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Kulturstättenkonzept bleibt unter Verschluss

Stadtrat Markkleeberg Kulturstättenkonzept bleibt unter Verschluss

Kulturstätten-Management-Konzept – der Begriff ist sperrig und das fast 100 Seiten dicke Papier geheim. Zumindest machte es am Mittwochabend den Anschein. Das Konzept stand zwar auf der Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung und es wurde auch öffentlich diskutiert, jedoch ohne Inhaltliches preiszugeben.

Das Weiße Haus im Agra-Park soll künftig ein Ort der Hochkultur sein.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Kulturstätten-Management-Konzept – der Begriff ist sperrig und das fast 100 Seiten dicke Papier geheim. Zumindest machte es am Mittwochabend den Anschein. Das Konzept stand zwar auf der Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung und es wurde auch öffentlich diskutiert, jedoch ohne Inhaltliches preiszugeben. Erst auf Drängen der LVZ gab Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) gestern einen Auszug frei.

„Etablierte Kulturmarken sollten sich nicht für ihr Dasein rechtfertigen müssen oder für das Schließen von Haushaltsdefiziten Verwendung finden. Vielmehr sollten die Nischenkultur abseits der Kulturmetropole Leipzig gezielt entwickelt und Einrichtungen zukunftsfähig gestaltet werden“, heißt es in der Zusammenfassung. Zudem die Erkenntnis: Personalkürzungen oder Minderzuwendungen führten nicht zum Qualitätserhalt, ergo müssten Arbeitsstrukturen optimiert oder solvente Sponsoren gefunden werden.

Vorab gibt es auf mehr als 60 Seiten eine Bestandsanalyse. Die großen Kulturstätten wie das Weiße Haus, die Lindensäle, die Orangerie Gaschwitz, die Stadtbibliothek und erstaunlicherweise auch das an Privat verkaufte Westphalsche Haus werden detailliert hinsichtlich Profil samt Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, Veranstaltungen, Statistik, Finanzen und Personal aufgelistet. Dazu gibt es Entwicklungsschwerpunkte. Fürs Weiße Haus – nur das liegt der LVZ vor – lautet das Ziel: Etablierung als Stätte der Hochkultur, Entwicklung zur ansehnlichsten Repräsentationsstätte der Stadt.

„Das Konzept ist eine wichtige Arbeitsgrundlage. Es muss permanent fortgeschrieben, im Fachausschuss diskutiert werden“, erklärte Schütze. Es beinhalte eine ganze Reihe Empfehlungen, die irgendwann in einer Kulturförderrichtlinie festgeschrieben werden könnten. Dieter Bormann, Fraktionschef der Linken, vermisste die kulturpolitische Linie: „Davon steht nichts drin.“ Die Kultur sei in Markkleeberg sehr gut und breit aufgestellt. Daran solle sich nichts ändern, betonte der OBM, „aber wir wollen auch nichts in Stein meißeln.“

Bormann blieb gewohnt hartnäckig, wollte konkrete Zahlen, was künftig mit wie viel Euro gefördert wird. „Was wir uns leisten können, hängt vom Haushalt ab“, so Schütze. Fest steht laut Risiko-Analyse zum Weißen Haus, dass bei sinkenden Kulturraum-Fördermitteln und einer schlechteren Haushaltsprognose weniger Geld da sein wird. Überhaupt sei das Konzept keine Vorlage fürs Stadtmarketing und nicht für die Öffentlichkeit gedacht, fügte der OBM hinzu.

CDU-Fraktionschef Oliver Fritzsche machte klar, dass „die CDU zum Thema Ausgestaltung Kultur durch Politik eine andere Vorstellung hat“. Die CDU war es, die 2014 im Zuge des Haushaltsstrukturkonzeptes ein Kulturstätten-Management-Konzept angeregt hatte. „Es soll eine Arbeitsgrundlage sein und keine Richtungsvorgabe“, meinte Fritzsche. Man wolle keine Entscheidungen vorwegnehmen, war er sich mit Schütze einig. SPD-Fraktionschef Rolf Müller sagte: „Wir wissen jetzt, wo wir stehen und sollten im nächsten Schritt die Vereine und freien Anbieter einbeziehen.“

Von Ulrike Witt

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