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Markkleeberg „Kriminalitätslage stagniert auf nicht geringem Niveau“
Region Markkleeberg „Kriminalitätslage stagniert auf nicht geringem Niveau“
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07:00 27.06.2017
Das Markkleeberger Rathaus: Hier tagt der Stadtrat. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Beunruhigend, aber stabil – so lässt sich in etwa die aktuelle Kriminalitätsstatistik für Markkleeberg zusammenfassen. Uwe Stöhr, amtierender Revierführer des zuständigen Polizeireviers Leipzig-Südost, präsentierte dem Stadtrat konkrete Zahlen und machte aus seiner Machtlosigkeit keinen Hehl.

„Die Kriminalitätslage in Markkleeberg stagniert auf nicht geringem Niveau. Wir haben im Moment aber nicht die Möglichkeit mehr zu tun“, bremste er jegliche Erwartungen sofort aus. Dies seien die Auswirkungen der letzten Polizeireformen, sprich Personalkürzungen. „Bis die vom Freistaat Sachsen geplanten 1000 Neueinstellungen greifen, wird es ein paar Jahre dauern“, sagte Stöhr.

Die harten Fakten: In Markkleeberg wurden im vergangenen Jahr 1750 Straftaten registriert, ähnlich viele wie 2015. Besser sehe es im laufenden Jahr aus. „Bislang hatten wir im ersten Halbjahr 591 Straftaten. Ob der rückläufige Trend in den nächsten Monaten anhält, werde sich zeigen, so Stöhr vorsichtig. Immerhin werde ähnliches auch in der nahen Kriminalitätshochburg Leipzig beobachtet.

„Schwerpunkt bleiben mit einer deutlichen Steigerung gegenüber den Vorjahren Diebstahlsdelikte, insbesondere aus Kraftfahrzeugen. Allein 2015 hatten wir 300 solche Diebstähle“, erläuterte Stöhr und erinnerte an die Häufung zum Jahresbeginn 2017. Die rumänische Bande sei inzwischen gefasst, fügte er hinzu. Im Fokus von Betrügern stünden zunehmend Fahrräder. Auch hier sei Leipzig führend,.der Trend in Markkleeberg zeige aber ebenfalls nach oben. Wurden 2014 noch 150 Räder gestohlen, waren es 2015/16 schon jeweils über 200. Bis 31. Mai 2017 sind erst 62 Fälle bekannt geworden, ob das so bleibt – laut Stöhr eher unwahrscheinlich.

Immerhin gebe es in Markkleeberg, wie im ländlichen Raum generell, weniger Drogendelikte und Beschaffungskriminalität. Auch die Aufklärungsquote lasse hoffen, so Stöhr. Lag die 2014 bei 38 Prozent, 2015 gar nur bei 35 Prozent, seien es im vergangenen Jahr 41 Prozent, in den ersten fünf Monaten 2017 sogar 45 Prozent gewesen.

Als dramatisch schilderte er die interne Situation der Polizei. „Mit drei bis fünf Autos und einer Personalkapazität an der Schmerzgrenze können wir im größten sächsischen Polizeirevier keine Prävention im Sinne von Streifenfahrten machen. Das ist die Folge der Polizeireform“, betonte er noch einmal. Viele Beamte gingen demnächst in die Rente, andere seien ob ihres Alters für den Streifendienst schlichtweg untauglich, könnten nicht mal mehr eine Waffe halten, so Stöhr. Außerdem müsse sich die Polizei zunehmend mit dem Thema Terrorismus befassen:„Das bindet Kräfte, die wir eigentlich nicht haben!“

Die Hoffnung mancher Stadträte, Markkleeberg könne wieder Standort eines Polizeireviers werden, erteilte Stöhr eine Abfuhr. Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) hatte Verständnis für die Nöte, machte aber auch klar: „Unsere Bürger erwarten sichtbare Polizeipräsenz. Zwei Bürgerpolizisten reichen nicht aus.“

Von Ulrike Witt

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