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Markkleeberg Kiten verboten – aber für zwei Seen bei Leipzig gibt es Hoffnung
Region Markkleeberg Kiten verboten – aber für zwei Seen bei Leipzig gibt es Hoffnung
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17:07 20.07.2016
Schön anzusehen, aber derzeit in Sachsen verboten: Beim Kiten „segelt“ der Surfer mit einem Lenkdrachen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Auf Freizeitmessen wird gern geworben mit den vielen Wassersportmöglichkeiten im Leipziger Neuseenland. Das Kiten zum Beispiel ist aber durch die Hintertür vom Freistaat verboten worden. Nun wird daran gearbeitet, es wenigstens auf einigen Seen wieder zu gestatten.

Seit Ende August 2014 gilt die Sächsische Schifffahrtsverordnung auf allen Gewässern des Freistaats. Im Paragrafen sieben und dort in Absatz drei findet sich der Passus, der neben U-Booten und Wasserbikes auch Wasserki und das Kiten verbietet – außer in dafür ausgewiesenen Gebieten und extra von der zuständigen Wasserbehörde gestattet. Die Landesdirektion teilte dazu auf Anfrage mit, aktuell liege keine Gestattung für ein Gewässer in der Region Leipzig vor. Laut Wasserschutzpolizei gibt es in ganz Sachsen keinen See, wo es erlaubt ist.

Längst nicht alle im Neuseenland haben das mitbekommen. Oder wollen sich daran halten. Kiter würden besonders auf dem Schladitzer See, dem Cospudener See und auch auf dem Zwenkauer See angetroffen, berichtet Daniel Adler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Wasserschutzpolizei im Raum Leipzig. Ob neben der Identitätsfeststellung auch ein Bußgeldverfahren eingeleitet oder eine mündliche Verwarnung ausgesprochen wird, liege im Ermessen des Beamten.

Kiten gehöre zu den gefahrgeneigten Sportarten, erklärt Chris Conrad vom Seebetreiber Pier 1 die möglichen Hintergründe des Verbots. Tatsächlich seien dabei auch schon Sportler zu Tode gekommen. Allerdings sei ihm nicht bekannt, dass in der Region Leipzig schon einmal ein Kiter mit einem Segler oder Badegast kollidiert wäre.

Der Grund ist recht einfach: „Kiter gehen meist erst ab Windstärken raus, wenn andere längst vom Wasser weg sind“, erläutert Sandra Brandt vom Tourismusverein Leipziger Neuseenland. In einer Stellungnahme hat sie für die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH das Kiten auf den meisten Seen im Neuseenland empfohlen. Seelhausener See, Schladitzer See, Zwenkauer See, Störmthaler See, Cospudener See, Hainer See – auf ihnen sollte in gekennzeichneten Bereichen und abseits der Badestrände diese besondere Sportart erlaubt sein, hat sie vorgeschlagen. Für den Störmthaler See hat sie eine saisonale Regelung im Sinn, weil dort Badegäste und Kiter sonst nicht sicher genug zu trennen seien.

In der Landesdirektion sei ihre Stellungnahme jedoch nicht als Antrag auf einen Gestattung verstanden worden, so Sprecherin Jana Klein. Anträge lägen bislang nur für den Cospudener und den Hainer See vor. Berechtigt seien wegen nötiger Vertragsgestaltungen auch nur Kommunen oder andere öffentlich-rechtliche Körperschaften. Die Anhörungen dazu endeten in dieser Woche, noch lägen aber nicht alle Antworten vor.

Vor Conrad und einer möglichen Gestattung auf dem Cospudener See liegt schon das nächste Problem. Laut Vorschrift müssten die erlaubten Kiter-Bereiche mit Tonnen versehen werden, sagt er. „Alle 100 Meter eine! Dann sieht der See aus wie ein Schnittmusterbogen“ Und gefährlich werde es durch so viele Hindernisse erst recht, findet er. Er wolle weniger Tonnen, habe dazu auch Unterstützung durch die IHK erhalten. Der Ausgang ist noch ungewiss.

Von Jörg ter Vehn

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