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Markkleeberger Stadtrat spricht sich für Bewerbung um Landesgartenschau aus

Markkleeberger Stadtrat spricht sich für Bewerbung um Landesgartenschau aus

Markkleeberg. Die Stadt Markkleeberg bewirbt sich um die Ausrichtung der siebten Landesgartenschau im Jahr 2015. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend einstimmig beschlossen.

. Neben Borna wirft damit eine zweite Kommune im Leipziger Land ihre Bewerbung in den Ring. Bis Ende September muss ein Konzept mit Finanzierungsplan beim Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft vorliegen. Noch vor Weihnachten will das Dresdner Kabinett seine Entscheidung verkünden.

„Was in der Ausschreibung gefordert wird, können wir vorweisen“, erklärte Bürgermeister Philipp Staude. Er leitete in Vertretung des im Urlaub befindlichen Oberbürgermeisters Bernd Klose (SPD) die Sitzung. Wie berichtet, hatte Klose beim Wirtschaftsgespräch im Großen Lindensaal die Idee verkündet. Sein Plan: Den Herfuthschen Landschaftspark im Englischen Stil wieder zu dem machen, was er einst – vor der Braunkohle, vor der Bundesstraße 2 und vor dem Weggang der Landwirtschaftsmesse Agra – war. Und zwar auf Markkleeberger wie Leipziger Seite. „Als Brückenschlag zwischen historisch Gewachsenem und neu entstandenen Seen“, heißt es in der Vorlage. Dass Klose gleichzeitig Druck auf den Freistaat ausüben will, verhehlte er nie. Sein Ziel: Die Planer mit dem Projekt Landesgartenschau vom Brückenneubau abbringen und eine Tunnellösung durchsetzen.

„Uns liegt die Zusage vom Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) vor, dass die Messestadt eine erfolgreiche Bewerbung Markkleebergs unterstützen wird“, sagte Staude. Auch er erhofft sich einen „enormen Schub“ für die Große Kreisstadt. „Die 3,5 Millionen Euro, die Sachsen an Fördermitteln bereitstellen wird, bleiben nicht die einzigen“, versicherte er den Abgeordneten. Die Verwaltung rechne mit Investitionen von acht bis zehn Millionen Euro.

„Wir stimmen vorbehaltlos für die Bewerbung, schon aus der Tradition der Agra heraus“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Müller. Professor Dieter Bormann von den Linken meinte: „Der Charakter der Schau passt zu Markkleeberg.“ Nur Anne-Katrin Seyfarth, Vorsitzende der CDU-Fraktion, erklärte die „prinzipielle Unterstützung“ der Bewerbung mit einem großen Aber: „Es würde uns freuen, wenn wir die Landesgartenschau mit allen wirtschaftlichen Vorteilen nach Markkleeberg holen können.“ Sie gab jedoch zu bedenken, dass diese bislang in ländliche Gebiete vergeben wurde, Markkleeberg gehöre indes zum verdichteten Leipziger Raum.

„Außerdem müssen wir uns bewusst sein, dass es im Landtag nicht genug Rückhalt geben wird“, so Seyfarth. Einzig ihr Fraktionskollege Oliver Fritzsche habe sich pro Markkleeberg ausgesprochen, Ex-Landrätin Petra Köpping (SPD) und auch die Linke Heike Werner hingegen für Borna. Ähnlich wie auch die Liberale Stadt- und Kreisrätin Anja Jonas, die ihre Gefühle Ende April als „ambivalent“ bezeichnete. In deren Abwesenheit ließ sich ihr Parteifreund, FDP-Fraktionsvorsitzender Matthias Kunze, zu einer kühnen Äußerung hinreißen: „Wenn sich ein Markkleeberger Stadtrat für Borna ausspricht, müsste er oder sie eigentlich das Mandat niederlegen.“

Seyfarth hakte schließlich nach, was passiere, wenn die Bewerbung misslinge: „Wir brauchen ein Gutachten, dass uns eine Entwicklung der Agra aufzeigt, sollte uns die Landesgartenschau nicht in den Schoß fallen.“ Mit der ausgefeilten Konzeption eines Planungsbüros läge dies doch ohnehin vor, antwortete Staude.

Gerhard Pötzsch (CDU) regte an, sich im Kreis auf einen Kandidaten zu einigen, „bevor man Geld in die Hand nimmt“. Das Ansinnen wurde von Staude „als unrealistisch“ aufgrund der finanziellen Interessen der Kommunen abgewiesen. Mit 17 Ja- und einer Gegenstimme votierten die Stadträte letztlich für die Bereitstellung von 30 000 Euro für die Bewerbung.

Ulrike Witt

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