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Markkleeberg Markkleeberg trauert: Alt-OBM Bernd Klose ist tot
Region Markkleeberg Markkleeberg trauert: Alt-OBM Bernd Klose ist tot
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17:28 31.03.2016
Neuseenland-Visionär: Dr. Bernd Klose starb am Mittwoch im Alter von 68 Jahren.   Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

 Die Große Kreisstadt trauert: Alt-Oberbürgermeister Bernd Klose ist tot. Wie die Stadt Markkleeberg am Donnerstag mitteilte, starb der SPD-Politiker und Ehrenbürger am Mittwoch im Alter von 68 Jahren nach langer Krankheit im Kreis seiner Familie in einem Krankenhaus.

Klose hatte bereits 2013 sein Amt nach 19 Jahren aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig niedergelegt. Der Doktor, wie der promovierte Chemiker respektvoll genannt wurde, hat sich um die Entwicklung der Stadt und des Leipziger Neuseenlandes verdient gemacht. Die Stadtfahne weht seit gestern auf Halbmast.

„Eigentlich fehlen mir die Worte. Mit Bernd Klose verlieren wir nicht nur unseren langjährigen Oberbürgermeister und Ehrenbürger, sondern einen Mann, der sich unter Zurücksetzung der eigenen Person aufopferungsvoll für die Stadt eingesetzt hat. Was Markkleeberg heute ist, das ist ganz maßgeblich sein Verdienst“, erklärte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) gestern. Der 49-Jährige hatte die Nachricht am Morgen erhalten.

Der erfolgreiche Kampf um den Erhalt der Selbstständigkeit Markkleebergs Ende der Neunzigerjahre, der Landschaftswandel im Südraum, den Klose mit großem Weitblick aktiv vorangetrieben hat, und nicht zuletzt die moderne Infrastruktur und heutige Attraktivität der Stadt als Wohn-, Wirtschafts- und Tourismusstandort seien ihm zu verdanken, sagte Schütze.

Klose und Schütze verband nicht nur ihre Partei, die SPD, sie waren befreundet. „Ich bin froh, dass wir ihm im Januar die Ehrenbürgerschaft verliehen haben. Dass er dies noch erleben und unsere Anerkennung spüren konnte“, betont Schütze. Damals hatten die Markkleeberger ihrem Alt-Oberbürgermeister stehend applaudiert und er, der immer als introvertiert galt, seine Tränen der Rührung nicht versteckt.

„Ich war am 21. Februar bei seinem Geburtstag. In großer Runde wurde mit ehemaligen Kollegen und Freunden gefeiert und er machte einen guten Eindruck“, erzählte Schütze gestern. Wenige Tage später war Klose noch bei der Verabschiedung von Bürgermeister Philipp Staude, hatte dort die Gäste mit einer locker-launigen Laudatio zum Lachen gebracht. Dennoch war offensichtlich, dass er gesundheitlich angeschlagen ist.

„Sein segensreiches Wirken für Markkleeberg hat bleibende Bedeutung. Wir sind ihm unendlich dankbar dafür. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Ehefrau, seinen Kindern und Angehörigen“, heißt es im Nachruf der Stadt. Klose hinterlässt Ehefrau Gudrun, drei erwachsene Söhne und sieben Enkel. Nächste Woche Mittwoch werden sich die Familie, Freunde und Wegbegleiter bei einem Trauergottesdienst um 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche von ihm verabschieden. Bereits ab heute 10 Uhr liegt in der ersten Etage im Rathaus ein Kondolenzbuch aus. Zudem plant die Stadt Markkleeberg im April eine Gedenkfeier zu Ehren ihres verstorbenen früheren Oberbürgermeisters.

Von Ulrike Witt

Stimmen zum Tod von Bernd Klose

Martin Dulig, (Vorsitzender der SPD in Sachsen): Mit ihm verliert die sächsische SPD einen langjährigen Weggefährten und aufrichtigen Sozialdemokraten der ersten Stunde. Bernd war ständig unterwegs für seine Stadt, immer mit dem Herzen dabei und hat sich selten geschont. Mit seinem leidenschaftlichen Engagement hat er sich große Anerkennung weit über Markkleeberg hinaus verdient.

Walter Christian Steinbach, (Ex-Regierungspräsident): Der Tod von Dr. Klose berührt mich zutiefst. Er war ein liebenswerter und intelligenter Gesprächspartner, ein ausgesprochener Glücksfall für Markkleeberg, ein verlässlicher und fairer Freund und immer wieder ein unbeugsamer Mitkämpfer für die Belange des Leipziger Neuseenlandes. Er wird uns sehr fehlen.

Herbert Ehme, (Alt-Bürgermeister von Zwenkau): Wir waren lange Jahre Partner bei der Entwicklung der Region und Konkurrenten bei der Entwicklung unserer Städte. Es gab dabei harte Auseinandersetzungen, bei denen aber immer die Wertschätzung und Achtung vor der Leistung des anderen überwogen hat.

Gabriela Lantzsch, (Bürgermeisterin von Großpösna): Ich bin fassunglos. Er war ein Vollblutbürgermeister, ein strategisch denkender Kollege, von dem ich einiges lernen konnte.  Ich hätte mir für ihn so sehr gewünscht, dass er seinen Ruhestand noch lange genießt, noch viel mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen kann.

Holger Schulz, (Bürgermeister von Zwenkau): Ich bin zutiefst erschüttert und traurig. Er hatte als Mensch und politische Persönlichkeit meine absolute Hochachtung und größte Wertschätzung.

Brigitte Wiebelitz, (langjährige Agra-Chefin): Ich habe seine absolute Fairness geschätzt. Er war kein Mann der Schnellschüsse, hat immer alles  abgewogen, bis er die beste Entscheidung für alle gefunden hatte. Bernd Klose hat immer das Gemeinwohl in den Mittelpunkt gestellt.

Petra Köpping, (Staatsministerin für Gleichstellung und Integration): Wir waren in Freundschaft verbunden. Seine Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit habe ich an Bernd Klose immer besonders geschätzt. Ich hätte ihm einen schönen langen und erfüllten Lebensabend gegönnt.

Henry Graichen, (Landrat Landkreis Leipzig): Mit Dr. Klose verlieren wir eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten in der Region. Als Pflichtmensch der er war, hat er sich intensiv für die Stadt und den Landkreis eingesetzt und hinterlässt viele Spuren. Er war stets für pragmatische Lösungen offen, Vorbild und Respektsperson, die auch wegen seiner menschlichen Züge sehr geschätzt und geachtet wurde.

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