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Markkleeberg Markkleeberger Badegeschichten laden zu einer Zeitreise ein
Region Markkleeberg Markkleeberger Badegeschichten laden zu einer Zeitreise ein
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07:01 07.11.2018
Ingeburg Zeidler, Badenixe Anna Zemelka im historischen Kostüm, Karsten Schütze, Anke Meyerle und Michael Zock (von links) präsentieren den Bildband. Quelle: Gislinde Redepenning
Markkleeberg

Markkleeberg ist ein Badeparadies. Tausende strömten im vergangenen Sommer an den Cospudener - und den Markkleeberger See. Die wenigsten, die sich in die kühlenden Fluten stürzten, dachten dabei an die lange Tradition, die das Baden in Markkleeberg hat. Sie wird im neu erschienenen Buch „Markkleeberger Bad(e)geschichten – eine Zeitreise“ beschrieben.

Ingeburg Zeidler, die schon am Buch „Leipzig geht baden: Vom Pleissestrand zum Neuseenland“ mitgearbeitet hat, Stadtchronist Michael Zock und Anke Meyerle von der Stadtverwaltung haben sich in die Spur begeben, um Materialien und Dokumente zu sammeln und zu sichten. „Im Laufe der Zeit hat sich immer mehr angehäuft, auch Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv“, erzählt Meyerle. Erstaunliche Details fanden sich ebenso wie unterhaltsame Anekdoten. Der Blick zurück in die Historie lohne sich, betont Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Nach langer Vorarbeit sei ein hochinteressantes Ergebnis mit zahlreichen Geschichten rund ums kühle Nass herausgekommen.

Die Idee wurde nicht in einem Hitzesommer wie dem diesjährigen geboren. „Sie entstand in der Zeit, als das im Dezember 2016 eröffnete Sportbad gebaut wurde“, so Schütze. Er selbst sammele historische Dokumente, beim Betrachten seien Kindheitserinnerungen hochgekommen.

Mit der Entwicklung der Stadt hätten sich auch die Bade- und Freizeitmöglichkeiten verändert. Schon früher wurde eifrig geschwommen, in der Pleiße, die sich durch Markkleeberg schlängelt, oder im Floßgraben. „Auch das Agra-Bad, das wir schließen mussten, hat seinen Platz gefunden“, sagt Schütze, der sich als Kind an einem „Wasser-Plansch-Platz am Schulgarten“ vergnügte. Es gab unzählige Badestellen in der Stadt: Das Spektrum reichte von einfachen Steganlagen und improvisierten Umkleiden bis zu großen Familienbädern mit Freizeitvergnügungen aller Art in Gautzsch und Markkleeberg-Ost. Die überregionale Bedeutung des großen Familienbades in Markkleeberg-Ost spiegeln Ansichtskarten wider, die Größe und Ausstattung eindrucksvoll dokumentieren. Die Bekanntheit und Anziehungskraft des Bades verhalf Markkleeberg zum schönen Beinamen „Bad Markkleeberg“. Das Gautzscher Familienbad wurde 1902 als „bescheiden“ beschrieben.

Ein Steg und ein Sprungbrett genügte vor rund 100 Jahren der Oetzscher Jugend, die nahe des Dölitzer Wehres kühn in die Pleiße sprang. Die „Mühlmannschen Teiche“, eine Badgeschichte, die in den frühen 1970er Jahren endete, seien „unvergessen und legendär“ sagt Zock. Bis sie wegen des Tagebaus langsam austrockneten. Die „nackten Tatsachen“, die Badelustige mit der Gründung des ersten Clubs für Freikörperkultur 1960 in den Lehmlachen des abgebaggerten Prödel schufen, finden ein humoriges Ende, im Gegensatz zum Freizeitbad Poseidon, dessen kurzer Ära unter der Überschrift „Hier kam der Gott nur kurz zum Baden“ ein Abschnitt gewidmet ist.

„Das Buch kann man hervorragend in der Badewanne lesen“, schmunzelt Michael Zock. „Es war eine große Freude, daran zu arbeiten. Es kamen zahlreiche interessante Anrufe, beispielsweise von zwei Badenixen, die sich an ihre Erlebnisse erinnerten und die zur Belebung beigetragen haben.“

Am Montag, 3. Dezember, findet um 19 Uhr im Weißen Haus eine Lesung und Vorstellung des Buches statt.

Von Gislinde Redepenning

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