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Kita Sonnenweg: Kosten laufen schon vor Baustart davon

Stadtrat Markkleeberg Kita Sonnenweg: Kosten laufen schon vor Baustart davon

Pleiten, Pech und Pannen: Die geplante neue Kita im Sonnenweg liegt der Stadt schon vor Baubeginn schwer im Magen. Statt der auf Basis von Vergleichsobjekten in Leipzig avisierten 2,59 Millionen Euro wird die Einrichtung mit 130 Plätzen, darunter 80 für Unter-Dreijährige, nun fast 3,4 Millionen Euro kosten.

Bauchschmerzen im Rathaus: Der Bau der neuen Kita im Sonnenweg wird 838 000 Euro mehr als geplant kosten.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Pleiten, Pech und Pannen: Die geplante neue Kita im Sonnenweg liegt der Stadt schon vor Baubeginn schwer im Magen. Statt der auf Basis von Vergleichsobjekten in Leipzig avisierten 2,59 Millionen Euro wird die Einrichtung mit 130 Plätzen, darunter 80 für Unter-Dreijährige, nun fast 3,4 Millionen Euro kosten. Hinzu kommt der Zeitdruck: Ende 2017 muss die Kita eröffnet werden. Denn zeitgleich laufen die befristeten Betriebserlaubnisse für die Kita in der Hauptstraße 15 und die Container-Krippe in der Raschwitzer Straße aus.

Für Bauamtsleiter Klaus Hartig war die Stadtratssitzung der berühmte Gang nach Canossa. „Ich würde lieber hier stehen und Ihnen sagen, wir sparen 300 000 Euro. Aber so ist es leider nicht.“ Vielmehr sollten die Stadträte 838 000 Euro zusätzlich freigeben. Den Kostenanstieg begründete er mit den Anforderungen des Bebauungsplanes „Caritas“, der kein Flachdach zulässt, mit der verschärften Energieeinsparverordnung 2016 und der Baupreissteigerung der letzten zwei Jahre. Außerdem habe die Stadt durch organisatorische Probleme mit dem Planungsbüro Station C 23 fünf Monate verloren.

„Sie müssten doch eigentlich ihren eigenen Bebauungsplan kennen“, meinte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Dieter Bormann. Außerdem sei die Energieeinsparverordnung seit 2014 bekannt. „Ich gebe zu, die erste Planung war nicht auf den Bebauungsplan abgestimmt“, räumte Hartig ein.

„Bei 3,4 Millionen Euro kostet ein Platz 27 500 Euro. Das ist jenseits von Gut und Böse“, sagte SPD-Stadtrat Nikolaus Legutke. Wie viele hatte er die 18 850 Euro in der gerade erst übergebenen Kita Gaschwitz vor Augen. Er könne keinen der angeführten Gründe nachvollziehen. „Drei Prozent Baupreisanstieg ist doch völlig normal“, meinte er. Unverständlich sei auch, warum sich die Stadt für das Planungsbüro Station C 23 entschieden hat: „Die sind doch durch die Probleme in Markranstädt hinlänglich bekannt.“

„Wir sollten künftig nicht mehr ohne Planung Zahlen in den Haushalt einstellen. Das geht immer schief“, riet Hartig. Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) warnte vor Vergleichen: „Die Kosten pro Platz sind je nach der Aufteilung der Krippen- und Kindergartenplätze unterschiedlich.“ Dies gelte auch für die Kalkulation. „Je nachdem, was reingerechnet wird, sieht die Summe anders aus“, so Hartig. Und ein privates Projekt wie Gaschwitz könne ohnehin nicht mit einem städtischen verglichen werden. „Die öffentlichen Ausschreibungen, das ganze Prozedere ist ein Kostentreiber.“

Diane Apitz von den Grünen wollte wissen, woher die Mittel kommen. „2,2 Millionen Euro sind Fördermittel vom Kreis beziehungsweise investive Schlüsselzuweisungen, 1,2 Millionen Eigenmittel. Dafür würden der Straßenbau in der Rathaus- und der Friedrich-Ebert-Straße verschoben werden“, erläuterte Schütze.

CDU-Fraktionschef Oliver Fritzsche hatte eine grundsätzliche Frage: „Sollen wir das Projekt retten oder gibt es Alternativen?“ Nein machte der Rathauschef klar: „So eine Beschlussvorlage bringt man nicht freiwillig ein. Da muss die Not groß sein. Wir müssten mit der Planung von vorn anfangen, es droht eine Klage der Planer und es besteht die Gefahr, dass wir die Fördermittel verlieren.“

Stocksauer war CDU-Mann Gerhard Pötzsch. „Sie wissen seit drei Wochen, wo die Reise hingeht und halten es nicht für nötig, das Thema im Technischen Aussschuss vorzuberaten. Wir sollen nur den Finger bei der Abstimmung heben. Nicht mit mir“, schimpfte er. Fritzsche setzte sich schließlich mit seinem Vorschlag durch, die Vorlage vor einem Beschluss erst einmal mit den Planern im Ausschuss zu diskutieren. Termin ist der 3. Januar.

Von Ulrike Witt

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