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Markkleeberg „Lesen ist Kino im Kopf“
Region Markkleeberg „Lesen ist Kino im Kopf“
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17:27 27.11.2011
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„Ich freue mich, dass wir in der glücklichen Lage sind, in Zeiten, wo anderswo Bibliotheken zurückgefahren werden, eine neue zu eröffnen“, erklärte der Rathauschef den Gästen. Mehr als eine Million Euro hat sich die Stadt den „Treffpunkt für Leseratten“ kosten lassen. „Baulich war der alte Standort gegenüber des Bahnhofs nicht mehr vertretbar“, begründete Klose die Investition. Für den Standort im Anbau der Mittelschule hätten zwei Aspekte gesprochen: „Einerseits konnten wir Stadtsanierungsmittel und so eine Zwei-Drittel-Förderung von Bund und Land nutzen, andererseits ist die Nähe zur Mittelschule, zur größten Grundschule, zum Rudolf-Hildebrand-Gymnasium und gleich drei Kindergärten ideal.“

Markkleeberg. Sieben Tage, vier Eröffnungen – die Quote kann sich sehen lassen. Nachdem am letzten Dienstag die Mittelschule, am Donnerstag die Quartiersgarage in der Rathausstraße und am Freitag das „direct“-Tonstudio im Jugendklub Gaschwitz übergeben wurden, konnte der Markkleeberger Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD) am Samstag als krönenden Abschluss noch die neue Stadtbibliothek einweihen.

Denn eine der wichtigsten Aufgaben sei es, bei Kindern den Lesehunger zu wecken. „Ich erinnere mich noch gut, als mir mein erstes, 500 Seiten starkes Buch geschenkt wurde. Zuerst war ich sauer. Aber wenn sich die Leidenschaft festgefressen hat, bleibt sie ein Leben lang“, so Klose. Trotz Internet, Bücher hätten Zukunft. „Lesen ist anregend, es ist ein Abenteuer, das die Fantasie weckt und damit die Kreativität. Lesen ist Kino im Kopf und das wollen wir schon bei den Jüngsten fördern“, betonte Klose. Die Kinder haben in den 350 Quadratmeter großen Räumlichkeiten im Erdgeschoss denn auch ein eigenes Reich mit gemütlichen Rückzugsmöglichkeiten zum Schmökern bekommen.

Immerhin 35 470 Medien stehen in der Stadtbibliothek für Klein und Groß bereit – von Büchern, über CDs und DVDs bis hin zu Spielen. Im vergangenen Jahr konnten Leiterin Antje Pfeiffer und ihre drei Mitarbeiterinnen im Interim in der Rathausgalerie insgesamt 28 283 Besucher begrüßen. Unter den 1940 regelmäßigen Nutzern waren laut Statistik 850 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Alle zusammen haben 111 297 Medien ausgeliehen. „Ich hoffe, dass mit der neuen, 100 Quadratmeter größeren Bibliothek noch eine Steigerung möglich ist. Nicht zuletzt durch das spezielle Internetprogramm mit dem Bestellen und Verlängern noch einfacher ist“, so Klose. Er dankte den Bauleuten, allen voran dem Ingenieurbüro für Bauplanung und Beratung IBB, den Mitarbeitern des Bau- und Kulturamtes und ganz besonders dem Team der Stadtbibliothek, das zwei Groß-Umzüge innerhalb von zweieinhalb Jahren gestemmt hat.

„Das war ein ziemlicher Kraftakt“, gestand Pfeiffer. Buchstäblich bis zur letzten Minute hätten alle geackert. „Aber wir haben es gern gemacht, weil wir gewusst haben, wie die Markkleeberger darauf warten“, erzählte Pfeiffer. Dass sich all die Mühe gelohnt hat, fand auch Maria Lobeck. Mit ihrer vier Jahre alten Tochter Lenya schaute sie sich am Familiennachmittag in der Kinderecke um: „Wir wohnen noch gar nicht lange in Markkleeberg, aber die Stadtbibliothek hat es uns gleich angetan.“

Gestrahlt hat am Samstagnachmittag auch Hans-Joachim Männig. Der Rentner leitete 1978 die Rekonstruktion des ehemaligen Domizils in der Rathausstraße. „Ich bin glücklich, dass die Bibliothek so wunderschön geworden ist. Besonders begeistert mich, dass der Schriftzug, den ich damals beim Leipziger Kunstschmied Nentwig in Auftrag gegeben habe, am Eingang wieder einen Platz gefunden hat.“

Bis zum Abend kamen zahlreiche Markkleeberger in die Geschwister-Scholl-Straße. Ein Höhepunkt war mit allein 150 Besuchern die Lesung von Bestsellerautorin Sabine Ebert. Und es soll nicht die einzige Veranstaltung dieser Art bleiben. Am Freitag steht schon die nächste Lesung ins Haus: Dann ist ab 19.30 Uhr die Markkleebergerin Kathrin Aehnlich mit ihrem Buch „Rom, New York, Markkleeberg – Vom Unterwegssein“ zu Gast.

Wer sich im aus- und umgebauten Schulzentrum einschließlich der Stadtbibliothek umsehen möchte, kann das am Samstag zwischen 10 und 12 Uhr. Sozialamtsleiter Wolfgang Heinze und der Sachgebietsleiter Kultur, Ralph von Rauchhaupt, bieten Führungen für Interessierte an.

Die Stadtbibliothek in der Geschwister-Scholl-Straße 2a hat montags und freitags von 12 bis 18 Uhr, dienstags von 10 bis 15 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Ulrike Witt

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