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Markkleeberg Markkleeberg soll Leipzig beim Wohnungsbau entlasten
Region Markkleeberg Markkleeberg soll Leipzig beim Wohnungsbau entlasten
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20:01 12.03.2019
Eine Baustelle zur Errichtung von Wohnungen in Dresden. Quelle: Foto: Arno Burgi/dpa
Dresden/Leipzig

Rainer Seifert, Direktor des vdw Sachsen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, warnt vor Panikmache und blindem Aktionismus beim Neubau von Wohnungen in den sächsischen Metropolen Leipzig, Dresden und Chemnitz. „Mit größtem Druck jetzt innerhalb weniger Monate Tausende neue Wohnungen aus dem Boden stampfen zu wollen, überhitzt den Markt und treibt die Grundstücks- und Baupreise unnötig in noch höhere Dimensionen“, erklärte der Verbandsdirektor am Dienstag in Dresden.

Seifert begrüßte das Förderprogramm des Freistaats Sachsen für den sozialen Wohnungsbau, das in diesem und nächstem Jahr jeweils 40 Millionen Euro für Dresden und Leipzig vorsieht. Er forderte aber eine Öffnung des Programms für alle Kommunen. „Dann könnten auch in Markkleeberg geförderte Sozialwohnungen gebaut werden.“ In der benachbarten Großen Kreisstadt stünden Grundstücke für Wohnungsbau zur Verfügung, aber es würden die Fördermittel fehlen. „Markkleeberg könnte den angespannten Markt in Leipzig entlasten, wenn der Freistaat das Programm öffnet“, so der Verbandsdirektor.

Viel Leerstand im ländlichen Raum

Seifert macht sich für eine Förderung des ländlichen Raumes in Sachsen stark. „Die Metropolen können nicht alle Probleme beim Thema Wohnen auffangen.“ Der Leerstand der kommunalen Wohnungsunternehmen, die der vdw vertritt, lag im vergangenen Jahr in Sachsen bei 10,3 Prozent. Während in den Großstädten die Quote bei 4,8 Prozent gelegen habe, betrage sie im ländlichen Raum 14,5 Prozent. „Eine neue Leerstandswelle haben wir noch nicht. Aber wir beobachten die Entwicklung kritisch.“

23 Cent Betriebskosten würde einen Vermieter ein Quadratmeter Leerstand kosten. Die Antwort darauf könne auch im Abriss von wenig gefragtem Wohnraum liegen. 2018 seien im Freistaat 230 Wohnungen abgerissen, für 2019 sei der Abriss von 800 Wohnungen geplant. Dagegen seien im vergangenen Jahr 168 neue Wohnungen übergeben worden, dieses Jahr rechne der vdw mit 330 fertiggestellten Neubauwohnungen.

Rekord-Investitionen von fast 500 Millionen Euro

Die kommunalen Wohnungsgesellschaften seien ein Garant für stabile Mieten, erklärte der Verbandsdirektor. Die durchschnittliche Nettokaltmiete aller im vdw Sachsen organisierten Unternehmen habe 2018 bei 5,12 Euro pro Quadratmeter betragen, das sei eine Steigerung von 1,6 Prozent im Vergleich zu 2017. In den Metropolen liege die Kaltmiete bei 5,53 Euro, im ländlichen Raum bei 4,73 Euro.

Im vergangenen Jahr hätten die Unternehmen 384 Millionen Euro in Neubau, Instandhaltung und Modernisierung investiert. Diese Anzahl soll in diesem Jahr auf den Rekordwert von 486 Millionen Euro steigen. Die Unternehmen würden fast 40 Prozent ihrer Mieteinnahmen sofort wieder investieren, rechnete der Verbandsdirektor vor.

Neben besseren Förderbedingungen fordert Seifert auch einen Schnitt bei den Altschulden. Rund 470 Millionen Euro Verbindlichkeiten aus DDR-Zeiten würden auf den Unternehmen liegen. „Diese schuldlosen Schulden sind eine gigantische Last, die Investitionen hemmen und aus den vergleichsweise niedrigen Mieteinnahmen getilgt werden müssen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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