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Löschfahrzeug für Zitzschen, Aus für andere?

Löschfahrzeug für Zitzschen, Aus für andere?

So ein großes Weihnachtsgeschenk haben die Kameraden der Ortswehr Zitzschen noch nie bekommen: Am Dienstagabend überreichte Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU) den 15 Aktiven die Schlüssel für ein neues Mercedes-Löschgruppenfahrzeug.

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Strahlende Gesichter: Bürgermeister Holger Schulz (Vierter von rechts) freut sich mit den Zitzschener Kameraden über das neue Löschfahrzeug.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Während die Zitzschener strahlten, ist der Bestand der Nachbarwehr in Großdalzig massiv gefährdet.

"So ein schönes Auto hatten wir wirklich noch nie", meinte der 76-jährige Ralf Straube, seit 1954 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Zitzschen, verzückt. Schulz schmunzelte und schwärmte von der "rekordverdächtigen Beschaffung in nur sieben Monaten". Mitte April, ausgerechnet im 80. Jahr des Bestehens der Zitzschener Wehr, hatte der 45 Jahre alte W 50 seinen Geist aufgegeben. Der stellvertretende Ortswehrleiter Stephan Neidhardt erinnerte an sein schmachvolles Ende, als er abends mit einem Traktor rückwärts ins Löschgerätehaus geschoben werden musste.

Regulär hätten die Zitzschener erst Anfang 2016 ein neues Fahrzeug erhalten. "Dass es jetzt so schnell mit den Fördermitteln ging, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Ortswehr Erstausrücker für die A 38 ist", erklärte der Rathauschef. In Summe habe die Stadt Zwenkau seit 2008 rund 1,25 Millionen Euro - 60 Prozent davon Fördermittel - in die technische Ausrüstung aller Wehren gesteckt und damit einen regelrechten "Quantensprung gemacht", wie Harald Staacke, im Rathaus für Feuerwehr und Brandschutz zuständig, betonte.

Neidhardt dankte dem Bürgermeister, der für die Belange der Feuerwehr immer ein offenes Ohr habe, aber auch Staacke und Nico Holland, die seitens der Stadtverwaltung die Ausschreibung vorbereitet und begleitet hatten. "Statt Blumen bekommen Sie heute unser Wort, dass wir immer einsatzbereit sind", so Neidhardt. Staacke revanchierte sich bei den Zitzschener Kameraden, die seit August in unzähligen Stunden in ihrer Freizeit den Fußboden des Löschgerätehauses tiefergelegt und den Hof neu gepflastert haben. Ansonsten hätte das 212 000 Euro teure LF 10 - davon sind 109 000 Euro Fördermittel des Landes - gar nicht hineingepasst. "Männer, Hut ab vor Eurer Leistung", so Staacke.

Bei aller Begeisterung über die technische Aufrüstung - die Stadtwehr Zwenkau steht vor Veränderungen. Der Grund: In den Ortsteilen fehlt es an Kameraden. Besonders betroffen ist die Ortswehr Großdalzig, wie Zwenkaus Wehrchef Thomas Kröter beim CDU-Stammtisch vergangene Woche deutlich machte. "Von der im Brandschutzbedarfsplan geforderten Sollstärke 18 sind wir in Großdalzig weit entfernt. Genau genommen stehen uns berufsbedingt nur zweieinhalb Mann zur Verfügung. Und das am Anger in Tellschütz gelegene Gerätehaus verdient den Namen nicht. Das ist ein alter Schuppen."

Während in den vergangenen Jahren in den anderen Wehren 17 neue Kameraden gewonnen werden konnten, sei der letzte Neuzugang im Bereich Großdalzig/Tellschütz 2001 gewesen, so Kröter. Von einer einsatzbereiten Truppe könne schon lange keine Rede mehr sein. Spätestens seit dem ersten Brandschutzbedarfsplan, erstellt 2007, sei klar, dass nur eine Zusammenlegung der Ortswehren Großdalzig und Zitzschen Abhilfe schaffen könne. Entsprechende Pläne inklusive eines neuen Gerätehauses liegen im Rathaus vor. Wann diese umgesetzt werden, ist offen.

Nicht ganz so dramatisch, aber auch nicht erfreulich ist die Situation in Löbschütz. Die Wehr besteht aus sechs Kameraden und einem alten Barkas. Das Problem: Nach Brandschutzbedarfsplan wird der Standort nicht benötigt, ergo erhält die Stadt dafür auch keine Fördermittel. Für Schulz ein Spagat: Einerseits will er die Ortswehr nicht aufgeben, weil die Kameraden das soziale Leben mittragen, andererseits hat er kein Geld für ein neues Fahrzeug. Alternativ bliebe das Zusammengehen mit stärkeren und modern ausgestatteten Ortswehren wie Zwenkau oder Rüssen-Kleinstorkwitz. Eine Idee, die in Löbschütz bislang nicht auf Gegenliebe stößt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2014
Ulrike Witt

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