wir gehen davon aus, dass die Stellungnahme der Landesdirektion bald kommt. Wobei es sich erst mal nur um eine Empfehlung handelt. Selbst wenn diese positiv ausfällt, könnten bis zur Genehmigung für den Nassabbau noch Jahre vergehen“, erläuterte Jung. Er sei sicher, dass viele Bürger in diesem Fall klagen werden.

Nicht zu vergessen, es gibt einen Leipziger Stadtratsbeschluss vom Juni 2015, wonach die Stadt im Falle einer Genehmigung des Nassabbaus mit den betroffenen Umlandkommunen vor Gericht ziehen will. So eine breite Front gegen den Kiesabbau habe er noch nirgendwo erlebt, räumte Jung am Mittwoch ein. Und betonte, wie schon im Mai in Zitzschen: „Grundsätzlich verstehe ich, dass keiner einen Abbaubetrieb vor der Haustür haben will, aber wir brauchen Rohstoffe, sonst kann nicht gebaut werden.“ Ein Kieswerk soll erst einmal nicht errichtet werden, dies rechne sich erst beim Nassabbau, sagte Jung.

Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU), der sich am Mittwoch vor Ort von Bauamtsleiterin Steffi Gebauer vertreten ließ, meinte später am Telefon: „Ich bin enttäuscht und traurig, dass es jetzt so schnell losgehen soll. Ich werde mich beraten lassen, welche juristischen Schritte kurzfristig noch möglich sind.“ Angriffspunkte könnte es eventuell noch beim Wegerecht geben.

Von Ulrike Witt

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