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Kopfschütteln über Prozedere im Wertstoffhof

Kopfschütteln über Prozedere im Wertstoffhof

Früher oder später erwischt es jeden: Der Keller platzt aus allen Nähten, ausrangierte Teppiche, Elektrogeräte, Farbeimer, Kabel und Co. türmen sich. Dann bleibt Markkleebergern nur eines - der Weg zum Wertstoffhof in Gaschwitz.

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Bevor Markkleeberger im Wertstoffhof Gaschwitz ihren Sperrmüll entsorgen können, geht es rechts auf die Fahrzeugwaage.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. 2011 wurde das in der Hauptstraße 321 gelegene Areal vom Landkreis, wie alle anderen großen Wertstoffhöfe im Leipziger Land, umgebaut. Und das System unnötig verkompliziert, wie Peter Neumann meint.

"Als ich das letzte Mal in Gaschwitz war, beugte sich ein freundlicher Mitarbeiter zum Autofenster herunter und fragte mich, was ich entsorgen wolle, zeigte mir die Container und schon hatte ich alles erledigt", erinnert sich der Markkleeberger. Nun sei alles moderner geworden, fügt er ironisch hinzu. "Auf dem Hof steht ein Schild mit der Aufforderung, das Auto erst einmal stehen zu lassen und sich im Büro zu melden." Also sei er die 50 Meter zum Bürocontainer gelaufen, in dem sich zwei Männer bei der Zeitungslektüre nicht stören ließen. Ein Dritter habe sich dann seine Wünsche angehört und ihm nach Diskussion über Lumpen und ihre Zuordnung zum Sperrmüll, gegen Vorlage des Personalausweises, ein Infoblatt ausgehändigt, das er ausfüllen musste.

Danach habe die eigentliche Entsorgung mit dem Befahren der Fahrzeugwaage, dem Warten auf das Handzeichen aus dem Büro, dem Entladen an den Sperrmüllcontainern, dem erneuten Befahren der Waage und dem Wink aus dem Büro begonnen. Nach zwei Runden über den Wertstoffhof blieb ihm noch, das Gewicht des entsorgten Mülls im Büro zu quittieren. Denn jeder Kreisbewohner kann pro Jahr 100 Kilogramm Sperrmüll kostenfrei abliefern. Dass sich bei dem Prozedere die Fahrzeuge stauen, verwundert nicht. Bisweilen reicht die Schlange bis auf die Hauptstraße.

Jens Meissner, Leiter des Kreis-Abfallamtes in Grimma, kann Neumanns Ärger nicht nachvollziehen. "Unsere zehn Wertstoffhöfe sind alle so organisiert und das aus gutem Grund." Bis Ende 2011 wären die Höfe im Leipziger Land von den Kommunen betrieben worden. Das Personal habe sich weder mit den rechtlichen Rahmenbedingungen ausgekannt, noch die vorgegebenen Mengenbegrenzungen kontrolliert. "Die Folge war, dass die Leute vom Hausmüll bis zum Bauschutt alles gebracht haben. Das war natürlich bequem", sagt Meissner. Um dem Treiben Einhalt zu gebieten, habe der Kreis beziehungsweise die Kommunalentsorgung Kell die Regie übernommen und das Entsorgungssystem dem Muldentaler angepasst.

Mit Erfolg, wie Meissner betont. So habe sich die Sperrmüllmenge seit der Umstellung zum 1. Januar 2012 im Leipziger Land halbiert. Und nicht etwa, wie böse Zungen behaupteten, weil die Bürger ihren Müll illegal entsorgten. Vielmehr werde wirklich nur noch Sperrmüll in den Wertstoffhöfen abgegeben, wodurch die Festgebühren von über 25 auf 21,48 Euro pro Person hätten gesenkt werden können. "Das neue System mit der Identifikation der Haushalte und dem Wiegen hat sich bewährt und ist gerechter", so Meissner. Sicher würden auch mal Wartezeiten auftreten, was aber an den Bürgern liege, weil viele sich auf die erste Stunde nach Öffnung und die letzte vor Schließung konzentrierten. Er empfehle, die weniger frequentierten Mittagsstunden zu nutzen.

Dass es auch unkompliziert geht, beweist Leipzig, dass seine Entsorgung gelockert hat. In der Messestadt können Bürger pro Anfuhr einen Kubikmeter Sperrmüll kostenfrei abgeben. Neumanns Fazit seiner Gaschwitz-Tour, bei der er den eigentlichen Grund, die Abgabe einer Energiesparlampe vor Frust vergessen hat, lautet: "In Zukunft werde ich es vermeiden, diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2014
Ulrike Witt

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