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Leitbild für ein Zentrum

Leitbild für ein Zentrum

In der Großen Kreisstadt Markkleeberg hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Neue Wohngebiete schossen wie Pilze aus dem Boden, Kitas und Schulen wurden saniert beziehungsweise neu gebaut, die Seen haben sich zu touristischen Anziehungspunkten entwickelt.

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Viel Platz zum Gestalten: Die Rathausstraße soll anhand des für den Bereich zwischen Ring und Hauptstraße vorgestellten Leitbildes in den nächsten Jahren zum Stadtzentrum von Markkleeberg werden.

Quelle: unknown

Markkleeberg. Nur eines hat Markkleeberg historisch bedingt nicht, ein Zentrum.

Nach den Vorstellungen von Planern und Stadträten könnte das in den nächsten zehn bis 15 Jahren in der Rathausstraße entstehen. Für den Bereich zwischen Ring und Hauptstraße haben Architektin Christiane Domke, Landschaftsarchitekt Dirk Seelemann, Bert Neumann vom Leipziger Stadtplanungsbüro KOP und Kay Kaden von der Chemnitzer Iproplan ein Leitbild vorgelegt. Es ist das Ergebnis dreier Workshop-Runden, die zum Teil schon im vergangenen Jahr unter Beteiligung der Stadtverwaltung und der Abgeordneten stattfanden.

Im Planungskonzept findet der Markkleeberger, was sein Herz begehrt: Das avisierte Sportbad gleich hinterm Bahnhof, einen zentralen Umsteigepunkt für Bus und Bahn, Parkplätze, eine Markthalle, einen Fahrradverleih, ein Kino, eine Post, ein Hotel, eine Tourismuszentrale, ein Ärztehaus, schicke Wohnungen – und das alles konzentriert auf 400 Metern in der Rathausstraße. Keine Brachen, keine maroden Gebäude, stattdessen ein urbaner Raum, der Jung und Alt zum Verweilen einlädt.

„Unser Ziel ist es, einen zentralen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität in Markkleeberg zu schaffen“, erklärt Architektin Domke. Und das sei eben nur durch eine sinnvolle Funktionsmischung möglich, so wie sie im Leitbild vorgeschlagen wird. „Basis für die Belebung der Rathausstraße ist ein stimmiges Verkehrskonzept, das den öffentlichen Personennahverkehr und den Individualverkehr einbindet“, betont Domke. Die Brücke, die die Deutsche Bahn in den nächsten zwei Jahren neu errichten will (die LVZ berichtete), soll mit Lichtbändern zum Hingucker werden. Wasserspiele nach dem fast in Vergessenheit geratenen Konzept des „Blauen Pfades“ die Straße aufwerten. Und selbst die für die Waldbahn-Trasse in Aussicht gestellten Lärmschutzwände könnten ein Blickfang sein. Als absolutes Highlight ist schließlich eine sogenannte städtebauliche Dominante, meist ein turmartiger Bau, für eine Tourismuszentrale angedacht.

Bei solchen Zukunftsvisionen reiben sich viele Markkleeberger die Augen. So manches, wie zum Beispiel ein Überdenken des Verkehrskonzeptes, ist nichts Neues: Die Händler der Rathausstraße kritisieren seit Jahren, dass die Einbahnstraße zwischen Süd- und Hauptstraße Ortsfremde und Einheimische wegleitet. Anderes, wie das Sportbad, sind derzeit schlichtweg nicht finanzierbar. Und die Situation der Kommunen wird bekanntermaßen in den nächsten Jahren nicht besser.

„Ein Leitbild gibt nur den großen Rahmen für die Stadtplanung vor. Es muss nicht finanziell untersetzt sein“, sagt Domke. Es handele sich um eine Grundlage für spätere Bebauungspläne. Allerdings seien der Zeitpunkt und die Umstände für die Erarbeitung des Leitbildes ausgesprochen günstig gewesen: „Viele Flächen in diesem sensiblen Bereich gehören inzwischen der Stadt. Zudem hatten wir als Planer die seltene Möglichkeit, mit Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern zu diskutieren, bevor wir einen Entwurf vorlegen.“

Als nächster Schritt soll nun mit dem Bauamt über mögliche Bebauungspläne und eine Gestaltungssatzung, also die Festlegung von Geschosshöhen, Dachformen und Fensterproportionen, gesprochen werden.

Ulrike Witt

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