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Markkleeberg Markkleeberger Bahnhof in Wartestellung
Region Markkleeberg Markkleeberger Bahnhof in Wartestellung
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08:00 06.12.2012
In der Bahnhofs-Baustelle: Christiane Schur, Wolfgang Heinze und Daniel Kreusch (v. li.) schauen sich in der früheren Schalterhalle um. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Drinnen gibt es keinen Zweifel: Die einstige Schalterhalle samt Nebenräumen und Bahnhofswirtschaft ist entkernt worden. Herausgerissene Böden und Wandverkleidungen geben den Blick auf das Mauerwerk und Tonnengewölbe im Keller frei.

„Mit Zustimmung des Stadtrates haben wir Ende September erneut einen Fördermittelantrag für das am Bahnhof geplante Sportbad gestellt. Da das Gebäude sehr marode ist und bis zur Entscheidung noch einige Zeit vergehen kann, mussten wir aktiv werden, um den Bestand zu sichern“, erklärt Sozial- und Kulturamtsleiter Wolfgang Heinze.

Vor einigen Wochen gab es schon Anfragen im Rathaus. Aufmerksame Passanten hatten gesehen, dass der Bahnhof eingerüstet worden war. Allerdings nur für wenige Tage. „Das Gerüst wurde benötigt, um eine Plane über das Dach zu ziehen. Neue Schindeln hätten keinen Halt gehabt. Denn die Dachbalken sind wie alle Holzbalken im Haus schwer in Mitleidenschaft gezogen. In manchen sind sogar Schädlinge drin“, erläutert Christiane Schur vom Technischen Baubereich. Die Stadt hatte den Bahnhof im Februar 2009 von der Deutschen Bahn erworben und ist seither als Eigentümer in der Pflicht.

Nässe macht auch dem Fundament zu schaffen. „Im Frühjahr wollen wir die Trockenlegung im Diamantsägeverfahren vorantreiben. Die Außenwände werden in Bodenhöhe waagerecht durchtrennt, um die aufsteigende Feuchtigkeit zu stoppen. Später wird eine Metallplatte dazwischen geschoben. Vielleicht fangen wir sogar noch dieses Jahr mit dem Sägen an. Dafür brauchen wir allerdings Plusgrade“, sagt Schur. Für 2013 ist auch die Ausführungsplanung für den ersten Bauabschnitt angedacht. Dieser umfasst die Sanierung des Erdgeschosses, in das ein Restaurant und ein Tourismusbüro einziehen sollen. Der Denkmalschutz hat schon Interesse an dem 1904/05 errichteten Bahnhofsgebäude bekundet. Nach einer Vor-Ort-Besichtigung wurden die historischen Treppe sowie Türrahmen eingepackt, um verschiedene Optionen offen zu halten.

Fest steht indes, dass der Bahnhof wieder seine Original-Höhe erhalten wird. „Im Zweiten Weltkrieg war ein Teil des Dachgeschosses in einer Bombennacht ausgebrannt. Das fehlende Geschoss soll aber erst im zweiten Bauabschnitt, das heißt im Zuge des Sportbad-Baus draufkommen“, sagt Heinze. Darin sollen die Funktions- und Personalräume des Sportbades untergebracht werden. In der ersten Etage sei Platz für Gewerberäume wie eine Physiotherapie, so Schur.

Der Baufortschritt hängt aber nicht nur von der Bewilligung der Fördermittel für das rund 5,9 Millionen Euro teure Sportbad ab, das laut Heinze als Schulschwimmzentrum bereits seit 2005 im Entwicklungsplan der Stadt Markkleeberg steht. Eine zweite Finanzquelle soll das Sanierungsgebiet Zentrum-West werden. Dafür laufen die vorbereitenden Untersuchungen.

Aber selbst wenn keine der beiden Quellen letztlich sprudeln sollte, werden Dach, Fassade und Erdgeschoss umfassend saniert und das fehlende Geschoss ergänzt. „Das ist stadtbildprägend und wird vom Denkmalschutz gefördert“, betont Heinze.

Auto- und Busfahrer, die künftig nebenan parken oder umsteigen, freuen sich ganz sicher über die Bahnhofsgastronomie und öffentliche Toiletten. Vorgesehen sind an dem sogenannten ÖPNV-Verknüpfungspunkt 17 PKW-Parkplätze, darunter zwei für Behinderte, drei Stellflächen für Busse und sechs für Motorräder.

Die Übergabe soll im zweiten Quartal 2013 sein und damit mindestens drei Monate später als geplant (die LVZ berichtete). „Zurzeit wird noch an der Straßenentwässerung gearbeitet“, sagt Schur. Je nach Witterung würden in den nächsten Wochen eventuell noch die Borde gesetzt.

Übrigens: Gastronomen, die sich ein Engagement im Markkleeberger Bahnhof vorstellen können, sind im Rathaus gefragt. „Wir haben schon Gespräche mit der Dehoga geführt, was die Planungen für Küche, Gastraum und Freisitz angeht“, sagt Heinze. Allerdings betreffe dies nur die Basics. Sollte sich ein engagierter Wirt finden, hätte der Mitspracherecht. Nur eins muss in die neue Gaststätte – die 50 Jahre alte Bahnhofsuhr.

Ulrike Witt

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