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Landesdirektion: Nass-Kiesabbau

Kiestagebau Landesdirektion: Nass-Kiesabbau

Dämpfer für die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH (MDB): Die Landesdirektion Sachsen lässt den beantragten Nass-Kiestagebau nur im Bewilligungsfeld Zitzschen zu. Die Ausdehnung auf das Feld Großdalzig wird abgelehnt. Allerdings ist das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens, das am Montagvormittag bekanntgegeben wurde, keine abschließende Entscheidung. Diese trifft letztlich das Oberbergamt.

Zwenkau. Dämpfer für die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH (MDB): Die Landesdirektion Sachsen lässt den beantragten Nass-Kiestagebau nur im Bewilligungsfeld Zitzschen zu. Die Ausdehnung auf das Feld Großdalzig wird abgelehnt. Allerdings ist das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens, das am Montagvormittag bekanntgegeben wurde, keine abschließende Entscheidung. Diese trifft letztlich das Oberbergamt.

„Der Abbau im Nassgewinnungsverfahren im Feld Zitzschen ist unter bestimmten Maßgaben raumverträglich, der Aufschluss des Feldes Großdalzig wird hingegen als raumunverträglich abgelehnt“, heißt es in der Mitteilung der Landesdirektion. Anstelle der von der MDB vorgesehenen Abbaufläche von zirka 174 Hektar zwischen Knautnaundorf, Zitzschen, Kitzen und Kleinschkorlopp dürfen nach Ansicht der oberen Raumordnungsbehörde nur 97 Hektar bergbaulich genutzt werden. Die Dauer des Kiesabbaus wird von 41 auf 23 Jahre verkürzt. Zudem soll das Unternehmen mindestens 20 Hektar hochwertigen Ackerboden rekultivieren.

„Damit und mit der Beschränkung auf das Feld Zitzschen trägt die Landesdirektion der großen Bedeutung der Landwirtschaft auf fruchtbaren Böden in diesem Raum Rechnung“, betont die Behörde. Und es gibt noch eine Auflage: Die MDB soll gemeinsam mit den betroffenen Kommunen Leipzig, Zwenkau und Pegau Lage und Folgenutzung für die beiden neu entstehenden Restseen festlegen sowie den Saugraben zwischen Kitzen und der Weißen Elster in seiner hydrologischen und ökologischen Bedeutung erhalten.

In Zwenkau wurde das Ergebnis mit gemischten Gefühlen aufgenommen. „Positiv ist, dass erst einmal das Abbaufeld Großdalzig abgelehnt wurde. Nicht gut finde ich die Zustimmung zum Nassabbau. Ich denke, hier werden wir gemeinsam mit Leipzig und Pegau noch mal den großen Hebel ansetzen“, sagte Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Wie berichtet, gibt es einen Leipziger Stadtratsbeschluss vom Juni, wonach die Messestadt bei einem Ja zum Nassabbau mit den anderen beiden Kommunen klagen will. Allerdings erst nach Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses, so Schulz.

Die Zitzschener Landwirtin Anja Becker meinte: „Absolut unverständlich, hier wird mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen. Die Rekultivierung bringt uns erst mal gar nichts, die Flächen sind auf Jahrzehnte verloren. Außerdem glaube ich nicht, dass wir die Chance haben, unser Land wiederzubekommen. Kleine Privatunternehmen ziehen immer den Kürzeren.“ Wie andere Betroffene werde sie sich jetzt anwaltlichen Rat holen.

Trotz Dämpfer optimistisch zeigte sich MDB-Geschäftsführer Thomas Jung in Petersberg bei Halle: „Deutlich besser als ein kategorisches Nein. Ich sehe das Ergebnis als vernünftigen Kompromiss, über den es sich lohnt, ernsthaft nachzudenken. Auch wenn wir unsere Pläne bei einer Reduzierung der Fläche ändern müssen.“ Jung sieht die Beurteilung als Bekenntnis zum Kiesabbau in der Region. „Es gibt in und um Leipzig einen riesigen Bedarf an Kiesen und Sanden, das darf nicht vergessen werden. Und spätestens Mitte 2017 wird das Kieswerk in Rehbach geschlossen“, sagte er.

Gleichzeitig erinnerte Jung daran, dass das abgeschlossene Raumordnungsverfahren nur ein Schritt und keine Genehmigung ist. „Die Landesdirektion hat ein gewichtiges Wort, die Entscheidung fällt aber das Oberbergamt in Freiberg. Und bis es so weit ist, können Jahre vergehen, noch ist nicht einmal das Planfeststellungsverfahren eröffnet“, so der MDB-Chef.

 

 

 

 

Von Ulrike Witt

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