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Markkleeberg Markkleeberg: Rettung für Zauneidechsenpaar und Parkplatz in Sicht
Region Markkleeberg Markkleeberg: Rettung für Zauneidechsenpaar und Parkplatz in Sicht
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11:17 11.07.2016
So ähnlich dürfte auch das Großstädtelner Zauneidechsenpaar aussehen. Die Tiere stehen auf der Roten Liste, sind streng geschützt. Quelle: LVZ-Archiv
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Markkleeberg

In Sachen Parkplatz Großstädteln zeichnet sich überraschend eine Lösungsmöglichkeit ab. Wie am Donnerstag in der LVZ berichtet, drohten dem geplanten P & R-Platz an der Alten Straße/Ecke Zöbigkerstraße wegen eines Zauneidechsenpaares ein Jahr Bauverzug und der Stadt Markkleeberg immense Kosten.

„Wir erleben eine richtige Solidaritätswelle. Den zweiten Tag in Folge klingelt bei mir im Büro pausenlos das Telefon, gehen E-Mails zu dieser unglaublichen Geschichte ein“, erklärte am Freitagmittag Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Er habe zahlreiche Angebote erhalten, wohin das Zauneidechsenpaar umgesiedelt werden könnte. „Darunter sind sogar zertifizierte Gebiete“, so Schütze. Er habe Hinweise von Bürgern, Planungsbüros und Diplom-Biologen vorliegen, aber auch von Institutionen und großen Unternehmen, darunter vom Staatsbetrieb Sachsenforst und von der Deutschen Bahn AG.

„Offenbar gibt es bei uns in der Region so viele streng geschützte Zauneidechsen, dass Umsiedlungsaktionen häufiger stattfinden. Eine Firma hat sogar vorgeschlagen, unsere beiden Tiere bei einer solchen Aktion einfach mit einzusammeln und umzusetzen“, berichtete der Oberbürgermeister. Im August, nach dem Schlüpfen des Zauneidechsennachwuchses, könne dies aus naturschutzfachlicher Sicht auch problemlos geschehen, betonte er. „Es bleibt eigentlich nur noch die Frage zu klären, welches Umsiedlungsgebiet unter den vielen Angeboten das Beste ist“, so Schütze.

Unterstützung will dabei die beim Landkreis Leipzig angesiedelte und für die Begutachtung des künftigen Parkplatzareals zuständige Untere Naturschutzbehörde geben. Amtsleiter Lutz Bergmann hatte sich gleich am Donnerstagmorgen als Erster bei Schütze gemeldet, wie der Rathauschef verriet, und plötzlich Gesprächsbereitschaft signalisiert. Mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde und weiteren Beteiligten trifft sich Schütze nun Anfang nächster Woche zu einem Vor-Ort-Termin in Großstädteln.

„Ich bin optimistisch, dass wir jetzt zeitnah eine Lösung finden und wir doch noch pünktlich im Oktober mit dem Bau des Parkplatzes beginnen können – und ich meinen Urlaub antreten kann“, sagte Schütze gestern schmunzelnd. Er danke allen, die mit ihren konstruktiven Vorschlägen dazu beigetragen hätten.

Indes es gibt noch ein Problem: „Das Areal gilt aufgrund nur eines nachgewiesenen Zauneidechsenpaares als Inselbiotop. Wenn die Tiere zwischenzeitlich Fressfeinden zum Opfer gefallen sind und nicht gefunden werden, weiß ich im Moment nicht, was passiert“, räumte Schütze ein. Im Rathaus sei die Sorge um „Gabi und Klaus“, so wird das Zauneidechsenpaar inzwischen liebevoll genannt, groß.

Von Ulrike Witt

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