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Luxusgut Waldbad

Luxusgut Waldbad

Einen Salto rückwärts macht die Stadt Zwenkau: In der Badesaison 2011 werden die Öffnungszeiten des traditionsreichen Waldbades nach einem Probesommer wieder zurückgefahren.

Zwenkau. Zudem steigen die Eintrittspreise und der Ruf der Stadträte nach einem langfristig tragfähigen Konzept wird lauter.

Das Waldbad am Eichholz ist wie viele öffentliche Einrichtungen ein Zuschussgeschäft. Aber eines an dem die Zwenkauer mit Leib und Seele hängen. Daher war die Stadtverwaltung der Bitte von Besuchern und Vereinen um Verlängerung der Öffnungszeiten bis 21 Uhr vor einem Jahr gern nachgekommen. Allerdings hatte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) damals betont, dass es sich um ein erfolgsabhängiges Projekt handelt.

„Die Nachfrage war nach 20 Uhr nicht in der Größenordnung da, wie wir sie erwartet hatten“, konstatierte Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer bei der jüngsten Ratssitzung. Und er legte Zahlen vor, die selbst hartgesottene Kaufleute erschaudern lassen: „Der Kostendeckungsgrad des Waldbades liegt im Durchschnitt bei 6,29 Prozent. Jedes Jahr bleiben wir auf etwa 249 000 Euro sitzen.“ Dabei schlagen nicht die Personalkosten für die zwei fest angestellten Schwimmmeister und die Saisonkräfte schwer zu Buche, sondern wie in Privathaushalten auch – Strom, Gas und Wasser. Selbst ein Super-Sommer mit einem bislang nicht gekannten Ansturm kann allein nicht mehr zum Rettungsanker werden. Denn das Anfang der 1970er Jahre erbaute Waldbad ist in die Jahre gekommen und die Besucherzahlen aufgrund der neuen Seen rückläufig.

„Es gibt einen Investitionsstau im Bereich des großen Beckens und in der Gebäudesubstanz“, erläuterte Schewitzer. Auch 2011 seien wieder werterhaltende Maßnahmen notwendig. So müssten abgeplatzte Fliesen noch vor dem Saisonstart am 15. Mai ausgetauscht werden. Aber Schewitzer weiß auch um die Anziehungskraft des Waldbades: „Die Mitte der 90er errichtete Planschstrecke wird intensiv genutzt, die Schattenplätze unter den Weiden sind beliebt und die Beachvolleyballplätze müssen nicht wie anderswo separat bezahlt werden“. Kurzum: Das Waldbad sei preiswert und damit familienfreundlich. 2010 wussten das 16 284 Gäste zu schätzen.

Und die dürften ob der Vorzüge 2011 wiederkommen. Denn die einstimmig beschlossene Gebührenerhöhung hält sich in Grenzen. So zahlen Kinder ab drei Jahre einen Euro am Tag. Bisher mussten die Eltern 50 Cent berappen. Erwachsene kostet der Sprung ins kühle Nass 2,50 Euro und somit einen Euro mehr. Ermäßigungsberechtigte legen für einen Badetag 1,75 Euro hin, früher einen Euro. Wer nach der Arbeit ein paar Bahnen ziehen oder vom Drei-Meter-Turm springen möchte, kann schon ab 17 Uhr die verbilligte Karte für einen Euro (Erwachsene), 75 Cent (Ermäßigungsberechtigte) oder 35 Cent (Kinder) erwerben. Mit sechs Euro doppelt so teuer wird die Familientageskarte für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder.

Raus aus den roten (Waldbad-)Zahlen kommt die Stadt damit aber nicht. Auf die Frage „Können wir uns das Bad überhaupt leisten?“ kommt von den Stadträten dennoch ein Ja. „Für die Zwenkauer ist das Waldbad eine Veranstaltungs- und Begegnungsstätte mit Geschichte. Im Moment ist die Schließung kein Thema. Es wird aber eines werden, wenn wir einen florierenden Strand am Südufer des Zwenkauer Sees haben“, sagte FDP-Abgeordneter Heiko Metzlaff. Dass sich die längere Öffnung nicht rechne, sei den Freien Wählern von Anfang an klar gewesen, warf Heike Oehlert ein. „Wir sollten jetzt gemeinsam nach einer Alternative suchen, nach einem langfristigen Konzept. Schließlich ist das Waldbad auch für den Schulstandort Zwenkau von Bedeutung.“ Horst Kalis, CDU-Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister, appellierte: „Wenn ich die Kosten sehe, ist das Waldbad absoluter Luxus. Trotzdem sollten wir es als letztes aufgeben, weil es für Familien mit Kindern, aber auch für ältere Menschen sehr wichtig ist.“

Dass die Diskussion mit steigendem Pegel des Zwenkauer Sees härter wird, dessen sind sich Bürgermeister Schulz und Hauptamtsleiter Schewitzer sicher.

Ulrike Witt

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