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Kraftwerkstechnik ergänzt künftig Schau im Bergbau-Technik-Park

An der A 38 Kraftwerkstechnik ergänzt künftig Schau im Bergbau-Technik-Park

Im Bergbau-Technik-Park tut sich was. Die Schau, die mit ihren Großgeräten an der A 38 den Braunkohlebergbau der Region und damit die Entstehung des Neuseenlandes erklärt, wird erweitert um Kraftwerkstechnik.

Das bewegliche Schaufelrad ist nur eine Attraktion im Bergbau-Technik-Park. In den nächsten Monaten kommen einige neue hinzu.

Quelle: Kempner

Grosspösna. Im Bergbau-Technik-Park tut sich was. Die Schau, die mit ihren Großgeräten an der A 38 den Braunkohlebergbau der Region und damit die Entstehung des Neuseenlandes erklärt, wird erweitert um Kraftwerkstechnik.

„Diese Woche beginnen die Transporte der Geräte aus dem Kraftwerk Hirschfelde nahe Görlitz“, erklärt Parkleiter Thorsten Hinz. Das dortige technische Denkmal werde zum Jahresende geschlossen, die Sammlung aufgelöst. Der Bergbau-Technik-Park sei gefragt worden, ob er Stücke daraus habe wolle, so Hinz.

Auf diese Weise wechselten verschiedene Schaltanlagen, aber auch eine große Transmission, ein riesiger Quecksilberdampfgleichrichter und Werkzeuge wie eine Feldschmiede nach Großpösna.

Die Geräte sollten in einer DDR-typischen Leichtbauhalle den Besuchern zugänglich gemacht werden, erklärt Hinz den Plan. Es gebe dazu bereits Gespräche mit den Eigentümern der ehemaligen LPG-Halle in Störmthal, die dort ab- und im Park wieder aufgebaut werden soll. „Dieses authentische Bauwerk bietet uns die Möglichkeit, die Themen des Parks zu erweitern um Veredlung und Verstromung der Braunkohle. Sie eröffnet uns aber auch neue räumlichen Möglichkeiten etwa bei Regen oder Kälte“, freut sich Hinz über die Lösung.

„Bagger-Willy“ in Aktion

„Bagger-Willy“ in Aktion: Vom Leitstand des großen Baggers mit der Nummer 1547 setzt er für die Kinder das große Schaufelrad in Bewegung.

Quelle: Kempner

Weiterhin gebe es Gespräche, den letzten Grabenschöpfer in Sachsen, ebenfalls aus dem Raum Görlitz, in den Bergbau-Technik-Park aufzunehmen. Diese Eimerkettenbagger hätten im Tagebau geförderte und bereitgelegte Braunkohle auf die Förderbänder Richtung Kraftwerk gehoben. Das rund 40 Tonnen schwere Gerät sei ein technisches Denkmal, müsse aber von seinem jetzigen Abstellplatz fort. Die Tagebausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Braunkohlverwaltungsgesellschaft (LMBV) seien damit beauftragt, sich um seine Zukunft zu kümmern. Hinz: „Wir hoffen, den Bagger hier integrieren zu können.“

Auf jeden Fall neuer Bestandteil wird ab dem nächsten Jahr ein begeh- und bespielbarer Urzeit-Hai. „Zur nächsten Saison eröffnen wir unseren interaktiven Spielplatz“, schaut Hinz voraus. Die Pläne dafür liegen – wie berichtet – schon lange vor. Das Fördermittelverfahren habe sich aber etwas länger hingezogen, erklärt Hinz den Zeitverzug.

Am Tag der Deutschen Einheit erkundeten knapp ein Dutzend Kinder unter Aufsicht den Baggerleitstand. Das Gerät mit Namen „1547“ hatte dereinst im Vorschub vor Dreiskau-Muckern gearbeitet. Die Kinder waren über die Aktion „Die Maus öffnet Türen“ in den Genuss der Sonderführung gekommen, bei der „Bagger-Willy“ auch das große Schaufelrad in Bewegung setzte.

Der von einem Verein getragene Park steht – wie viele Museen – vor der Aufgabe, immer wieder neue Attraktionen zeigen zu müssen, um Besucher anzulocken. Keine einfache Frage, zumal der naheliegendste „Wow-Effekt“ – die Begehbarmachung der Großgeräte – nur mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro zu bewältigen wäre. Das zuständige Landratsamt drängt nach LVZ-Informationen auf einen eigenen Bebauungsplan für die Geräte, falls Besucher sie dauerhaft auch von oben erkunden wollen.

Von Jörg ter Vehn

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