Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Lufteinschlüsse im Zwenkauer Netz sind harmlos
Region Markkleeberg Lufteinschlüsse im Zwenkauer Netz sind harmlos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 18.03.2018
Der Wasserturm in Zwenkau wird bei Reparaturarbeiten zur Überbrückung der Versorgung genutzt. Quelle: Foto: André Kempner
Zwenkau

Vor genau einer Woche saßen die Zwenkauer zu nächtlicher Stunde auf dem Trockenen. Seitdem läuft zwar das Wasser wieder aus den Hähnen, jedoch nicht störungsfrei. Es blubbert, ist manchmal trübe, jedoch keine Gefahr für die Gesundheit.

Reparaturarbeiten an der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz, der sogenannten Südringleitung, von der die Stadt Zwenkau abhängig ist, waren der Auslöser für die Unterbrechung der Trinkwasser-Versorgung (die LVZ berichtete). Von Mitternacht bis zum frühen Morgen floß kein Wasser. So mancher wird das Malheur einfach verschlafen haben. Lediglich Nachteulen und Frühaufsteher hatten Pech.

Als die Südringleitung abgestellt worden war, reichte das eingespeiste Wasser gerade einmal für das Krankenhaus aus. Wasserwerke-Sprecherin Katja Gläß teilte mit, dass ein bis dahin unbekannter Rohrschaden den Wasserturm habe leerlaufen lassen. Inzwischen sind gleich zwei Rohrschäden in der Nähe des Schäfereiguts sowie in der Bogenstraße behoben, informierte Gläß.

Ganz störungsfrei fließt das kühle Nass noch immer nicht durch die Leitungen in die Haushalte. Es gluckst und blubbert gelegentlich, auch scheint es trübe zu sein, wobei sich die Färbung aufklärt, wenn das Wasser länger in Gefäßen steht.

„Da das Trinkwassernetz am besagten Tag insbesondere an den geodätisch höher gelegenen Versorgungspunkten nahezu leergelaufen war, hat sich beim Wieder-Auffüllen die in der Rohrleitung befindliche Luft mit dem Wasser vermischt“, erklärte Katja Gläß. Luftbläschen sorgten für die Trübung, das „Gluckern“ ließe ebenfalls auf Lufteinschlüsse im Netz schließen. Da die Entnahmestellen in Wohnungen und Häusern in der Regel oberhalb der Versorgungsleitungen lägen, entlüftete sich das Rohrnetz quasi über die Entnahmestellen selbstständig. Die Fachleute der Wasserwerke hätten das Netz zwar routinemäßig entlüftet, doch könnten noch punktuell und nicht unüblich Luftreste vorhanden sein, die für die Qualität des Trinkwassers keinerlei Beeinträchtigung darstellten.

Die Versorgung über den Wasserturm, der permanent ans Trinkwassernetz angeschlossen ist und bei Rohrschäden oder Versorgungsunterbrechungen zur Überbrückung und Netzstabilisierung eingesetzt wird, funktionierte beim Störfall vor einer Woche nicht.

1904 erbaut, wurde der Turm inzwischen zum Kulturdenkmal erklärt und 2004 aufwendig saniert. Der Wasserbehälter war nach einer Betriebszeit von fast 100 Jahren technisch verschlissen. Nach der Restaurierung mit Sandstrahlen, Folienauskleidung und Farbanstrich ist er wieder voll funktionsfähig. Wichtige Erneuerungen wurden vorgenommen, Fenster und Zwischendecken ausgetauscht. Mit einem Durchmesser von 8,50 und einer Höhe von 6,50 Metern hat der genietete Stahlbehälter ein Fassungsvermögen von 290 Kubikmetern. Um Bewegungen beim Füllen oder Entleeren des Behälters auszugleichen, liegt er lose auf einem Lagerkranz in einer Höhe von rund 29 Metern auf.

Im Turm verlaufen zwei Rohrleitungen, das Steig- und Fallrohr sowie die Überlauf- und Entleerungsleitung, vom Erdgeschoss bis zum Behälter. Der Wasserturm thront jetzt als technisches aber funktionstüchtiges Denkmal weithin sichtbar über der Stadt.

Von Gislinde Redepenning

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kratzen im Hals, Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber: Wer von solchen Symptomen urplötzlich in die Knie gezwungen wird, wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von Influenza-Viren heimgesucht. Im Landkreis Leipzig forderte die Grippe in diesem Jahr bereits vier Tote.

18.03.2018

Tag und Nacht wandern – Anfang Mai geht der Traum für viele Motivierte in Erfüllung. Dann geht die Sieben-Seen-Wanderung in die 15. Runde. Dieses Jahr bieten die Organisatoren auch Touren für Rollstuhlfahrer an.

14.03.2018

Im Schloss Altranstädt schlossen 1706 die Schweden und die Sachsen Frieden. Heute ist der Ort Teil eines europäischen Kulturweges. Bald könnte darum in Leipzig eine Konferenz mit der Welttourismus Organisation der Vereinten Nationen stattfinden.

14.03.2018