Kulturkino Zwenkau steht nach
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Markkleeberg Kulturkino Zwenkau steht nach zwei Jahren Sanierung wieder offen
Region Markkleeberg Kulturkino Zwenkau steht nach zwei Jahren Sanierung wieder offen
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12:08 23.03.2017
Freuen sich über die gelungene Sanierung: Steffen Wieser (erste Reihe links) mit Gästen vor dem Kulturkino. Quelle: Kempner
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Zwenkau

Kurz vorm 90. Geburtstag erstrahlt das Kulturkino in neuem Glanz. Für den Hausherrn, die Kulturinitiative Zwenkau, ist gestern mit der Wiedereröffnung ein Traum wahr geworden. In den vergangenen 13 Jahren haben die Mitglieder um Vereinschef Steffen Wieser 30 000 Stunden ehrenamtlich gearbeitet, um rund eine Million Euro Fördermittel und Spenden gekämpft und zuletzt die 22-monatige Sanierung durchgestanden.

„Warum habt Ihr Euch 2003 den Klotz ans Bein gebunden?“, fragte Moderator und Kulturinsider Tilo Esche vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter Staatsministerin Petra Köpping (SPD). „Als ich nach Zwenkau gezogen bin, habe ich festgestellt, dass die Stadt sportlich gut aufgestellt ist, aber kulturell nichts zu bieten hatte“, erzählte Wieser, der damals gerade fürs Theatrium in Grünau tätig war. Als er dann hörte, dass das zwar marode aber von der Bausubstanz eigentlich erhaltenswerte Haus abgerissen werden soll, ging er mit Suse Schönherr ins Rathaus. Und sie überrumpelten mit ihrem Enthusiasmus Alt-Bürgermeister Herbert Ehme (CDU).

„Ich war damals froh, dass wir nach langen Kämpfen mit dem Denkmalschutz die Abrissgenehmigung hatten. Aber die Beiden waren so begeistert von ihrer Idee, dass ich dachte, ob wir das Kulturkino heute oder in einem Jahr abreißen, lass die mal wurschteln. Heute schäme ich mich dafür“ gestand Ehme und betonte: „Was hier entstanden ist, darauf könnt Ihr stolz sein. Das Haus ist eine große Bereicherung für Zwenkau.“ Allerdings sei es mit der Sanierung, in die seit 2015 rund 780 000 Euro Stadtumbau-Ost-Mittel geflossen sind, nicht getan: „Vor Euch liegt die nächste große Herausforderung, das Kulturkino mit Leben zu füllen.“

Esche hakte nach: „Was plant Ihr und wie wollt Ihr den Kulturbetrieb finanziell absichern?“ Wieser berichtete, dass das Kulturkino seit 16. März als hochprofessionelles Kino mit Digitaltechnik registriert sei und bestes Programmkino mit allem, was der Filmmarkt zu bieten hat, zeigen werde. Anmeldungen bis weit ins Jahr 2018 gebe es schon für Einmietungen wie Hochzeitsfeiern. Wieder aufgenommen würden Projekte mit Zwenkauer Schulen. „Um ein Kulturhaus dieser Größe zu stemmen, brauchen wir aber zwei Stellen im technischen und kulturellen Bereich. Allein mit Ehrenamtlichen ist das nicht mehr machbar“, mahnte er.

„Mein Herz und mein schlechtes Gewissen hängen am Kulturkino“, räumte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) ein. Allerdings bezog er das nicht auf die Finanzsituation, sondern auf sein von Amts wegen eingeschränktes handwerkliches Engagement als Vereinsmitglied. Er dankte der Kulturinitiative für ihren Mut, ihre Kraft und ihre Zielstrebigkeit und wünschte „immer volles Haus und volle Kasse“. Wie das gehen soll, verriet er erst auf LVZ-Nachfrage: „Ich denke, es läuft auf eine Mischfinanzierung von Kommune und Kulturraum hinaus. Kultur ist Daseinsvorsorge. Wenn wir das wollen, müssen wir was locker machen.“

Am Samstag wird erst mal ordentlich gefeiert, ab 16 Uhr bei der großen Bürgerparty mit Musik und Film im Kulturkino.

Von Ulrike Witt

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