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Markkleeberg Klimaschutzkonzept: Für manche nur teures Papier, für andere essenziell
Region Markkleeberg Klimaschutzkonzept: Für manche nur teures Papier, für andere essenziell
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07:00 03.01.2018
Markkleeberg soll lebenswert bleiben. Die Grundlage dafür soll auch ein Klimaschutzkonzept liefern, das jetzt beauftragt wird. Quelle: Foto: Jörg ter Vehn
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Markkleeberg

Was können wir für den Klimaschutz vor Ort tun? Konkrete Antworten erhofft sich die Stadt Markkleeberg von einem Klimaschutzkonzept. Es soll den Rahmen für künftige kommunale Aktivitäten vorgeben und Entscheidungsgrundlage für Planungen sein. Dass das Papier 70 150 Euro kosten soll, stieß im Stadtrat auf ein geteiltes Echo.

„Es geht nicht darum, Punkte für den European Energy Award einzufahren. Wir erwarten einen praktischen Nutzen“, sagte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Das Klimaschutzkonzept solle realistische und kostengünstige Wege zur Reduzierung der Treibhausgase gemäß den Klimaschutzzielen der Bundesregierung aufzeigen, des Weiteren bessere Bedingungen für Wohnen und Arbeiten eröffnen, den Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz voranbringen, Betriebskosten optimieren und ja – auch den EEA-Prozess unterstützen. Voraussetzung für das Konzept sei die Bewilligung von Fördermitteln, der Antrag beim Umweltbundesministerium wurde bereits gestellt.

CDU-Stadtrat Christian Funke behagte die Sache nicht. „Ich habe mit der Summe ein Problem. Wo steht geschrieben, dass wir durch ein Klimaschutzkonzept leichter an Fördermittel rankommen? Ich habe keine Richtlinie gefunden.“ Er fragte Schütze: „Sie schließen also aus, dass wir das EEA-Zertifikat ohne das Konzept erhalten?“ Es sei essenziell, bringe viele Punkte, bestätigte der Oberbürgermeister Funkes Vermutung, das teure Konzept soll den laufenden EEA-Prozess forcieren.

„Mit gut 70 000 Euro ließen sich schon einige praktische Klimaschutzmaßnahmen finanzieren. Das ist weit besser, als wieder viel Papier vollzuschreiben“, sagte CDU-Fraktionschef Oliver Fritzsche. Es wäre schließlich nicht das erste Konzept. Dass zwei Drittel über Fördermittel abgesichert werden sollen, ändere nichts. „Das sind auch unser aller Steuergelder“, mahnte Fritzsche zur Sparsamkeit.

Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken, Dieter Bormann, war skeptisch: „Haben wir denn so eine Problemlage, dass wir das Klimaschutzkonzept brauchen?“ In Markkleeberg seien doch viele Dinge schon geregelt. „Wenn ich unsere Landschaft betrachte, haben wir kein Problem“, so Bormann.

Etwa 20 kommunale Gebäude sollten im Zuge des Konzeptes untersucht werden. Dies hätten ihm seine Fachleute in den Ämtern nahe gelegt, räumte Schütze ein. „Sonst ist die Gefahr groß, dass wir das EEA-Ziel nicht erreichen und Fördermittel zurückzahlen müssen“, mahnte er.

Karlheinz Eichler, CDU-Stadtrat, fand: „Das Klimaschutzkonzept ist überfällig, wenn wir schönes Wohnen und hohe Lebensqualität erhalten wollen.“ Jana Bovet von den Grünen forderte die Einbindung ins neue, noch in Erarbeitung befindliche Stadtleitbild „Markkleeberg 2030“ sowie andere Konzepte.

SPD-Stadtrat Günter Schwarze regte auch als Vorsitzender des Gaschwitzer Ortschaftsrates an, den Lärmschutz aufzunehmen. „Es gibt Ortsteile, die ersticken im Lärm durch die B 2 und die A 38. Hier sollte unbedingt nachjustiert werden. Wir haben damals beim Autobahnbau auf die Belastung hingewiesen, passiert ist nichts“, erinnerte Schwarze. Am Ende stimmt der Stadtrat mehrheitlich für die Erarbeitung des Papiers.

Von Ulrike Witt

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