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Markkleeberg Kita-Bedarf: Der kleine Unterschied soll’s richten
Region Markkleeberg Kita-Bedarf: Der kleine Unterschied soll’s richten
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08:00 11.12.2012
Ehrgeizige Winterbaustelle: Seit Ende November arbeiten Bauleute an der Bodenplatte für die neue Kita „Kuhle“, die an der Hohen Straße in Markkleeberg-Mitte entsteht. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

In Anbetracht des ab 1. August 2013 geltenden Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz war der Tagesordnungspunkt ein viel beachteter Soll-Ist-Vergleich. Und der fiel gar nicht mal so schlecht aus.

Laut Sozialamtsleiter Wolfgang Heinze hat die Große Kreisstadt binnen eines Jahres einen ordentlichen Sprung gemacht. Konnte der Bedarf an Krippenplätzen 2011/12 nur zu 68 Prozent gedeckt werden, werden es 2012/13 bereits 80 Prozent sein. Möglich macht das der Ausbau der Kapazitäten. Wie berichtet, werden derzeit die Awo-Kita „Kinderland“ in Wachau und die Kita „Am Festanger“ saniert beziehungsweise aus- und umgebaut. Heinze geht davon aus, dass beide Einrichtungen pünktlich zum 1. April 2013 übergeben werden können. Die DRK-Kita „Purzelbaum“ kann dank kurzfristiger Investitionen – vor allem in den Brandschutz – weitere fünf Jahre betrieben werden.

Zudem wird seit 14 Tagen an der neuen Kita in der Kuhle gearbeitet, für deren vorgezogenen Bau sich allen voran die Linke im vergangenen Jahr stark gemacht hatte. Am 19. Dezember soll der Grundstein für 25 Krippen- und 55 Kindergartenplätze gelegt werden. Die Übergabe ist im Sommer 2013 vorgesehen. In den nächsten Wochen wird im Sozialamt die Ausschreibung für einen freien Träger vorbereitet.

Die 80 Prozent sind im Kita-Bedarfsplan auch für die nächsten drei Jahre verankert. Bleibt eine Differenz von 20 Prozent. Doch die sieht Heinze nicht problematisch. „Es gibt einen Unterschied zwischen Rechtsanspruch und Bedarf. Das ist vielen nicht bewusst.“ Denn längst nicht alle Eltern nutzten einen Krippenplatz. Als Beispiel legte er die Zahlen für den Kindergartenbereich vor. „Im Schuljahr 2011/12 haben wir für 98 Prozent aller Markkleeberger Mädchen und Jungen einen Kindergartenplatz vorgehalten, in Anspruch genommen wurden jedoch nur 88 Prozent“, so Heinze. Daher sei die Stadt sicher, auch mit 80 Prozent den Bedarf decken zu können. Allerdings gesteht der Amtsleiter, dass für die Erfüllung immense Anstrengungen notwendig sind. „Die Kita in der Kuhle am 31. Juli übergeben zu wollen, ist ein ausgesprochen sportliches Ziel.“

SPD-Stadtrat Karsten Schütze freute sich über den „gewaltigen Sprung“ von 68 auf 80 Prozent. Lob erntete die Stadtverwaltung für ihr bauliches Engagement auch von FDP-Stadträtin Anja Jonas. Gleiches wünscht sich die Liberale nun auch in Sachen Vergabesystem. „Schön, dass wir Stadträte uns in diesem Punkt mal alle einig sind“, meinte Jonas in Richtung Schütze. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins hatte vor zwei Wochen in der LVZ eine transparentere Vergabe der Betreuungsplätze gefordert und damit unter den Abgeordneten von FDP, CDU und Linke für Verärgerung gesorgt. Nicht etwa, weil sie von der aktuellen Vergabepraxis überzeugt wären, sondern weil Schütze nur auf den schon fahrenden Zug gesprungen sei.

Rosemarie Jahn von der Linken wollte von Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD) wissen, ob sich die Stadt langfristig Vorbehaltsflächen für weitere Kitas gesichert habe. Was der Rathauschef bejahen konnte. „Wir haben Krippenplätze immer als Standortvorteil gesehen. Und zwar lange bevor der Rechtsanspruch in Berlin beschlossen wurde. Allerdings wollten wir 2015 so weit sein. Die zwei Jahre haben uns in Bedrängnis gebracht. Wir können die Plätze nicht aus dem Ärmel schütteln.“

Ulrike Witt

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