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Letzte Chance für den Aufbruch der Moderne im Fotomuseum

Ausstellung endet Letzte Chance für den Aufbruch der Moderne im Fotomuseum

Im Deutschen Fotomuseum in Markkleeberg ist nur noch bis Sonntag der „Paukenschlag der Moderne“ zu hören und vor allem zu sehen. Fotokunst klassischer Natur und eine gesellschaftskritisch-lustige Schau von Malersohn Albrecht Tübke runden bis zum Jahresende das Programm ab.

Original der Moderne: Kerstin Langner präsentiert schmunzelnd eine alte Leica-Kamera, die auch auf dem Ausstellungsbild rechts zu sehen ist. Die aktuelle Schau endet am Sonntag.

Quelle: Kempner

Markkleeberg. Im Deutschen Fotomuseum in Markkleeberg ist nur noch bis Sonntag der „Paukenschlag der Moderne“ zu hören und vor allem zu sehen. Fotokunst klassischer Natur und eine gesellschaftskritisch-lustige Schau von Malersohn Albrecht Tübke runden bis zum Jahresende das Programm ab.

An der Hausfront des Fotomuseums lockt noch immer eine überdimensionale Marilyn Monroe die Besucher ins Haus. Aber irgendwie habe Hollywood auch mit der aktuellen Ausstellung zu tun, meint Kurator Andreas J. Mueller. Denn das Aufkommen des Kinos Anfang des vorigen Jahrhunderts habe immer lichtempfindlicheres Filmmaterial ermöglicht, das wiederum den Weg auch in die Kameras der Fotokünstler fand. Mit der Kleinbildkamera à la Leica schließlich begann dann der Siegeszug der Fotografie - auch in der Kunst.

Kein Wunder, dass die Fotografen der Moderne ihrem Lieblingswerkzeug gleich in mehreren Bildern ein Denkmal setzten. „Im Museum können Besucher sich dann auch die Originale ansehen“, sagt Muellers Partner-Kuratorin Kerstin Langner. In der Dauerausstellung des Hauses finden sich neben Fotografien aller Epochen auch die dazugehörigen Kameras, die früher mitunter zimmergroß waren – sehr zum Staunen heutiger Ferienkinder.

Die überdimensionale Marilyn Monroe wirbt am Deutschen Fotomuseum im Agra-Park für die Kunst

Die überdimensionale Marilyn Monroe wirbt am Deutschen Fotomuseum im Agra-Park für die Kunst.

Quelle: Kempner

Die neuen, kleinen Geräte verschafften in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts jedoch den Künstlern Möglichkeiten, ihr „Neues Sehen“ festzuhalten. Der Wertewandel nach dem Ersten Weltkrieg, die Aufbruchstimmung, aufkommende neue Moralvorstellungen – all das kann bemerken, wer die Ausstellung der Werke von Man Ray, El Lissitzky, Alexander Rodtschenko, Raoul Hausmann und Umbo genau ansieht. Bis Sonntag sei dies noch möglich, erklärt Langner.

„Our world is beautiful“ heißt es dann vom 6. August bis zum 4. September. Zu sehen seien die 60 schönsten Werke des aktuellen internationalen Cewe-Fotowettbewerbs, erklärt Mueller. In den Kategorien Menschen, Sport, Architektur, Landschaften, Natur sowie Transport und Infrastruktur hatten bekannte und weniger bekannte Fotografen ihre Werke eingereicht – „eine spannende Mischung“ verspricht Mueller. Cewe ist der Hauptsponsor des Hauses.

„Vollkommene Fotografie“ des Fotopioniers Heinrich Kühn „zwischen Historismus und Moderne“ verspricht das Museum anschließend ab dem 10. September. Der Kunstfotograf, ein Vertreter des so genannten Pictorialismus, wäre in diesem 150 Jahre alt geworden. „Wir haben die Werke gerade an diesem Wochenende von seinem Enkel aus Tirol abgeholt“, erzählt Mueller.

„Pitti Uomo – Opfer der Mode“ schließlich werden ab dem 1. Oktober gezeigt. Albrecht Tübke habe dafür besondere Menschen und „Paradiesvögel“ der Mailänder Modemesse in neu-traler Umgebung fotografiert. „Eine lustige Ausstellung, die auch sehr viel über unsere Zeit und die heutige Dekadenz erzählt“, findet Mueller.

– Das Museum im Agra-Park Markkleeberg (S-Bahn-Haltestelle Breitscheidstraße) ist täglich außer montags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen sechs, Schüler und Studenten vier Euro Eintritt.

Von Jörg ter Vehn

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