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Lindensaalkonzerte versprechen auch 2016 Genuss für Klassikfreunde

Lindensaalkonzerte Lindensaalkonzerte versprechen auch 2016 Genuss für Klassikfreunde

Seit fünf Jahren gibt es in Markkleeberg eine kleine aber feine Klassikreihe – die Lindensaalkonzerte. Veranstalter ist der Verein Internationale Kammermusik Leipzig, künstlerischer Leiter der 1. Solocellist des Gewandhausorchesters, Christian Giger. Der gebürtige Schweizer ist seit 20 Jahren in Markkleeberg zu Hause. Zum Jahreswechsel hat er Bilanz gezogen und verraten, auf welche hochkarätigen Konzerte sich Klassikfreunde 2016 freuen können.

Hochgenuss für Klassikfreunde bieten die Lindensaalkonzerte seit ihrer Gründung im Jahr 2011.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Seit fünf Jahren gibt es in Markkleeberg eine kleine aber feine Klassikreihe – die Lindensaalkonzerte. Veranstalter ist der Verein Internationale Kammermusik Leipzig, künstlerischer Leiter der 1. Solocellist des Gewandhausorchesters, Christian Giger. Der gebürtige Schweizer ist seit 20 Jahren in Markkleeberg zu Hause. Zum Jahreswechsel hat er Bilanz gezogen und verraten, auf welche hochkarätigen Konzerte sich Klassikfreunde 2016 freuen können.

„Einerseits haben sich meine Erwartungen erfüllt. Immerhin existiert die Konzertreihe noch. Das ist bei der überall schwierigen Kulturfinanzierung nicht selbstverständlich. Andererseits wünsche ich mir mehr Publikum“, erklärt Giger. Der Zuspruch bei den jährlich vier Lindensaalkonzerten sei sehr unterschiedlich. „Bei populärer Musik von ‚amarcord’ oder ‚Sjaella’ ist der Große Lindensaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Das haben wir vergangenes Jahr im März erlebt. Bei anspruchsvollerer Kammermusik ist die Resonanz bedauerlicherweise geringer. Im Schnitt kommen 200 Besucher“, sagt er und betont: „Was wir in Markkleeberg anbieten, ist mindestens so gut wie im Gewandhaus. Es sind ja auch oft die gleichen Musiker.“

Leider habe sich das aber noch immer nicht herumgesprochen. Insbesondere die Markkleeberger hätten Nachholbedarf. „Etwa 50 Prozent der Besucher der Lindensaalkonzerte sind bislang Leipziger. Das hat uns der ehemalige Markkleeberger Oberbürgermeister Bernd Klose berichtet, der Stammgast bei uns ist“, so Giger. Unter seinen Musikerkollegen habe der Große Lindensaal im Rathaus einen hervorragenden Ruf, was neben Konzerten jährlich unzählige CD-Einspielungen belegten. „Die Akustik ist bestechend und die Größe mit 400 Plätzen für Klassik-Veranstaltungen unserer Art optimal“, weiß Giger.

Für 2016 hat er mit seiner Frau, Pianistin Yuka Kobayashi, wieder ein attraktives Programm zusammengestellt. „Jedes einzelne Konzert ist anders und etwas ganz Besonderes“, verspricht er.

Den Auftakt macht am 10. April um 17 Uhr „amarcord“, die zum dritten Mal dabei sind. Mit Stars der Barockszene wie Hille Perl (Viola da gamba), Lee Santana (Laute) und Michael Metzler (Percussion) präsentieren sie ein Renaissancefest. Unter dem Titel „Viva Espana“ erklingen Ensaladas von Mateo Flecha sowie Kompositionen von Juan del Encina, Cristobal de Morales und Alonso de Alba.

„Es wird garantiert voll. Mit Holger Krause, Bassist von ‚amarcord’, ist auch noch ein Markkleeberger unter den Musikern “, so Giger. Wegen der Stardichte seien die Eintrittspreise mit 18, ermäßigt 14 Euro an diesem Tag etwas höher. Schüler zahlen ausnahmsweise acht Euro. Sonst kosten die Karten bei Lindensaalkonzerten 14, zehn beziehungsweise fünf Euro im Vorverkauf, an der Abendkasse 15, elf oder sechs Euro.

Beim zweiten Konzert am 12. Juni, 17 Uhr, steht Giger selbst auf der Bühne. Im Mittelpunkt steht dann William Sterndale Bennett, der vor 200 Jahren geboren wurde, ein enger Freund von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann und Publikumsliebling der Leipziger war. „Leider kennt ihn heute niemand mehr. Hätte er 1853 das Angebot, Gewandhauskapellmeister zu werden, nicht abgelehnt, wäre sein Name in aller Munde“, ist sich Giger sicher. Später sei Bennett Chefdirigent der Londoner Philharmonic Society geworden und habe wunderschöne Musik im Stil von Mendelssohn Bartholdy hinterlassen.

Neben Bennetts Sextett fis-Moll op. 8 für Klavier und Streicher, werden „Märchen“ für Violoncello und Klavier von Leos Janacek und das Streichquartett F-Dur op. 96, auch als „Amerikanisches“ bekannt, von Antonin Dvorak gespielt. Ausführende sind Sebastian Breuninger und Yun-Jin Cho (Violine), Yu Sun (Viola), Christian Giger (Violoncello), Christine Felsch (Kontrabass) sowie Yuka Kobayashi (Klavier).

Nach der Sommerpause erwartet Besucher am 18. September um 17 Uhr ein weiterer Hochgenuss. Die Bläser des „Ma’alot Quintetts“ führen eine Version von Felix Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ auf. Sprecher ist der deutsch-französische Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Dominique Horwitz. „Dass er dabei ist, darüber freuen wir uns sehr. Aber auch dass wir mit Ma’alot noch einmal eines der besten deutschen Bläserquintetts gewinnen konnten“, verrät Giger.

Zum Abschluss kommt am 27. November, 17 Uhr, mit Sopranistin Olena Tokar ein Star der Leipziger Oper nach Markkleeberg. Tokar habe mit dem 1. Platz beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München einen der größten Wettbewerbe weltweit gewonnen, so Giger. Begleitet von Solisten des Gewandhausorchesters und Freunden singt sie Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ottorino Respighi und Robert Schumann.

Der Kartenverkauf für die ersten beiden Lindensaalkonzerte startet schon morgen. Erhältlich sind die Tickets in der Musikalienhandlung Oelsner, Tel. 0341 9605656, in der Ticketgalerie Leipzig, Tel. 0341 141414, sowie in der Touristinformation Markkleeberg, Rathausstraße 22, Tel. 0341 33796718. Reservierungswünsche können auch per E-Mail an tickets@lindensaalkonzerte.de geschickt werden.

Von Ulrike Witt

Markkleeberg Rathaus 51.279179 12.3682292
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