Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Luxusgut Waldbad

Luxusgut Waldbad

Einen Salto rückwärts macht die Stadt Zwenkau: In der Badesaison 2011 werden die Öffnungszeiten des traditionsreichen Waldbades nach einem Probesommer wieder zurückgefahren.

Zwenkau. Zudem steigen die Eintrittspreise und der Ruf der Stadträte nach einem langfristig tragfähigen Konzept wird lauter.

Das Waldbad am Eichholz ist wie viele öffentliche Einrichtungen ein Zuschussgeschäft. Aber eines an dem die Zwenkauer mit Leib und Seele hängen. Daher war die Stadtverwaltung der Bitte von Besuchern und Vereinen um Verlängerung der Öffnungszeiten bis 21 Uhr vor einem Jahr gern nachgekommen. Allerdings hatte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) damals betont, dass es sich um ein erfolgsabhängiges Projekt handelt.

„Die Nachfrage war nach 20 Uhr nicht in der Größenordnung da, wie wir sie erwartet hatten“, konstatierte Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer bei der jüngsten Ratssitzung. Und er legte Zahlen vor, die selbst hartgesottene Kaufleute erschaudern lassen: „Der Kostendeckungsgrad des Waldbades liegt im Durchschnitt bei 6,29 Prozent. Jedes Jahr bleiben wir auf etwa 249 000 Euro sitzen.“ Dabei schlagen nicht die Personalkosten für die zwei fest angestellten Schwimmmeister und die Saisonkräfte schwer zu Buche, sondern wie in Privathaushalten auch – Strom, Gas und Wasser. Selbst ein Super-Sommer mit einem bislang nicht gekannten Ansturm kann allein nicht mehr zum Rettungsanker werden. Denn das Anfang der 1970er Jahre erbaute Waldbad ist in die Jahre gekommen und die Besucherzahlen aufgrund der neuen Seen rückläufig.

„Es gibt einen Investitionsstau im Bereich des großen Beckens und in der Gebäudesubstanz“, erläuterte Schewitzer. Auch 2011 seien wieder werterhaltende Maßnahmen notwendig. So müssten abgeplatzte Fliesen noch vor dem Saisonstart am 15. Mai ausgetauscht werden. Aber Schewitzer weiß auch um die Anziehungskraft des Waldbades: „Die Mitte der 90er errichtete Planschstrecke wird intensiv genutzt, die Schattenplätze unter den Weiden sind beliebt und die Beachvolleyballplätze müssen nicht wie anderswo separat bezahlt werden“. Kurzum: Das Waldbad sei preiswert und damit familienfreundlich. 2010 wussten das 16 284 Gäste zu schätzen.

Und die dürften ob der Vorzüge 2011 wiederkommen. Denn die einstimmig beschlossene Gebührenerhöhung hält sich in Grenzen. So zahlen Kinder ab drei Jahre einen Euro am Tag. Bisher mussten die Eltern 50 Cent berappen. Erwachsene kostet der Sprung ins kühle Nass 2,50 Euro und somit einen Euro mehr. Ermäßigungsberechtigte legen für einen Badetag 1,75 Euro hin, früher einen Euro. Wer nach der Arbeit ein paar Bahnen ziehen oder vom Drei-Meter-Turm springen möchte, kann schon ab 17 Uhr die verbilligte Karte für einen Euro (Erwachsene), 75 Cent (Ermäßigungsberechtigte) oder 35 Cent (Kinder) erwerben. Mit sechs Euro doppelt so teuer wird die Familientageskarte für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder.

Raus aus den roten (Waldbad-)Zahlen kommt die Stadt damit aber nicht. Auf die Frage „Können wir uns das Bad überhaupt leisten?“ kommt von den Stadträten dennoch ein Ja. „Für die Zwenkauer ist das Waldbad eine Veranstaltungs- und Begegnungsstätte mit Geschichte. Im Moment ist die Schließung kein Thema. Es wird aber eines werden, wenn wir einen florierenden Strand am Südufer des Zwenkauer Sees haben“, sagte FDP-Abgeordneter Heiko Metzlaff. Dass sich die längere Öffnung nicht rechne, sei den Freien Wählern von Anfang an klar gewesen, warf Heike Oehlert ein. „Wir sollten jetzt gemeinsam nach einer Alternative suchen, nach einem langfristigen Konzept. Schließlich ist das Waldbad auch für den Schulstandort Zwenkau von Bedeutung.“ Horst Kalis, CDU-Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister, appellierte: „Wenn ich die Kosten sehe, ist das Waldbad absoluter Luxus. Trotzdem sollten wir es als letztes aufgeben, weil es für Familien mit Kindern, aber auch für ältere Menschen sehr wichtig ist.“

Dass die Diskussion mit steigendem Pegel des Zwenkauer Sees härter wird, dessen sind sich Bürgermeister Schulz und Hauptamtsleiter Schewitzer sicher.

Ulrike Witt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Markkleeberg
Markkleeberg in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 31,36 km²

Einwohner: 24.240 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 773 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04416

Ortsvorwahlen: 034297, 034299, 0341

Stadtverwaltung: Rathausplatz 1, 04416 Markkleeberg

Ein Spaziergang durch die Region Markkleeberg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr