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Leben oder Tod - die Besucher entscheiden künftig im Sanitätsmuseum

Leben oder Tod - die Besucher entscheiden künftig im Sanitätsmuseum

Großpösna. Das  Sanitäts- und Lazarettmuseum Seifertshain soll pünktlich zur 200-Jahrfeier der Völkerschlacht in diesem Jahr umgekrempelt werden. Seit dieser Woche laufen die Arbeiten, mit deren Hilfe das Haus seinen bisherigen Heimatmuseum-Charme verlieren, insgesamt moderner und professioneller gestaltet werden soll.

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Zum Areal des Museums zählen auch Kräutergarten sowie ein Schuppen, in dem die Auswirkungen des Krieges auf die Bauern dargestellt werden soll.

Quelle: Jörg ter Vehn

2003 sei das Museum mehr aus dem Bauch heraus gestaltet worden, erklärt Peter Krümmel vom Soziokulturellen Zentrum Kuhstall. "Jetzt wollen wir die Geschichte stringenter erzählen." Mit Hilfe von Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur entstand unter Leitung von Museologie-Professor Markus Walz im Vorjahr ein Konzept, das nach einiger Diskussion nun umgesetzt werden soll. Änderungen hätten sich ergeben, so Krümmel, da zum Beispiel erst vor kurzem in dem Haus eine alte, verborgene Tür entdeckt und wieder geöffnet werden konnte, mit der sich auch für die Besucherführung neue Chancen auftaten: "Statt zweier Sackgassen können wir nun einen Rundgang anbieten", freute sich Krümmel.

 Im Wesentlichen wird das Museum fünf Räume haben, in denen sich dem Thema Leid der verwundeten Soldaten und der Landbevölkerung auf unterschiedliche Weise genähert wird. Während früher das Museum mit einer blutige Amputationszene am Anfang der Führung auf einen Schock setzte, um das sonst beim Völkerschlachtgedenken meist ausgeblendete Thema Schmerz, Leid und Tod einzuführen, sieht der Besucher jetzt ein Arsenal von Waffen auf sich gerichtet. "Wir wollen die Bedrohung darstellen, der sich jeder Soldat auf dem Schlachtfeld ausgesetzt sah", erklärt Krümmel.

 Der zweite Raum widmet sich dem Transport und der Versorgung der Verwundeten und dem Arzt Dominique Larrey, der als Mitbegründer der modernen Militär-Chirurgie steht. Sogar ein Originalwerk des Franzosen konnte das Museum mit Hilfe der Umweltstiftung erwerben.

 Der dritte Raum zeigt die zivilen Anstrengungen, den Soldaten zu helfen - etwa das Scharpie-Zupfen, um aus Stoffresten Verbandsmaterial herzustellen. Dort werde auch an Auguste Vater, die damalige Pfarrerstochter von Seifertshain erinnert, die mit ihrem Buch das Leid der Schlacht einfing, so Krümmel.

 Im vierten Raum entscheiden die Besucher per Zufallsgenerator über das Schicksal eines Soldaten. Tod, Heilung oder Invalidität werden entsprechend weiter aufbereitet. Im fünften Raum sei eine jährlich wechselnde Sonderschau zur Medizingeschichte vorgesehen, erläutert Krümmel.

 Mitte Juli soll Haus wieder öffnen. Die Umbauten seien möglich geworden durch eine Förderung in Höhe von 15000 Euro über die Kultur- und Umweltstiftung der Leipziger Landes der Sparkasse, so Krümmel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2013

Jörg ter Vehn

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