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Markkleeberg Lichtbilder zwischen Trasse, Tristesse und Schönheit der Natur
Region Markkleeberg Lichtbilder zwischen Trasse, Tristesse und Schönheit der Natur
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00:20 14.06.2018
Die Motive zwischen den Bäumen im Park und an den Wänden des Deutschen Fotomuseums ergänzen sich. Man müsse also beide Teile ansehen, fordert der Künstler.
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Markkleeberg

Im März stellte Wilhelm W. Reinke im Deutschen Fotomuseum sein Projekt „Narrenbäume“ vor. Er plauderte über seine Reisen um die ganze Welt, immer auf der Suche nach den ausdrucksstärksten Bäumen. Gefunden hat er Baobabs auf Madagaskar, Agaven auf Gozo, Dattelpalmen auf Mallorca, die Esche in seiner Heimatstadt Braunschweig und viele mehr. Und er skizzierte die am Samstag eröffnete, zweigeteilte Ausstellung.

Neben einer Bilderschau im Fotomuseum thematisiert Reinke entlang eines spektakulären Foto-Parcours zwischen Eichen und Eschen, Ahorn und Ulmen, Linden und Buchen das zwiespältige Verhältnis des Menschen zu Natur, in dem der Baum seit jeher eine symbolträchtige Rolle spielt. Der Künstler setzt nackte, anonymisierte, vergleichsweise kleine Körper zwischen wuchtige Kronen, effektvolle Stämme und filigranes Wurzelwerk, mal als Einheit verschmelzend und kaum zu entdecken, mal als Kontrast. Gerne zitiert er aus dem Vorwort von Andreas J. Mueller zu seinem Buch „Narrenbäume“. „Der Mensch sägt den Ast, auf dem er sitzt, ab, um einen Stuhl daraus zu bauen“, merkt der Direktor des Fotomuseums an. Aus einem Paradies voller Bäume entstand unsere heutige Welt, in der minütlich 35 Fußballfelder Regenwald abgeholzt würden. Die Fotografien Reinkes seien ein Epitaph, das uns mahnen wolle, den unverantwortlichen Vernichtungsfeldzug wider die Natur zum Stillstand kommen zu lassen.

Während eines gemeinsamen Rundgangs mit musikalischer Untermalung ließen die Besucher der Vernissage die Lichteffekte auf sich wirken. Quelle: Kempner

Was politisch derzeit rund um den Agra-Park passiert, fällt zur Freude der Markkleeberger keineswegs unter den Tenor einer Grabinschrift. Im Gegenteil, das Versprechen des Sächsischen Verkehrsministers Martin Dulig, der Freistaat bevorzuge eine Tunnellösung als Vorzugsvariante vor dem Ausbau der den Park teilenden Hochstraße, könnte der Beginn der Wiedergeburt der historischen Herfurth’schen Landschaftsgestaltung sein. So spielten während der Vernissage mit einem Spaziergang durch den Park nicht nur die ästhetische und künstlerische Aspekte von Reinkes Bildern eine Rolle, sondern auch gesellschaftliche Einflüsse. Der gemeinsame Kampf der Stadt mit dem Verein Pro Agra-Park könne jetzt von Erfolg gekrönt sein, hofft Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD).

Sachsen macht sich in Berlin für Tunnellösung stark

Brigitte Wiebelitz, Pro-Agra-Park Vorsitzende, wies zur Begrüßung auf das erfolgreiche Zusammenwirken mit Leipzig und Markkleeberg sowie dem Fotomuseum hin. Dabei stellte sie ihr persönliches Engagement unter den Scheffel. Nicht nur im Zuge des jahrzehntelangen Kampfes gegen die Hochstraße, die angelegte Sichtachsen des Herfurth’schen Parks zerstöre, auch beim Sammeln finanzieller Unterstützung sei sie beherzt und unermüdlich ganz vorne dabei gewesen, lobte Falk Hartig, Markkleebergs Kulturamtsleiter.

Landrat Henry Graichen (CDU), der ganz persönlich die Ausstellung im Freien besonders ansprechend findet, erinnerte als Schirmherr pragmatisch an den dramatischen Rückgang des Waldes auf der Erde. Reinke schärfe den Blick für die Schönheit und die Werte der Natur.

Er möchte der Natur symbolisch zurückgeben, was er ihr genommen hat. „Wenn auf meinen Leinwänden durch die Sonne ein Lichtspiel entsteht, ist die Integration gelungen“, findet der Künstler. Dann schließe sich der Kreis.

Von Gislinde Redepenning

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