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Markkleeberg Kriminalitätsstatistik: Weniger Delikte im Landkreis
Region Markkleeberg Kriminalitätsstatistik: Weniger Delikte im Landkreis
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08:02 05.04.2018
Mehr als jeder zweite Fahrraddiebstahl im Freistaat Sachsen fällt in den Bereich der Polizeidirektion Leipzig. Quelle: Foto: dpa
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Markkleeberg/Markranstädt

Zuerst die gute Nachricht: Die Sicherheitslage im Landkreis Leipzig hat sich im vergangenen Jahr spürbar entspannt. Insgesamt ging die Zahl der polizeilich registrierten Delikte um 7,8 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 54,2 Prozent. Das geht aus der jetzt vorgelegten Kriminalitätsstatistik der Polizeidirektion Leipzig für das Jahr 2017 hervor.

Die weniger erfreuliche Seite der Auswertung zeigt, dass der Anteil der Diebstähle nach wie vor unverhältnismäßig hoch ist. Bei mehr als der Hälfte aller Fälle handelt es sich um Eigentumsdelikte. Allein auf dem Gebiet der Fahrraddiebstähle liegt der Bereich der Polizeidirektion Leipzig sachsenweit ganz vorn. Fast 60 Prozent aller im Freistaat gestohlenen Fahrräder wurden 2017 aus der Region Leipzig gemeldet. Im Landkreis kamen 987 Fahrraddiebstähle zur Anzeige und damit 24 weniger als im Jahr zuvor.

Weniger Diebstähle im Landkreis Leipzig

Insgesamt zeigte sich aber auch die Eigentumskriminalität rückläufig. So sanken die Fallzahlen im Landkreis gegenüber 2016 um 473 Delikte. Bei Diebstählen aus Fahrzeugen wurde erstmals seit vielen Jahren sogar die Schallmauer von 1.000 Fällen unterschritten. Auch im Bereich der Sachbeschädigung zeigt der Trend nach unten. Allerdings bilden hier 3.356 zur Anzeige gebrachte Graffiti-Schmierereien unverändert den Schwerpunkt.

Den deutlichsten Rückgang weist die Kriminalitätsstatistik bei Tatverdächtigen ohne deutsche Staatsbürgerschaft auf. Sie ging im Landkreis bei Straftaten um fast 25 Prozent zurück, bei sogenannten ausländerrechtlichen Verstößen sank sie gegenüber dem Jahr 2016 sogar von 410 Fällen auf lediglich 26.

Weniger Vergehen mit Meth- und Amphetaminen, mehr Cannabis-Konsum

Ein Blick hinter die statistischen Angaben scheint sich im Landkreis Leipzig insbesondere bei der Betrachtung von Rauschgiftdelikten zu lohnen. Während sich die Gesamtzahl der Fälle geringfügig verringert hat, sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Rauschmitteln noch deutlicher geworden. So sank die Zahl der festgestellten Vergehen mit Meth- und Amphetaminen zwar von 165 auf 141, gleichzeitig war jedoch bei der Verarbeitung und dem Konsum von Cannabis eine deutliche Zunahme um über neun Prozent zu verzeichnen.

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz hebt in diesem Zusammenhang auch das Phänomen der Beschaffungskriminalität hervor. „Es stellt eine Leipziger Spezifik dar und führt schnell vor Augen, dass der unvermindert erhobene Ruf nach einem Mehr an Personal kein Allheilmittel sein kann – schon gar nicht für Suchterkrankungen.“

Ferner weist er darauf hin, dass die Polizei mit Komplexkontrollen und Präsenzverstärkungen die objektive Sicherheitslage und das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern könne, „aber letztlich sind es Reaktionen auf örtliche Symptome, die sich im Zuge der Verdrängung andernorts zeigen, weil nicht an der Wurzel der Problemstellung gerührt wird.“

Prognose: Kriminalität wird mit mehr Einwohnern wieder steigen

Insgesamt stellt die Kriminalitätsstatistik für 2017 positive Tendenzen dar. Bernd Merbitz macht dafür nicht nur statistische Schwankungen als Gründe aus, sondern führt das Ergebnis auch auf „die erfolgreiche Arbeit der Mitarbeiter der Polizeidirektion Leipzig, eine intensiv täterorientierte Sachbearbeitung und die ausgeprägte Vernetzung mit verschiedenen Kooperationspartnern zurück.“

Gleichwohl sieht Merbitz auch einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Kriminalität und den steigenden Einwohnerzahlen. Vorausschauend wagt er die Prognose, dass mit Blick auf das Bevölkerungswachstum künftig mit einem wieder ansteigenden Niveau zu rechnen sei.

Von Rainer Küster

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