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"Konsequenz bestimmt das Verhalten"

"Konsequenz bestimmt das Verhalten"

Seit 1. Januar blitzt Markkleeberg selbst. Wie berichtet, hatte die Stadt die Aufgabe vom Landkreis Leipzig übertragen bekommen. Basis ist die Ordnungswidrigkeitenzuständigkeitsverordnung.

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Bei der Kontrolle: Ordnungsamtsleiter Stefan Pietsch und der Angestellte Michael R. (von links) messen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge in der Rilkestraße in Markkleeberg-Ost.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Ein Wortungetüm, dessen Umsetzung so manchen Bleifuß teuer zu stehen kommt.

„Konsequenz bestimmt das Verhalten.“ Ein Satz, der aus dem Pädagogiklehrbuch stammen könnte. Ordnungsamtsleiter Stefan Pietsch bringt er zum Strahlen. „Besser kann man nicht zusammenfassen, was wir wollen: vorbeugen und wenn notwendig verfolgen“, meint er früh um 8 Uhr in der Rilkestraße. Autos kommen rasant von der „Goldenen Höhe“ herunter. Plötzliches Bremsen, der Laser am Baum ist entdeckt. „Genauso läuft das überall, wo wir stehen“, sagt Messbediensteter Michael R. mit Kennermine. Seinen vollständigen Namen will er nicht verraten.

„Die Zahl der Verkehrsverstöße ist wirklich enorm“, erklärt Pietsch. Nach wochenlangen Testmessungen und Schulungen sind seine sechs Leute seit zwei Monaten im „scharfen Einsatz“. Und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Da werden in 30er Zonen von bis zu 75 Prozent der Kontrollierten 80 Stundenkilometer und mehr gefahren. Wo Tempo 50 gilt, ist 100 oft genug die Regel. „Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Es ist erschreckend, was in Markkleeberg zusammengefahren wird. Wahrscheinlich Ergebnis der jahrelangen laxen Kontrollen“, sagt Pietsch. Jetzt wird gemessen, je nach Geländeprofil mit Laser oder Radar. Die kostspielige Technik ist wie in vielen anderen sächsischen Kommunen von der Gesellschaft für kommunale Verkehrssicherheit (GKVS) gemietet.

„Aktuell haben wir 25 Punkte, die in regelmäßigen, aber nicht nachvollziehbaren Abständen aktiviert werden“, erläutert Pietsch. Sein Motto: „Autofahrer müssen jederzeit und überall mit uns rechnen.“ Nicht um das Stadtsäckel zu füllen, sondern die Sicherheit auf Markkleebergs Straßen zu erhöhen, so Pietsch. „Wir haben weder bei Knöllchen für Parksünder, noch beim Ertappen von Rasern Zielvorgaben“, betont er. Dass Blitzen ein Aufregerthema ist, weiß Pietsch nur zu gut. „Ich habe aber auch eine lange Liste von Anwohnern, die uns regelrecht anfordern.“ Auch in der Rilkestraße erntet die morgendliche Messung in unmittelbarer Nähe zu Grundschule und Kita Zustimmung. „Passiert doch schon genug“, ruft ein Mann über den Gartenzaun. Michael R. nickt: Nach 30 Jahren im Rettungsdienst und bei der Feuerwehr wisse er um die bisweilen dramatischen Folgen der Raserei.

In der Stadtkasse im Rathaus gibt es indes viel zu tun. „Wir haben schon rund 1500 Bußgeldbescheide rausgeschickt beziehungsweise vorbereitet“, sagt Pietsch. Dank modernster Technik, die vom ADAC und Verkehrsrechtsanwälten anerkannt sei, stünden die Chancen auf „Reklamation“ denkbar schlecht. „Allerdings ist die Akzeptanz der Ertappten bei Geschwindigkeitsübertretungen wesentlich höher als beim Falschparken“, so Pietsch. Dabei kann es richtig teuer werden: Wer 70 Stundenkilometer zu viel drauf hat, dem drohen 680 Euro, vier Punkte im Flensburger Register und drei Monate Fahrverbot. Ein Punkt und 80 Euro fallen für 54 Stundenkilometer in einer 30er Zone an.

Weiter intensiviert werden die Messungen mit Schuljahresbeginn ab 9. August. „Dann werden wir im Rahmen der Aktion Sicherer Schulweg gemeinsam mit der Polizei unterwegs sein“, kündigt Pietsch an.

Ulrike Witt

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