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Markkleeberg Konzert für Absetzer, Laubbläser, Kettensäge und Rüttelstampfer
Region Markkleeberg Konzert für Absetzer, Laubbläser, Kettensäge und Rüttelstampfer
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09:12 31.08.2017
„A wie Arbeitsmusik“: Im industriellen Ambiente des Bergbau Technik Parkes wird die Geräusch-Sinfonie stattfinden. Derzeit laufen die Vorbereitungen.  Quelle: Foto: André Kempner
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Grosspösna/Leipzig

 Ein Konzert für Absetzer, Schaufelradbagger, elektrische Gitarre, Laubbläser und Kettensäge? Mit „Instrumenten“ wie Abbruchhammer, Rüttelstampfer und Eisenbahnschiene? Im Rahmen der fünften Tage der Industriekultur Leipzig wird es genau das geben. Im Bergbau Technik Park.

„Es ist ein ganz besonderes Projekt“, sagt Parkleiter Thorsten Hinz. Von der Art und Weise wohl das größte, das der Park bisher gestemmt habe. Sergey Khismatov habe eigens dafür ein Stück komponiert: „A-Musik“ - wie Arbeitsmusik. Der Klangkünstler aus St. Petersburg hat 2015 auch schon „D-Musik“ geschrieben – für Sopran in der Dusche. Ein Spaß? Oh nein, Im Rahmen der Documenta in Athen lief von April bis Juli Khismatovs elektroakustische Installation, eine Rekonstruktion der Sinfonie für industrielle Hörner von Arseny Avraamov aus den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in einer Dauerschleife. Allein in diesem Jahr stehen auf Khismatovs Fahrplan nach Konzerten in Thessaloniki und Athen, Brügge und München noch Aufführungen in den Niederlanden und Wien. Und im nächsten Jahr geht es nach Rom. Da hat Partnerin Anna Korsun gerade ein bedeutendes Kunststipendiat erhalten.

„A-Musik“: Anna Korsun, Thorsten Hinz und Sergey Khismatov. Quelle: Jörg ter Vehn

Schon das 13-köpfige „Orchester“ im Park aufzustellen, wird kompliziert. Einige sollten unten musizieren, andere auf den Geräten oben sitzen, möchte Korsun, die musikalische Leiterin. Zwei Gitarristen sind dabei, Sopranistin Viktoria Vitrenko, die Leute vom Licht sowie acht „Geräuscharbeiter", wie Khismatov sagt. Ihnen hat er eine besondere Partitur geschrieben: Nicht nach Noten. Sie bedienen Vorschlaghammer, Laubbläser und Kettensäge streng nach Sekundenvorgaben.

Der Bergbau Technik Park werde zur Bühne und vereine auf einzigartige Weise zeitgenössische Musik mit Industriearchitektur, freut sich Hinz. Mit großem Aufwand, Speziallautsprechern im Park und Skybeamern für die Show wird die „A-Musik“ inszeniert. Sie lasse an Underground-Künstler wie „Einstürzende Neubauten“ und „Test Department“, aber auch an die Musique Concrète von Pierre Schaeffer oder die von Helmut Lachemann denken, so der Park. Hinz hat dafür die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen als Förderer gewinnen können, ebenso die Dirk-Oelbermann-Stiftung und die De la Motte-Musikstiftung. Selbst Gelder aus dem lokalen Leader-Programm sind eingeplant, um etwa die Zuhörer aus Leipzig kostenlos mit Shuttlebussen zum Bergbau Technik Park bringen zu können.

Aktuell laufe das Feintuning für die Veranstaltung am 11. und 12. August, erklärt Hinz. Aber schon jetzt sei klar, es werde Haltpunkte für den Bus an der Oper in Leipzig, in Connewitz und in Markkleeberg geben. Der Eintritt zu dem Event sei im Rahmen der Tage der Industriekultur kostenlos, um möglichst vielen Besuchern einen Zugang zu dem besonderen Stück Kultur zu ermöglichen.

Die „A-Musik“ soll rund eine halbe Stunde dauern. Interessierte Besucher können zuvor noch an einer 60-minütigen Führung durch den Park teilnehmen.

www.bergbau-technik-park.de

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Von Jörg ter Vehn

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