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Kirchenbrand: Stadt und KWL schieben sich Schwarzen Peter zu

Kirchenbrand: Stadt und KWL schieben sich Schwarzen Peter zu

Warum konnte die Kirche am 10. Januar nicht gerettet werden? Diese Frage treibt die Tellschützer bis heute um. Ihre inzwischen von Zwenkaus Ortswehrleiter Thomas Kröter bestätigte Wahrnehmung - es fehlte an Löschwasser.

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Vom Schutt befreit - die ausgebrannte Tellschützer Kirche. Nach Ostern soll das Sicherungsgerüst für den Wiederaufbau gestellt werden.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Verärgert reagierten die Kirchenvorstände, als Kröter ihnen jetzt bei einem Treffen von einer Anfrage bei den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL) in der Brandnacht berichtete. "Wir haben um 3.36 Uhr gebeten, den Druck zu erhöhen. Das wurde ohne Begründung abgelehnt." Vorstand René Fiedler meinte sofort: "Die Leitung ist marode. Seit Jahren häufen sich Wasserrohrbrüche."

Dies stimme nicht, erklärt Marc Backhaus von der Stadtholding LVV, zu der die KWL gehören, jetzt auf LVZ-Anfrage. "Tellschütz ist der letzte Zipfel unseres Versorgungsgebietes. Die Trinkwassereinspeisestelle liegt in Knautnaundorf ziemlich tief. Um das Wasser bis Tellschütz pumpen zu können, arbeiten wir mit sieben Bar. Das ist deftig. Bei einem höheren Druck würde die Leitung Schaden nehmen. Deswegen mussten wir die Anfrage ablehnen."

Unabhängig davon sei die Leitung, ein PE-Rohr Baujahr 1973, rein technisch völlig in Ordnung. Die seit 2011 etwa einmal pro Jahr aufgetretenen Wasserrohrbrüche seien dem hohen Druck geschuldet. Pläne, die Rohre in der Carsdorfer Straße zu erneuern, gebe es nicht. "Ein Rohrbruch ist zwar ärgerlich für die Anwohner, aber kein Grund für bauliche Maßnahmen", sagt der Sprecher.

Vielmehr sei die Stadt Zwenkau gemäß sächsischem Brandschutzgesetz für das Vorhalten von Löschwasser zuständig. Die Kommune müsse ihre Freiwillige Feuerwehr ausstatten und entsprechend Löschteiche und -brunnen vorhalten. "Trinkwasser ist kein Löschwasser. Auch wenn es üblich ist, dass die Feuerwehr unsere Hydranten nutzt. Für das Löschen von großflächigen Bränden sind diese nicht vorgesehen", so Backhaus.

"Ganz so einfach ist das nicht", sagt Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Nach 1990 sei das Leitungsnetz per Geschäftsbesorgungsvertrag vom Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Leipzig-Land an die KWL übertragen worden. "Jetzt heißt es, wenn wir mehr Wasser wollen, müssen wir zahlen", schimpft der Rathauschef. Rechtlich sei das zwar in Ordnung, "aber der Geschäftsbesorgungsvertrag sagte ursprünglich etwas anderes". Nichtsdestotrotz müsse den Tellschützern geholfen werden. "Natürlich ist eine Löschwasserversorgung über den Grundschutz hinaus erforderlich. So schnell wird das aber nicht gehen."

Geplant seien jetzt erst einmal Probebohrungen für einen Brunnen vor der Kirche. Zudem würden bestehende Brunnen und Pegel ausgewertet. Danach werde die Stadt beim Landkreis Antrag auf Fördermittel stellen. Ein Rathausmitarbeiter habe in dieser Sache bereits in Borna vorgesprochen. Je nach Zusage könne noch 2015, spätestens 2016 mit dem Bau begonnen werden.

Wie es geht, macht gerade Groitzsch vor, das in seinen Ortsteilen zehn Löschbrunnen baut. Der dortige Brandschutzbedarfsplan hatte Defizite ausgemacht. Allein auf wasserführende Fahrzeuge will man sich nicht verlassen. Die Kosten für einen Brunnen liegen bei 13 000 bis 15 000 Euro, ein Löschteich würde mit 100 000 Euro zu Buche schlagen, heißt es aus Groitzsch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Ulrike Witt

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