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Markkleeberg "Kinder lernen vor dem Fernseher nicht reden"
Region Markkleeberg "Kinder lernen vor dem Fernseher nicht reden"
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14:50 19.05.2015
Hat einen Infofilm über die Förderung der kindlichen Sprachentwicklung gedreht: Timo Metzges vom Picturesound-Studio Großpösna. Quelle: André Kempner

Er hat mit seinem Team gerade einen Film im Auftrag der Staatsregierung über aktuelle Sprachprobleme bei Kindern gedreht, dabei zum Teil Trauriges erfahren, aber auch Lösungswege gefunden.

Gedreht wurde in einem Dresdner Kindergarten, in einer Sprachförderschule, bei einer Kinderärztin und bei einem Erzieher, der als Kind selber unter großen Sprachproblemen litt.

Hintergrund der Dreharbeiten ist die Förderung der kindlichen Sprachbildung, die der Freistaat Sachsen als eines seiner Gesundheitsziele proklamiert hat. So habe das Sozialministerium den Film bezahlt, der sich nun vor allem an Pädagogen, Eltern und alle die wende, die beruflich mit Kindern zu tun hätten, erzählt Metzges.

"Kinder wachsen heute in einer sprachlichen Armut heran", erklärt er das Ergebnis des Films. Sie verbrächten zwar viel Zeit mit Fernsehen, E-Mail, Facebook und Co. Aber die allgegenwärtige Vernetzung mittels digitaler Medien führe unter Umständen auch zu Sprachlosigkeit. Hörspielkassetten seien zum Beispiel zwar ein schönes Medium. "Aber davon können die Kinder nicht Kommunikation erlernen", ist das Ergebnis seiner Recherchen. Zuhause gebe es bei vielen von ihnen immer weniger Zeit für ein Gespräch mit den Eltern. Viele hätten daher zum Beispiel bei langen Sätzen Schwierigkeiten, den Sinn zu erfassen.

Wie wichtig dabei eine zeitnahe Hilfe ist, zeigt der Film anhand von Thomas Lai. Der heutige Erzieher, Ende 20, stotterte früher. Aber er kam in Behandlung und lernte dort, den Sprachfehler zu besiegen. Im Film erzählt er davon und von dem, was es für ihn bedeutet: "Er kann heute sagen, dass sein Leben mit Sicherheit anders verlaufen wäre, wenn ihm nicht geholfen worden wäre", sagt Metzges.

So wolle der Film auch weniger anklagen, als viel mehr Lösungswege aufzeigen, erklärt er sein Konzept. Wenngleich viele Kinder besser sprechen würden, wenn ihnen mehr vorgelesen würde, sich manche Eltern mehr Zeit für Gespräche mit ihren Kindern nehmen würden, ist er sich sicher.

500 Stück des 20-minütigen Streifens hat Metzges im Auftrag des Ministeriums pressen lassen, will sie an Schulen und Einrichtungen verteilen. Auf Wunsch werde auch ein Exemplar zugeschickt, so der Leiter des Studios, das Teil des Kuhstall-Vereins ist. An den können sich Interessenten unter Tel. 034297 14010 wenden, wenn sie einen Film wünschen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2014
Jörg ter Vehn

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