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Markkleeberg wird am Mittwoch 350. deutsche Fair-Trade-Stadt

Mehr als nur ein Titel Markkleeberg wird am Mittwoch 350. deutsche Fair-Trade-Stadt

Auch die Bürger der Stadt Markkleeberg können in den Entwicklungsländern helfen – zum Beispiel fair gehandelte Waren aus diesen Ländern bevorzugen. Die Stadt bekommt für ihre Bemühungen nun den Titel als „Fair-Trade-Town“ verliehen.

Eine runde Sache: Selbst Bälle für die Vereine wie hier gibt es fair gehandelt.

Quelle: Kempner

Markkleeberg. Die Stadt Markkleeberg bekommt am MIttwoch von der Organisation „TransFair“ als 350. deutsche Stadt den Titel „Fairtrade-Town“ verliehen.

Im Dezember 2011 hatte der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, sich um den Titel zu bewerben, die Steuerungsgruppe unter Leitung von Diana Bergmann kurz danach ihre Arbeit aufgenommen.

„Mit diesem Titel leistet die Stadt auf kommunaler Ebene ihren Beitrag zur Erfüllung sozialer, ökologischer und menschenrechtlich verbindlicher Standards in den so genannten Entwicklungsländern“, erklärte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) am Dienstag im Rathaus bei einer Tasse fair gehandeltem Kaffee.

Den trinke er seit Jahren im Büro allein und mit seinen zahlreichen Gästen, erzählte der 48-Jährige und fügte hinzu: „Für uns ist der Titel mehr als schönes Beiwerk, sondern ein Auftrag. Es geht darum die Menschen zum Nachdenken anzuregen, dass unser Konsumverhalten hier, die Arbeits- und Lebensbedingungen in anderen Ländern beeinflusst.“

Respekt und Anerkennung zollte er Bergmann für ihr Engagement. Unterstützt von Sabine Baldauf, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Stadt, und weiteren Mitgliedern der Steuerungsgruppe habe die junge Frau intensiv an der Erfüllung der fünf Kriterien fürs Fairtrade-Siegel gearbeitet.

„Als ich im September 2011 die Verleihung des Titels an Leipzig miterleben durfte, war ich begeistert und wollte Markkleeberg unbedingt dafür gewinnen“, begründete die studierte Geografin. Das Thema reizte sie so sehr, dass sie schließlich sogar ihre Bachelor-Arbeit über die Beteiligung von Kommunen an dieser globalen Kampagne geschrieben hat.

Aber der Titel war auch eine mit Hürden gespickte Herausforderung, gestand Bergmann. Während die Steuerungsgruppe von Anfang an auf die Kirchgemeinden und die Ökoschule setzen konnte, die sich traditionell mit Entwicklungs- und Bildungsarbeit befassen, musste in Geschäften und Gastronomiebetrieben, bei Vereinen und in Schulen Überzeugungsarbeit geleistet werden. Indes fünf Einzelhändler, darunter Globus, Lidl und Netto, sowie drei Gastronomen, Brot & Kees, City-Restaurant und Ratskeller, die alle zwei bis drei faire Produkte anbieten, wurden relativ zügig gefunden.

Als wahres Problem erwiesen sich die Schulen, was die eigentlich für 2014 avisierte Titelvergabe denn auch platzen ließ (die LVZ berichtete). Zwischenzeitlich konnte Bergmann die Oberschule ins Boot holen. Und mehr noch. „Das Interesse und das Angebot an fairen Produkten ist in den vergangenen drei Jahren deutlich gewachsen. Unsere Erhebung von 2012 muss deshalb dringend überarbeitet werden“, betonte Baldauf.

Die feierliche Verleihung des Titels „Fairtrade-Town“ am Mittwoch um 17 Uhr im Großen Lindensaal des Rathauses ist in Markkleeberg zugleich Höhepunkt und Auftakt für die folgenden „Fairen Wochen“, die bis zum 25. September bundesweit und in Markkleeberg mit zahlreichen Veranstaltungen, unter anderem im Jugendklub P 12 und im Frauenbegegnungszentrum, begangen werden.

Bergmann machte aber auch klar, dass der Titel “Fairtrade-Town“ kein Selbstläufer ist, sondern alle zwei Jahre von Transfair auf den Prüfstand gestellt wird. „Dass sich Markkleeberg 2017 um die erneute Zertifizierung bemühen wird, steht schon fest. Nun kommt es aber darauf an, den Titel mit neuen Ideen zu bereichern“, sagte Rathauschef Schütze. Er regte an, zum Beispiel einen fairen Einkaufsführer für Markkleeberg zu erstellen.

Von Ullrike Witt

Markkleeberg Rathaus 51.280293040422 12.377155591602
Markkleeberg Rathaus
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